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Liebe und Sexualität.

 

Frage:

»Meister, würden Sie uns bitte sagen,

welche Unterscheidung Sie zwischen Liebe und Sexualität machen,

und wie man die Sexualität im spirituellen Leben einsetzen kann?«

Das ist eine wirklich sehr interessante Frage, die das wichtigste Thema des Lebens überhaupt berührt und jedermann betrifft.

 

Ja, die Jungen wie die Alten.

 

Ich will nicht behaupten, dass ich außerordentlich qualifiziert bin, um alle Fragen, die dieses Problem aufwirft, zu beantworten.

Was mich von anderen ein wenig unterscheidet, ist eine ganz bestimmte Einstellung, mit der ich immer alles beurteile;

ich habe mein ganzes Leben lang darauf hingearbeitet, um diesen Blickpunkt zu finden.

 

Ich möchte euch also zuerst einmal ein oder zwei Worte sagen, damit ihr mich nicht gleich kritisiert und sagt:

»Mein Gott, ich habe Bücher über Liebe und Sexualität gelesen, in denen viel mehr gesagt wird.

Dieser Lehrer hat keine Ahnung!«

 

Ja, ich bin unwissend, warum auch nicht?

 

Aber die Autoren jener Bücher hatten nicht meinen Blickpunkt, und sie haben diese Frage nicht so verstanden, wie ich sie verstehe.

Wenn ihr wollt, könnt ihr euch also informieren und alles lesen, was Psychoanalytiker und Mediziner über die Sexualität geschrieben haben.

 

Ich aber möchte euch zu einem anderen, bis jetzt fast unbekannten Blickpunkt führen.

 

Um welchen Blickpunkt handelt es sich?

 

Manchmal habe ich ihn spaßeshalber mit der folgenden Situation verglichen.

Ein Professor mit drei oder vier verschiedenen akademischen Graden arbeitet in seinem Labor an allen möglichen Untersuchungen und Experimenten…

Währenddessen ist sein 12-jähriger Sohn, der im Garten spielt, auf einen Baum gestiegen und ruft von dort oben:

»Papa, ich sehe Onkel und Tante kommen…«

Der Vater, der selbst nichts davon sehen kann, fragt seinen Sohn:

»Wie weit sind sie noch entfernt? Bringen sie etwas mit?«

Und das Kind gibt ihm genaue Auskunft.

Trotz all seiner Wissenschaft sieht der Vater nichts, während das Kind, klein und unwissend wie es ist, sehr weit sehen kann und das nur, weil sein Blickpunkt ein anderer ist:

 

Es ist sehr hoch aufgestiegen, während sein Vater unten blieb.

 

Das ist natürlich nur ein Beispiel, aber es zeigt euch, dass Kenntnisse und intellektuelle Fähigkeiten zwar nützlich sind, der richtige Blickpunkt aber noch wichtiger ist.

 

Je nach dem, ob man das Universum aus der Sicht der Erde oder der Sonne betrachtet, erhält man ein völlig anderes Bild.

 

Jeder sagt:

»Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter…«

Ja, das ist ebenso wahr wie falsch.

Für den irdischen, den geozentrischen Standpunkt, ist dies zutreffend, aber für den heliozentrischen Blickpunkt, von der Sonne aus gesehen, ist dies falsch.

Alle betrachten das Leben vom Standpunkt der Erde, und aus dieser Sicht haben sie natürlich Recht.

Sie sagen:

»Man muss essen, Geld verdienen und die Vergnügen auskosten.«

Würden sie aber den heliozentrischen, das heißt, den göttlichen und spirituellen Blickpunkt annehmen, dann würden sie die Dinge ganz anders sehen.

 

Ich habe den letzteren Blickpunkt angenommen und kann euch deshalb das Wesen der Liebe und der Sexualität auf vollkommen andere Weise darlegen.

 

Zunächst scheint es schwierig, Sexualität von Liebe zu trennen.

Alles kommt von Gott und alles, was sich durch den Menschen als Energie manifestiert, ist im Ursprung eine göttliche Energie.

 

Sie hat jedoch verschiedene Auswirkungen, je nachdem, durch welchen Leiter sie sich offenbart.

Man kann sie mit Elektrizität vergleichen.

Elektrizität ist eine Energie, deren Wesen unbekannt ist;

leitet man sie durch eine Lampe, wird sie zu Licht, obwohl sie selbst doch kein Licht ist, durch eine Heizplatte geleitet wird sie zu Wärme, durch einen Magneten zu Magnetismus, durch einen Ventilator zu Bewegung.

