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»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«

 

Man liest und kommentiert die Evangelien, aber man ist oft weit von dem entfernt, was Jesus meinte.

Meistens interpretiert man die Worte und Taten aus seinem eigenen begrenzten Blickwinkel heraus, geht von seinen eigenen Mängeln und Fehlern aus.

 

Wenn man genau wissen will, was jemand meint, muss man sich, wie ich es schon oft sagte, in dessen Verstand versetzen.

 

Es gibt Methoden, um die Aussagen oder Schriften längst verstorbener Menschen zu verstehen.

All jene, die diese Methoden beherrschen, kommen zwangsläufig zur gleichen Schlussfolgerung.

Aber man kennt diese Methoden nicht und ist sich deshalb nicht einig.

Es gibt genauso viele Kommentare wie Kommentatoren.

 

Man hat jetzt genug von all diesen Interpretationen, schon allein in Bezug auf die Evangelien und will nichts mehr davon hören.

 

Das ist ganz normal.

Nehmen wir ein Beispiel.

 

Seit zweitausend Jahren zitiert man die Worte, die Jesus am Kreuz sprach:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.«

 

Alle Interpretationen dieser Worte unterstreichen das Vergeben.

 

Man soll genauso vergeben wie Jesus es tat, das ist alles.

 

Seit zweitausend Jahren versuchen diejenigen, die diesem Rat folgen wollen, ihren Feinden und denen, die ihnen wehgetan haben, zu vergeben.

Aber es gelingt ihnen nicht.

Warum nicht?

 

Weil Jesus ein Geheimnis kannte;

Solange man dieses Geheimnis nicht kennt, wird einem das Vergeben nicht gelingen, selbst wenn man sich Jesus als Vorbild nimmt.

 

Es genügt nicht, Jesus als Vorbild zu nehmen;

Solange man durch die eigenen Kenntnisse oder das eigene Verstehen keinen Kontakt zu seinem Wissen herstellen kann, bleibt er fern, unzugänglich und man kann ihn nicht nachahmen.

Im Übrigen glauben viele, dass er die Macht zum Vergeben besaß, weil er Gottes Sohn, Christus, war, aber wir Menschen diese Macht nicht besitzen.

 

Was ich euch jetzt erkläre, wird euch erlauben, allen, die euch wehgetan haben, zu vergeben.

 

Manche werden sagen:

»Aber wir wollen gar nicht vergeben!«

Gut, macht, was ihr wollt.

Aber ihr überlastet und quält euch damit selbst, und verleidet euch euer eigenes Dasein, seid unglücklich und traurig.

Denn es ist schrecklich, einen Groll in sich zu hegen.

 

Man muss etwas unternehmen, um aus dieser Situation herauszukommen.

 

Und da es nicht ratsam ist, seinen Feind umzubringen, um ihn loszuwerden, sollte man ihm lieber verzeihen, und ich will euch nun sagen wie.

 

Untersuchen wir nun einmal die Worte Jesu:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.«

Warum hat man diesen Satz nicht besser analysiert?

»Vater, vergib ihnen, denn…«

Jesus erklärt dem Herrn, dass und warum Er vergeben muss.

 

Wie ist das zu verstehen?

 

Kann man Gott etwas beibringen, was Er noch nicht weiß?

 

Warum muss man Ihm sagen »denn sie wissen nicht, was sie tun«?

Weiß der Herr nicht Bescheid?

Weiß Er nicht, dass die Menschen unbewusst, unwissend und dumm sind?

Musste Jesus Ihn aufklären?

Und anschließend, anstatt zu sagen:

»Ich vergebe ihnen«, sagte Jesus: »Vater, vergib ihnen«…

 

Warum sollte Gott vergeben?

 

Gott hatte doch gar nichts damit zu tun.

 

Er ist doch nicht ans Kreuz geschlagen worden, sondern Jesus.

 

In Wirklichkeit liegt das ganze Geheimnis der Vergebung in diesem Satz.

Als Jesus sagte:

»Vater, vergib ihnen…« verband er sich mit Gott.

Durch diese Verbindung stand er weit über seinen Feinden und Henkern.

 

Und von dieser Ebene aus konnte er sie nur bedauern;

Denn durch ihr Verhalten bewiesen sie, dass sie dumm waren, dass sie kein Licht hatten – also arm und erbärmlich waren, denn wenn das Licht fehlt, fehlt wirklich alles.

Von dem höheren Bewusstseinszustand aus, in den Jesus sich versetzt hatte, sah er das Elend der anderen so deutlich…

Dass er ihnen nicht einmal mehr vergeben brauchte.

 

Diese Formel ist eine psychologische Methode, die Jesus angewandt hatte, um innerlich auf sich selbst einzuwirken.

 

Ihr werdet sagen:

»Nein, ganz und gar nicht, Jesus wusste, dass Gott streng und unerbittlich ist, und dass Er seine Feinde strafen würde und deshalb bat er Ihn, sie nicht umzubringen.«

 

Nein, Jesus lehrte, dass Gott Liebe ist.

 

Warum hätte er auf einmal denken sollen, er müsste die Menschen vor dem göttlichen Zorn beschützen?

Wenn er das gedacht hätte, hätte er sich über den Herrn gestellt und hätte sich größer, großzügiger und barmherziger geglaubt als Er, und das ist unmöglich.

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«.

 

Diese Formel benutzte Jesus, um die letzte mögliche Spur von Groll zu besiegen und zu wandeln.

Denn glaubt nicht, dass Jesus immer so nachsichtig, sanft und freundlich war!

Ihr habt gelesen, was er den Pharisäern und Schriftgelehrten gesagt hat.

 

Er hat ihnen schreckliche Schimpfworte an den Kopf geworfen:

Blinde, Heuchler, Dummköpfe, übertünchte Gräber, Schlangen, Otterngezücht.

Es gab demnach etwas in ihm, was nicht verzeihen konnte.

 

Doch wollte er verzeihen.

 

Er wollte keine Spur von Feindseligkeit gegen die Menschen und sogar gegen seine Feinde mehr hegen.

 

Denn er selbst hatte gesagt:

»Liebet eure Feinde«, also musste er selbst damit beginnen.

 

Und die Bitte:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«, verlieh ihm auf einmal die Kraft, alles zu vergeben.

 

Wenn man diese Worte anders erklären will, kompliziert sich alles.

 

Dann müsste man annehmen, dass Jesus nicht besonders an die Liebe Gottes glaubte und er Ihm raten musste, gut und barmherzig zu sein;

Er hätte sich somit über Gott gestellt und das wäre Hochmut gewesen.

 

Nein, Jesus wandte eine rein psychologische, eine magische Formel an.

 

Durch diese Formel versetzte er sich selbst auf eine sehr hohe Ebene und seine Feinde auf eine sehr niedrige, um großes Mitleid in sich zu erwecken.

Wenn man sieht, wie unwissend, abgestumpft und kümmerlich die Menschen sein können, hat man kein Verlangen, sie noch kleiner zu machen.

 

Gerade das ist Edelmut.

 

Man ist edelmütig, wenn man groß ist und den Kleinen nicht angreift;

Wenn man stark ist und sich nicht auf den Schwachen stürzt.

 

Jesus war in seiner Liebe, seinem Wissen, und seiner Macht so erhaben, dass er vergeben konnte.

 

Denn sonst hätte er mit den Kräften, die er besaß, alle zerschmettern können.

Er hat deshalb vergeben, weil er nicht wie alle seine Vorgänger handeln wollte, die Diener der Gerechtigkeit waren und sich nach den Gesetzen richteten.

 

In der Gerechtigkeit gibt es keine Vergebung, da heißt es:

Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Jesus aber war gekommen, um Liebe, Erbarmen und Vergebung der Sünden zu lehren, und deshalb verteidigte er sterbend seine Feinde.