Ebenso gibt es auch eine kosmische Urkraft, die, je nachdem, durch welches Organ des Menschen sie sich manifestiert, die eine oder andere Ausdrucksform annimmt.

 

Wenn sie sich durch das Gehirn äußert, wird sie zu Intelligenz und Urteilsvermögen, durch den Solarplexus oder das Hara-Zentrum zu Gefühl und Empfindung, durch die Muskulatur zu Bewegung, und wenn sie sich schließlich durch die Geschlechtsorgane ausdrückt, wirkt sie als Anziehungskraft auf das andere Geschlecht.

Aber es handelt sich immer um dieselbe Energie.

 

Die sexuelle Energie kommt also ursprünglich von sehr hohen Ebenen.

 

Wenn sie ihren Weg aber über die Geschlechtsorgane nimmt, erweckt sie Gefühle, Erregungen und ein Verlangen nach Annäherung.

Aber in all diesen Manifestationen kann unter Umständen nicht die geringste Liebe zum Ausdruck kommen.

So ist es bei den Tieren.

Sie paaren sich zu bestimmten Jahreszeiten, aber tun sie das aus Liebe?

 

Oft behandeln sie einander sehr rau, und bei manchen Insekten, wie bei der Gottesanbeterin und bei bestimmten Spinnen, frisst das Weibchen seinen Partner auf.

 

Ist das Liebe?

 

Nein, das ist reine Sexualität.

 

Die Liebe beginnt dann, wenn diese Energie gleichzeitig auch noch andere Zentren im Menschen aktiviert:

das Herz, die Seele und den Geist.

In diesem Augenblick wird die Anziehungskraft, das Verlangen, sich dem anderen zu nähern, durch Gedanken, Gefühle und ein ästhetisches Schönheitsempfinden erhellt und erleuchtet;

und dann handelt es sich nicht mehr um eine rein egoistische Befriedigung, bei der auf den Partner nicht die geringste Rücksicht genommen wird.

Wenn ihr wollt, ist Liebe eine Art von Sexualität, aber erweitert, erhellt und verwandelt.

 

In der Liebe gibt es so viele Nuancen und Ausdrucksformen, dass man sie nicht einmal alle aufzählen und klassifizieren kann.

 

Zum Beispiel kommt es vor, dass ein Mann eine hübsche, junge Frau liebt, ohne sich von ihr körperlich besonders angezogen zu fühlen.

Er möchte vor allem, das sie glücklich, gesund, gebildet, reich, gesellschaftlich gut gestellt ist usw.

Wie ist das zu erklären?

Es handelt sich hier nicht um Sexualität allein, sondern um Liebe;

sie findet auf einer höheren Ebene ihren Ausdruck.

Dennoch muss auch in dieser Liebe ein wenig Sexualität enthalten sein, denn man kann sich die Frage stellen:

Warum fühlt dieser Mann sich nicht zu jemand anderem hingezogen, zu einer alten, hässlichen Frau oder einem anderen Mann?

Ja, wenn man genau analysiert, findet man zumindest einen geringen Anteil an Sexualität.

 

Sexualität und Liebe sind demnach nur eine Frage der Abstufung.

 

Wenn ihr euch nicht auf einige grobe, körperliche Empfindungen beschränkt, sondern fühlt, dass euch subtilere Ausdrucksformen dieser kosmischen Kraft erfüllen, so ist das Liebe, und dann steht ihr mit den himmlischen Regionen in Verbindung.

Wie viele Menschen aber trennen sich oder schlagen einander sogar, sobald sie ihr Verlangen befriedigt haben!

Für sie kommt es nur darauf an, sich zu entladen, eine Spannung loszuwerden, und wenn sich diese Energie nach einiger Zeit von neuem in ihnen staut, werden sie wieder freundlich und zärtlich, allerdings einzig und allein deshalb, weil sie das Tierische in sich wiederum befriedigen wollen.

 

Wo bleibt hier die Liebe?

 

Jeder hat Verlangen und Bedürfnisse, das ist ganz normal, besonders wenn man jung ist.

 

Die Natur, die alles vorhergesehen hat, hat dies zur Erhaltung der Art als notwendig erachtet.

Wenn Mann und Frau dem anderen Geschlecht gegenüber kalt blieben, wenn sie keine Gefühlsregungen und Triebe hätten, so wäre das das Ende der Menschheit.

Daher sorgt die Natur dafür, dass die Wesen sich einander körperlich nähern, die Liebe aber ist etwas ganz anderes.