Wenn man das Geheimnis dieser Worte verstanden hat, kann man sie anwenden.

 

Sie erzielen außerordentliche Ergebnisse.

 

Wer aber geistig arm und schwach ist, ist zur Vergebung nicht imstande und will sich rächen.

 

Um denen vergeben zu können, die einem etwas angetan haben, muss man erhaben, innerlich reich, stark und lichtvoll sein und sagen:

»Ich will dem Armen vergeben, denn er hat kein Licht, keine Kenntnisse und keinen Edelmut!

Außerdem weiß er nicht einmal, in welcher Lage er sich befindet.

 

Die Gesetze der göttlichen Gerechtigkeit sind unerbittlich, und er wird den angerichteten Schaden unter Leiden wieder gutmachen müssen.

 

Ich bin dagegen bevorzugt, weil ich für das Gute, für das Reich Gottes, für das Licht arbeite.

Auch wenn ich im Augenblick ein Opfer bin.«

Wenn ihr so überlegt und die Herrlichkeit, in der ihr lebt, weil ihr den Weg des Guten gewählt habt, mit dem Elend und der Finsternis derer vergleicht, die ungerecht und bösartig sind, werdet ihr vom Mitleid ergriffen.

Was ihr durch kein anderes Mittel erreichen konntet, fällt euch auf diese Weise ganz leicht.

 

Manche werden sagen:

»Diese Einstellung ähnelt aber sehr dem Pharisäer im Evangelium, der im Tempel betete und dem Herrn dankte, nicht wie alle anderen Menschen und vor allem nicht wie der neben ihm kniende Zöllner zu sein.

Das ist Hochmut!«

 

Ganz und gar nicht.

 

Der Pharisäer brüstete sich damit, zweimal in der Woche zu fasten, den Zehnten seines Besitzes zu geben usw.

Und deshalb verachtete er den Zöllner, ohne daran zu denken, dass jener vielleicht besser war als er selbst.

 

Ich meine hier eine andere Einstellung.

 

Denn ich sage euch:

Wenn ihr Verleumdungen oder Ungerechtigkeiten zum Opfer fallt und euch der Herrlichkeiten, die Gott euch geschenkt hat, besinnt, sie alle aufzählt und seht, dass eurem Gegner all das fehlt, müsst ihr zwangsläufig daraus schließen, dass ihr in Wirklichkeit bevorzugt seid.

Im Moment triumphiert natürlich euer Feind.

 

Er hat es geschafft, euch etwas anzutun;

Aber dennoch ist er derjenige, der zu bedauern ist.

 

Wer etwas Böses getan hat und eines Tages auf die eine oder andere Weise von der göttlichen Gerechtigkeit gestraft wird, ist immer zu bedauern.

 

Seht ihr, das ist etwas ganz anderes.

Es ist gut, die Evangelien zu lesen, nur muss man sie auch vertiefen können und begreifen, was sich in dem Augenblick im Kopf und im Herzen Jesu tat, als er bestimmte Sätze aussprach.

 

Als er sagte:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«, verband er sich mit seinem Vater, um seinen Feinden, den Pharisäern und Sadduzäern, vergeben zu können.

Jesus, der rechtschaffen und ehrenhaft war, hatte sich unweigerlich ihre Feindschaft zugezogen, da er sie ständig kritisiert und gegeißelt hatte.

Man könnte natürlich sagen, dass Jesus nicht besonders diplomatisch oder psychologisch vorgegangen ist.

 

Er hätte im Voraus wissen müssen, dass er sich einer großen Gefahr aussetzt, wenn er intelligente und gelehrte Persönlichkeiten angreift, die die höchsten Funktionen bekleiden.

Immer wieder riss er ihnen die Maske vom Gesicht und deckte ihre Fehler auf und dies sogar in der Öffentlichkeit, vor der Masse.

Er sprach:

»Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen!

Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hinein gehen« (Mt. 23,13).

Er warf ihnen ebenfalls vor, sich die besten Plätze bei Festessen und in der Synagoge auszusuchen, die Witwen ihrer Habe zu berauben usw.

 

Wenn Jesus mit den Pharisäern vorsichtiger gewesen wäre, hätten sie ihm sicherlich nicht so viel Leid zugefügt.

Aber er provozierte sie.

Man muss wirklich offen gestehen, dass Jesus sie ständig herausforderte.

 

Meint ihr, dass die anderen sich eine solche Situation gefallen lassen sollten?

Das konnten sie gar nicht.

 

Sie verdienten natürlich jeden einzelnen Vorwurf, doch hätte Jesus sie auch ein bisschen weniger reizen können.

 

»Warum hat er es dann getan?«, werdet ihr fragen.

Damit sich die Schriften verwirklichten und seine Mission sich erfüllte.

So stand es geschrieben.

Wenn er den Pharisäern gegenüber nicht so gehandelt hätte, wäre er niemals gekreuzigt worden, die Geschichte hätte einen anderen Verlauf genommen, und nichts wäre so gekommen, wie es gekommen ist.

Seht ihr, Jesus musste im Augenblick des Sterbens an sich selbst arbeiten, um alles überwinden zu können.

 

Er hat diese Formel benutzt, um seinen Feinden vergeben zu können.

 

Es gibt auf der ganzen Erde keinen Menschen, der gegen niemanden Feindseligkeit oder Antipathie empfindet.

Selbst die am höchsten entwickelten Wesen können einige negative Gedanken oder Gefühle nicht vermeiden.

Nur verfügen sie eben über eine ganze Wissenschaft mit Methoden und Formeln, mit denen sie ihre Schwächen besiegen und umwandeln können.

Darin liegt ihr Verdienst.

 

Glaubt nur nicht, dass sie mit der ganzen Liebe, mit vollem Verstand, mit Weisheit und sämtlichen Tugenden geboren werden.

 

Nein, diese müssen sie erst erwerben.

Natürlich kommt der Mensch mit bestimmten Eigenschaften zur Welt, die er sich bereits in anderen Inkarnationen erworben hat, und Jesus hat einen großen geistigen Reichtum und unermessliche Tugenden mitgebracht.

Doch hatte er zweifellos noch ein oder zwei kleine Schwächen zu besiegen.

 

Ich weiß, dass die Christen so etwas nie akzeptieren werden, denn ihrer Ansicht nach, setze ich dadurch Jesus herab.

Nein, das stimmt nicht.

 

Im Gegenteil, wenn ich sehe, wie Jesus alles überwunden hat, wird er in meinen Augen nur noch größer.

 

Er hat sogar die Angst überwunden und besiegt, die ihn im Garten Gethsemane ergriffen hatte.

Welch ein Ringen, welch ein Kampf!

 

Die Angst ist eine jahrtausendealte Kraft, die im menschlichen Körper verborgen ist und die Jesus besiegt hat.

 

In Angstschweiß gebadet, bat er seinen Vater:

»Ist’s möglich, so gehe dieser Kelch von mir…«

Aber sofort darauf.

»Doch nicht wie ich will, sondern wie Du willst«.

 

Und am Kreuz schrie Jesus:

»Elohi, Elohi, lama sabachthani?«, was bedeutet:

»Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?«

Um so etwas zu sagen, um sich von Gott verlassen zu fühlen, muss er wirklich große Betrübnis und Qualen erlitten haben.

In Wirklichkeit hatte Gott ihn nicht verlassen.

 

Aber selbst die höchsten Eingeweihten können sich verlassen fühlen.

 

Danach hatte Jesus die Fülle und das Licht wiedergefunden und starb mit den Worten:

»Ich befehle meinen Geist in Deine Hände.«

 

Ihr dürft nicht glauben, dass ich damit den Ruhm Jesu vermindere.

Keinesfalls.

Ich halte Jesus für sehr groß, für viel größer als manche, selbst Gläubige, es tun, die in Wirklichkeit noch gar nicht wissen, wer Jesus war.