 

Man kann sagen, dass die Sexualität eine von Grund auf egozentrische Neigung ist, die den Menschen dazu drängt, nichts als das eigene Vergnügen zu suchen.

 

Und das kann ihn zur größten Grausamkeit führen, weil er nicht an den anderen denkt und nur die persönliche Befriedigung sucht.

 

Die Liebe hingegen, die wahre Liebe, denkt zuallererst an das Glück des anderen, sie beruht auf dem Opfer:

Opfer von Zeit, Kraft und Geld, um dem anderen zu helfen, um ihm zu ermöglichen, sich zu entfalten und alle seine Fähigkeiten zu entwickeln.

 

Die Spiritualität beginnt genau dort, wo die Liebe die Sexualität beherrscht, wenn der Mensch fähig wird, etwas in sich selbst zum Wohle des anderen aufzugeben.

 

Solange man jedoch zu keinerlei Verzicht fähig ist, äußert man keine Liebe.

Wenn sich ein Mann auf ein Mädchen stürzt, denkt er dann an den Schaden, den er ihr dabei zufügen kann?

Keineswegs.

Um seine Instinkte zu befriedigen, ist er sogar im Stande, sie umzubringen.

Genau das ist Sexualität:

ein durch und durch animalischer Trieb.

Ihr meint:

»Das ist ganz klar, darin liegt nichts Göttliches!«

Trotzdem ist die Sexualität göttlichen Ursprungs, doch solange der Mensch sich selbst nicht beherrschen kann, können seine Liebes Äußerungen ganz offensichtlich nicht göttlich sein.

 

Das Gute an der Sexualität ist, dass sie zur Erhaltung der menschlichen Rasse dient; richtet man sie aber einzig und allein auf das Vergnügen aus, dann ist sie sinnlose Verschwendung.

 

In letzter Zeit hat man auf diesem Gebiet die unwahrscheinlichsten Dinge erfunden.

Abgesehen von der Pille wird auch eine Unzahl anderer Produkte und Gegenstände verkauft, die ich nicht einmal nennen will.

 

Hier handelt es sich nicht mehr um die Erhaltung der Art, sondern ausschließlich um die Lust.

 

Ich will mich mit dieser Frage nicht länger befassen, um auseinander zu setzen, ob solche Sachen existieren müssen oder nicht.

Beim heutigen Stand der Menschheit haben sogar Moralisten und Vertreter der Religion befunden, dass diese Dinge notwendig und unvermeidbar sind, denn die niedere, animalische Natur im Menschen ist immer noch derart stark, dass sie, völlig unterdrückt, noch weitaus schlimmere Folgen nach sich ziehen würde.

Ich möchte diesen Punkt also nicht ausdiskutieren!

Ich finde es nur schade, dass man die Menschen nicht lehrt, welche Vorteile es hat, diese Energie zu lenken und für ein göttliches Ziel, für die spirituelle Arbeit einzusetzen.

Anstatt zu allen möglichen Produkten und Fabrikaten Zuflucht zu nehmen, um sich ganz den sinnlichen Genüssen hinzugeben.

 

In ihrem äußerlichen Ausdruck gibt es zwischen Liebe und Sexualität kaum einen Unterschied:

 

die gleichen Gesten, die gleichen Umarmungen, die gleichen Küsse.

Der Unterschied liegt in der Richtung der Energieströme.

Seid ihr nur von der Sinnlichkeit getrieben, kümmert ihr euch nicht um den anderen;

wenn ihr ihn aber liebt, denkt ihr vor allem daran, ihn glücklich zu machen.

Im körperlichen Bereich unterscheiden sich Liebe und Sexualität nicht wesentlich voneinander, sie differenzieren sich nur im Unsichtbaren, auf psychischer und spiritueller Ebene.

Auf welche Weise?

Genau das möchte ich euch erklären.

 

Keiner, der sich mit der Frage der Sexualität beschäftigt hat, sei er nun Physiologe, Psychiater oder Sexualforscher, hat erkannt, was während der geschlechtlichen Vereinigung im subtilen, ätherischen und fluidischen Bereich vor sich geht.

 

Alle wissen, dass es zu Erregungen, Spannungen und Entladungen kommt, die sogar klassifiziert wurden.

Sie wissen allerdings nicht, dass es bei rein körperlicher, biologischer, egoistischer Sexualität in den subtilen Sphären zu allen möglichen Vulkan-artigen Ausbrüchen kommt.

Die sich durch sehr grobe Formen und äußerst dichte Emanationen in dunklen, verschwommenen Farben manifestieren, in denen Rot – ein sehr schmutziges Rot – dominiert…

All diese Emanationen werden von der Erde aufgesogen, wo schon finstere Wesenheiten darauf warten, ihr Mahl zu halten und sich diese lebenswichtigen Energien gut schmecken zu lassen.

Es handelt sich um wenig entwickelte Kreaturen, die sich oft bei Verliebten nähren.

 

Ihr staunt, aber das ist die reine Wahrheit:

Verliebte geben Festmahle in der unsichtbaren Welt.

 

Mitunter gaben früher Könige und Fürsten zur Feier einer Geburt, einer Hochzeit oder eines Sieges Festessen für das Volk, die mehrere Tage andauerten.

Da jeder bewirtet wurde, kamen alle Bettler, Landstreicher und Armen herbei, um an der Feier teilzunehmen.

Ihr seht also, hier wiederholt sich das gleiche Phänomen, nur in einer Form, die die Wissenschaft noch nicht entdeckt hat.

Wenn Mann und Frau sich zueinander hingezogen fühlen, sich lieben und vereinigen, geben auch sie ein Festmahl, und dieses Fest ist vielen anderen Wesen frei zugänglich.

 

Auch wenn ihre Verbindung geheim bleibt, stattet ihnen die unsichtbare Welt ihren Besuch ab.

Leider sind es meistens Larven, niedere Elementargeister, die sich auf ihre Kosten amüsieren und alles absorbieren, denn ihre Ausströmungen enthalten nur sehr wenige Elemente für die Seele, für den Geist und für das Göttliche.

 

Deshalb bringt der körperliche Verkehr den Verliebten nur selten einen Nutzen.

 

Im Gegenteil, sie verlieren sogar etwas dabei:

Ihr Blick, ihre Gesichtsfarbe, ihre Bewegungen und ihr ganzes Sein ist nicht mehr so strahlend und lebendig wie zuvor.

Ihre Liebe war noch auf einer zu niedrigen Ebene und hat deshalb dunkle Wesenheiten angezogen.

Warum haben sie nicht vielmehr die Naturgeister und sogar die Engel und die Wesen des Lichtes eingeladen, die auch eine Nahrung brauchen?

 

Wenn ein Magier eine Zeremonie abhalten will, umgibt er sich zuerst mit einem schützenden Kreis, in dem ihm die übel wollenden Geister, die ihn drohend umkreisen, ihm schaden und ihn vernichten wollen, nichts anhaben können.

 

In diesem Kreis ist der Magier so sicher wie in einer Festung.

Die Männer und Frauen haben nie gelernt, wie sie sich vor den dunklen Wesenheiten schützen können, und das hat mich eines Tages dazu gebracht, etwas sehr Gewagtes auszusprechen:

Das ganze Unglück der Menschheit ist auf die niederen Liebes-Äußerungen der Männer und Frauen zurückzuführen.

 

Ja, wenn so viele Kriege und Epidemien ausbrechen, haben diejenigen die Schuld, die sich wie Tiere auf dumme, abstoßende, höllische Art lieben.

 

Mit ihrem Verhalten nähren und stärken sie Wesen, die darauf lauern, der Menschheit zu schaden.

 

Wenn die Männer und Frauen das wüssten, wären sie so traurig, unglücklich und angeekelt über ihr Tun, dass sie versuchen würden, richtig lieben zu lernen.

 

Die Vergeistigung der Liebe ist die Voraussetzung für die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden.

 

Alle jene, die Licht und Klarheit haben und ein hohes Ideal der Liebe besitzen, müssen wissen, dass sie mit dieser Energie, mit der Sexualkraft, dem Reich Gottes dienen können.

Dann sollen sie einander ruhig lieben und sich küssen, aber mit der Absicht, ihre Liebe der Verwirklichung einer göttlichen Idee zu widmen.

Unter dieser Bedingung gehen derart schöne Emanationen von ihnen aus, dass selbst die Engel angesichts einer solchen Schönheit erstaunt und bezaubert sind und den beiden Liebenden Geschenke bringen.

Ich wiederhole also, dass eure Gesten immer die gleichen sind, unabhängig davon, welcher Natur eure Liebe ist:

Ihr müsst euch dem geliebten Wesen nähern, es an euch drücken, umarmen und streicheln.

Nichts ändert sich.

 

Der Unterschied liegt allein in eurer Einstellung zu diesen Gesten, und darauf kommt es an.