Ja, Jesus ist in meinen Augen sehr erhaben gewesen, auch wenn ich zwischen ihm und Christus einen Unterschied mache.

 

Der Mensch besitzt zwei Naturen:

Eine niedere Natur, die ich Personalität und eine höhere Natur, die ich Individualität genannt habe.

 

Mit der Kenntnis dieser beiden Naturen kann man die verschiedenen Zustände verstehen, die ein Mensch durchmacht.

 

Im Allgemeinen bringt man alles durcheinander.

Die Christen sagen »Jesus« oder »Christus«, ohne irgendeinen Unterschied zu machen.

 

Jesus war der Mensch, der zu einer bestimmten Zeit in Palästina gelebt hat, und Christus ist das göttliche Prinzip, das in Jesus nieder gefahren war und sich durch ihn manifestierte.

 

Leider kann selbst der höchste Eingeweihte nicht ununterbrochen seine göttliche Natur äußern.

Wenn Jesus erschöpft war, äußerte sich also der Mensch, das heißt die Personalität.

Und der Mensch kann Feindseligkeit empfinden, Angst vor dem Tod haben und sich von Gott verlassen fühlen.

 

Wenn Christus in diesem Augenblick am Kreuz gesprochen hätte, wie hätte er, da er doch Gott ist, sich selbst verlassen können?

 

Jesus konnte ermüden, Hunger und Durst haben oder Schlaf benötigen.

Das ist normal.

 

Aber wenn Christus sich durch ihn äußerte, sagte er:

»Ich und der Vater sind eins; – Ich bin das Brot des Lebens; das vom Himmel herabgekommen ist; – Ich bin das Licht der Welt; – Ich bin die Auferstehung und das Leben; – Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; – Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.«

Seht ihr, das ist ganz eindeutig, nicht wahr?

 

Für das Menschliche kann es von Zeit zu Zeit Lücken, Mängel oder eine Verdunkelung geben.

 

Aber wenn das göttliche Prinzip sich manifestiert oder spricht, gibt es weder Irrtum noch Schwäche.

 

Wenn man die Evangelien oder irgendein anderes heiliges Buch liest, muss man diesen Schlüssel besitzen, um zu wissen, wann der Mensch und wann die Gottheit sich durch ein Wesen äußert.

Für euch gilt genau das Gleiche.

 

Ihr müsst wissen, dass auch ihr zwei Naturen habt:

Eine menschliche und eine göttliche.

Ihr dürft sie nicht miteinander verwechseln.

Aber gerade auf diesem Gebiet irrt man sich oft und macht die meisten Fehler.

 

Wenn die göttliche Stimme ihre Ratschläge gibt, glaubt man ihr nicht und macht Dummheiten.

 

Aber sobald die Personalität sich äußert, hört man sofort auf sie und macht wiederum Dummheiten!

Man muss die beiden zu unterscheiden wissen.

Ihr habt euch noch nicht genug damit beschäftigt, um die beiden Naturen voneinander unterscheiden zu können und zu wissen, auf welche ihr hören sollt.

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, weil er kolossale Folgen nach sich zieht.

 

Alles Leid des Menschen kommt daher, dass er nicht zu unterscheiden vermag, wann er von seiner Personalität und wann er von seiner Individualität beeinflusst wird.

 

Ich habe schon so oft über dieses Thema gesprochen.

Ich bestehe immer wieder darauf, aber ihr achtet nicht darauf.

Ihr lasst dieses Thema beiseite, weil ihr es nicht besonders interessant findet.

Dennoch hängt gerade davon euer Fortschritt, euer Erfolg und euer Glück ab.

 

Es gibt nichts Wichtigeres als zu wissen, was in euch vorgeht, woher eure Impulse und Inspirationen kommen.

 

Als Jesus das erste Mal über seinen Tod sprach, sagte Petrus zu ihm:

»Herr, nein, das soll dir nicht widerfahren!«

Und Jesus antwortete:

»Hinweg von mir, Satan!