 

Jemand sagt:

»Ah, ich habe gesehen, dass Soundso jemanden geküsst hat!« und verurteilt ihn.

Der Himmel achtet nicht auf den Kuss selbst, sondern auf das, was dahinter steckt;

und wenn sie einander etwas Schönes und Reines damit schenken, belohnt er sie.

 

Auf der Erde werden sie vielleicht von Unwissenden verurteilt, oben aber erwartet sie eine Belohnung.

 

Wenn ihr in eure Liebe ewiges Leben, Unsterblichkeit, Reinheit und Licht legt, und wenn ihr dem geliebten Menschen helft, aufzusteigen, vorwärts zu kommen und sich zu entfalten, dann ist es wirklich Liebe, denn die wahre Liebe verbessert alles.

Liebt ihr aber jemanden, und ihr merkt, dass es mit ihm bergab geht, müsst ihr euch über den Wert eurer Gefühle für ihn befragen und euch sagen:

»Ich habe diesen Menschen zerstört.

Vorher war er wunderbar und jetzt ist er ruiniert.«

Ihr habt also keinen Grund, besonders stolz auf euch zu sein und müsst euch bemühen, eure Fehler wiedergutzumachen.

 

Eure Liebe muss den anderen erheben.

 

Und nur wenn ihr seht, dass er sich unter dem Einfluss eurer Liebe entfaltet, dürft ihr stolz und glücklich sein und könnt dem Himmel danken, dass ihr ihm helfen und ihn beschützen konntet.

In der Regel aber kümmern sich die Menschen um derartige Dinge überhaupt nicht, und später kommen sie dann zu mir und sagen:

»Ich liebe ihn, oh, ich liebe ihn so sehr…« – »Ja«, antworte ich dann, »ich weiß, dass Sie ihn lieben, aber Sie lieben ihn genauso wie ein Huhn, das in den Kochtopf kommt und verspeist wird: Sie mögen es sehr gern, verschlingen es, und das war es dann.«

 

Nein, die Liebe darf die Wesen niemals verschlingen oder ihnen schaden.

 

Ihr seht, die Liebe, wie ich sie verstehe, unterscheidet sich sehr wesentlich von dem, was sich die unaufgeklärte, breite Masse der Menschen oder die Jugend unter ihr vorstellen kann.

 

Die Menschen können nicht richtig lieben, und dann wollen sie sich folgendermaßen bei mir rechtfertigen:

»Meister, Sie kennen die menschliche Natur nicht, sie ist fürchterlich!«

Ach so, ich kenne also das Wesen der Menschen nicht…!

 

Darauf erwidere ich, dass sie diese Natur ebenso gut bändigen und verfeinern können, wie sie sie so unzähmbar werden ließen.

 

In der Vergangenheit haben sie sich keinerlei Mühe gegeben, und jetzt haben sie natürlich mit einem sehr schwierigen Charakter zu kämpfen.

Das ist also die Erklärung;

sie sind selbst schuld und können sich nicht rechtfertigen.

Viele entscheiden sich dafür, überhaupt keine Anstrengungen mehr zu machen, da man sich angeblich nicht ändern kann.

 

Doch, man kann sich ändern.

 

Ab jetzt sollt ihr euch sagen, selbst wenn ihr auf große Schwierigkeiten stoßt:

»Der Meister hat von einer besonderen Liebe gesprochen und die will ich erfahren.«

 

Warum wendet ihr immer ein, dass sich die Realität von dem unterscheidet, was ich euch offenbare?

 

Die »Realität« – als könnte dieses Wort alles entschuldigen!

Aber es gibt verschiedene Arten der Realität.

 

Ich bestreite nicht, dass die Sexualität eine Realität ist, aber warum soll man sich nur auf diese niedere, primitive Tatsache beschränken, wenn es noch andere, ebenso reale, aber subtilere Stufen von ihr gibt?

 

Manche Wesen sind so weit fortgeschritten, dass sie diese Realität erfassen und leben können, und nichts auf der Welt kann sie mehr davon abhalten oder zum Kehrtmachen veranlassen.

Leider kann man aber auch die weniger weit Fortgeschrittenen durch nichts in der Welt dazu bringen, ihren Begriff der Liebe zu erweitern und sie auf eine höhere Ebene zu erheben;

sie missachten alle tiefen Wahrheiten, die ihre Rettung sein könnten, gleiten mehr und mehr in die Triebhaftigkeit ab und fühlen sich dann natürlich innerlich zerrissen und unausgeglichen.