Du bist mir ein Fallstrick, denn du sinnst nicht, was göttlich ist, sondern was menschlich ist.«

 

Hier sieht man deutlich, dass Jesus nicht nur den Gedanken Gottes und den Gedanken des Menschen – die Individualität und die Personalität – klar unterschied, sondern dass er erkannt hatte, dass der Teufel ihn versuchte, denn er sagte ja:

»Hinweg von mir, Satan!«

Der Kampf zwischen Individualität und Personalität wiederholte sich im Garten von Gethsemane.

 

Dort versuchte seine Personalität ihn nicht durch eine andere Person, sondern durch ihn selbst. Auch dort sagte er ihr:

»Schweig!« und zum Herrn: »Nicht wie ich will, sondern wie Du willst!«

Und das genügte.

 

Er musste leiden, zugrunde gehen und trotzdem sagte er:

»Dein Wille geschehe!«

 

Er stieß die Personalität zurück und beugte sich der Göttlichkeit.

 

Aber wer erklärt die Dinge schon auf diese Weise?

Man sagt immer:

»Im Garten von Gethsemane begann Jesus die Angst vor dem Tode zu spüren.

 

Als er gekreuzigt wurde, sagte Jesus:

Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.«

Doch sieht man nichts von den initiatischen Wahrheiten, die in diesem Augenblick seines Lebens enthalten sind.

Man sieht weder, dass es sich dabei um psychische Vorgänge handelt, um entgegengesetze Kräfte, die miteinander kämpften, noch achtet man darauf, welchen Anteil die Person selbst in diesem Kampf übernahm.

 

Die Worte, die Jesus am Kreuz sagte:

»Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun«, lassen sich nur durch einen Kampf zwischen der Personalität und der Individualität erklären.

 

Und aus diesem Kampf ging die Individualität siegreich hervor.

 

Glaubt nicht, dass es Jesus leicht fiel, Leuten zu vergeben, die ihn verhöhnt, geschlagen, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt hatten!

Doch verband er sich mit seiner Individualität, mit seinem Himmlischen Vater und durch Ihn hindurch, durch die unermessliche Liebe und das Licht Gottes, hat er seinen Feinden und Henkern verzeihen können.

 

Glaubt mir, nur wer sein ganzes Leben lang nach der Vereinigung mit Gott gestrebt hat, das Göttliche auf sich gelenkt hat und von der Göttlichkeit eingenommen ist…

Kann wirklich so vergeben, wie Jesus es tat.

 

Ihr solltet euch als äußerst bevorzugt und geistig reich betrachten, da ihr in einer Einweihungsschule seid und schon so viele Verbindungen und Erfahrungen mit der göttlichen Welt machen durftet.

Ihr solltet diesen Reichtum anzuwenden wissen.

 

Wenn man euch ungerecht behandelt, müsst ihr euch sagen:

»Mein Gott, wie unwissend, arm und schwach dieser Mensch ist! Er verdient wirklich, dass ich ihn bedaure und sogar etwas für ihn tue.«

 

Auf diese Weise vergebt ihr und habt alles gewandelt.

 

Anstatt Groll und Rachegelüste zu nähren, ist sofort alles ausgelöscht.

 

Seid großzügig und dankt dem Herrn!

 

Ohne dieses Wissen gibt es euer ganzes Leben lang Gelegenheiten, um euch selbst zu quälen.

Da ihr euren Feind nicht vernichten könnt, lebt ihr mit Groll im Herzen, der euch nicht wieder loslässt und euch das Dasein vergiftet.

Euer Feind geht dabei in Ruhe spazieren, er isst, er trinkt, er schläft und treibt seine Geschäfte, während ihr euch selbst zugrunde richtet.

 

Man muss also vergeben können.

Ja, aber wenn man dumm und unwissend ist, kann man nicht vergeben, denn dazu muss man dieses Wissen besitzen.

❤️ Bitte hilf uns diese Lehre zu verbreiten und teile diesen Beitrag mit deinen Freunden 😉 Vielen Dank!