 

Das ist ganz normal, denn ihre Liebe konnte nur einige Minuten bezaubern, und was bleibt ist nur Schlacke und Asche.

 

Man sagt:

»Es war so schön!«

Ja, es war… aber es ist nicht mehr, es war nur kurz, und aus Gold ist Blei geworden.

 

Die himmlische Liebe jedoch bleibt ewig Gold, nichts kann sie oxydieren.

 

Der Mensch hat eine Erbanlage, mit der er zu kämpfen hat.

Seit Tausenden von Jahren hat er sich ein bestimmtes Bild von der Liebe gemacht, das nun in seinen Zellen gespeichert und nur schwer wieder auszulöschen ist.

Aber auch wenn ihr eure Auffassung von der Liebe nicht von heute auf morgen ändern könnt, dürft ihr nicht an den Worten der hohen Meister zweifeln.

Wenn ihr euch nicht ändern könnt, bedeutet das nichts anderes, als dass ihr entweder verschroben oder schwach seid, nicht aber, dass euch die Eingeweihten täuschen.

 

Solange ihr niedere Neigungen in euch tragt, müsst ihr sie auch befriedigen.

 

Aber das darf euch nicht daran hindern, an eine mögliche Besserung zu glauben.

 

Sobald es euch gelingt, andere, höhere, göttliche Regungen in euch zu entwickeln, werdet ihr im Ozean der kosmischen Liebe schwimmen, während ihr euch bis dahin von wenigen, hier und dort verstreuten Tropfen genährt habt.

Und bedenkt nur, welche Enttäuschungen und welches Unglück man im Leben auf sich nimmt, um sie überhaupt zu finden!

Wenn ihr aber in den kosmischen Ozean getaucht seid, trinkt ihr davon in vollen Zügen und habt es nicht mehr nötig, den anderen ein paar Tröpfchen Liebe zu stehlen.

 

Ich weiß, dass meine Worte für manche unverständlich sind.

 

Aber sie sollen eben ihr Möglichstes tun und hoffen, dass sie in späteren Inkarnationen imstande sein werden, ihre Liebe umzuwandeln.

Man soll sich nicht dabei zugrunde richten.

Wer bereits in früheren Leben auf diesem Bereich gearbeitet hat, kann sich im Körperlichen leichter mit wenig zufrieden geben, sich später sogar vollkommen befreien und sich an der höheren Liebe auf spiritueller Ebene erfreuen.

 

Natürlich gibt es nur sehr wenige Menschen, die dazu fähig sind.

 

Wie viele Geistliche haben das Keuschheitsgelübde abgelegt, ohne zu wissen, worauf sie sich einließen!

Sie waren sehr jung und kannten weder sich selbst noch die menschliche Natur; und eines Tages, als die Instinkte und Leidenschaften in ihnen erwachten, wurden sie davon überwältigt.

Welch ein Trauerspiel!

Ja, was für ein Trauerspiel für die Nonnen und Mönche in den Klöstern!

 

Es ist vernünftiger, zu heiraten und Kinder zu haben, als sich irgendwo in einem Kloster zu quälen und angeblich die Braut Jesu zu sein, wenn man in seiner Vorstellung dauernd Ehebruch mit anderen begeht.

 

In diesem Fall sollte man lieber aus dem Orden austreten.

 

Gott ist viel großzügiger;

Er hat nie verlangt, dass man sich ihm gänzlich weiht, wenn man dafür in Qualen leben muss.

Er zieht es vor, dass man eine Frau oder einen Mann und Kinder hat und Gutes tut, anstatt ein unausgeglichenes, verworrenes Leben zu führen und mit all seinen unbefriedigten Wünschen die Atmosphäre belastet.

Sogar Heilige wurden ihr ganzes Leben lang von der Sexualkraft gequält, und erst kurz vor ihrem Ende – wenn überhaupt – fanden sie Frieden.

 

Die heilige Therese von Avila war zum Beispiel sehr leidenschaftlich und auch von der heiligen Therese von Lisieux weiß man nicht immer, wie sie gelebt hatte und welchen Versuchungen sie widerstehen musste.

Sie war nicht das kleine, liebe Mädchen mit dem zarten, feinen Gesicht, wie sie immer dargestellt wurde.

Nein, sie hatte ein kraftvolles und starkes Wesen.

Ich schätze sie und habe sie sehr gern, aber ich bin überhaupt nicht damit einverstanden, dass man sie, unter dem Vorwand, den Schein wahren zu müssen, so ungenau darstellt!

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