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Die Individualität bringt das wahre Glück.

 

Freier Vortrag.

Lesung des Tages-Gedankens:

 

»Allein in der Stille wird Gottes Stimme vernehmbar.

 

Lässt sich der Mensch von dieser Stimme leiten, so wandelt er auf dem Wege des Glücks und der Ewigkeit.«

 

Dieser Gedanke muss eingehender erklärt werden.

 

In ihm sind die Worte »Glück« und »Ewigkeit« enthalten, ihr werdet sehen, sie stehen nicht etwa zufällig im gleichen Satz.

 

Aber werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Menschen, um zu sehen, was sie unter Glück verstehen.

Ein jeder gebraucht das Wort und sagt:

»Ah! Welch ein Glück!…

Oh, wie bin ich glücklich!…

Wie glücklich wäre ich, wenn ich nur dieses oder jenes hätte!…«

Betrachtet man jedoch aus der Nähe, was sie unter »Glück« verstehen, so stellt sich heraus, dass es sich dabei nur um flüchtige Gefühle von kurzer Dauer, ja häufig um Illusionen handelt, einen Gemütszustand, der sie für einige Augenblicke oder Stunden in Zufriedenheit und Wohlbehagen versetzt.

Das ist es, was sie Glück nennen. Genießt einer köstliche Speisen und Getränke, reist in ferne Länder, küsst ein hübsches Mädchen, mit anderen Worten, verspürt angenehme Gefühle, welche nur die fünf Sinne belangen, pflegt er zu sagen:

»Was für ein Glück!…

Ich bin restlos glücklich!«

 

Wirkliches Glück indessen, meine lieben Brüder und Schwestern, ist etwas ganz anderes!

 

Sich vorzustellen, man sei erst dann glücklich, wenn man ein Haus, eine Frau hat, Ruhm, Wissenschaft oder Schönheit erwirbt, ist ein Irrtum!

 

Seit Tausenden von Jahren beweist die Menschheitsgeschichte, dass das Glück nicht darin zu finden ist, und wenn, dann nur für kurze Zeit.

Um solches Glück zu erfahren, wie die Eingeweihten und Weisen es erlebt und verwirklicht haben, ist es notwendig, den Aufbau des Menschen und des Universums zu kennen.

 

Ohne das Wissen um diesen Aufbau wird man des wahren Glückes nie teilhaftig.

 

Ich erzählte euch schon mehrmals von jenem Yogi, den Alexander der Große besuchte, als er sich in Indien aufhielt.

Er hörte dort von einem außergewöhnlichen Menschen, der weder Haus noch Geld, noch Frau oder Kinder hatte und auch sonst nichts besaß, aber in reiner Glückseligkeit lebte:

Er verfügte über hohe geistige Fähigkeiten, er wusste alles und war all sehend.

Eines Tages nun, suchte Alexander der Große ihn auf und traf ihn auf seinem Lager sitzend in tiefer Meditation und innerer Beglückung, das Antlitz von lichter Freude verklärt.

Er trat zu ihm, grüßte ihn und sagte, wie erfreut er sei, einem Menschen zu begegnen, von dem man sich so viel Wunderbares erzähle und lud ihn zu sich nach Mazedonien in seinen Palast ein, wo er hinfort in Reichtum und Ehren leben könne.

Jedoch der Weise, mit einem Blick voll Mitleid und Nachsicht antwortete ihm, dass er all dies nicht benötige und sich sehr wohl fühle wo er sei.

»Wie?«, rief Alexander erzürnt,

»du weigerst dich, mir die Ehre zu erweisen und meiner Einladung Folge zu leisten?

Weißt du denn nicht, Unseliger, dass ich dich dafür töten lassen kann?

Ein Befehl von mir, und mit dir ist es vorbei!«

Der Weise sagte lächelnd:

 

»Du kannst mich nicht töten, der Tod hat keine Macht über mich, ich habe ihn besiegt.

Du hingegen tust mir Leid mit all deinem Besitztum.

Welch eine Bürde und Verantwortung!

Wie unglücklich bist du!«

So wurde Alexander der Große, der Sieger über alle Heere, zum ersten Mal von einem Mann überwunden, der keinerlei Waffen besaß.

Beschämt kehrte er zurück und dachte lange über das nach, was er soeben gesehen und vernommen hatte.

 

Wie war der Weise wohl zu einer solchen Glückseligkeit gelangt?

 

Ihr werdet es gleich verstehen.

 

Es wird oft behauptet, einfache, primitive Menschen seien glücklich, wohingegen gebildete und zivilisierte Menschen durch ihre Weiterentwicklung empfänglicher sind für Schmerz und Widerwärtigkeit, Wechsel ihrer Lebensbedingungen oder Partner und darum auch rascher unglücklich.

So wird das Glück im Allgemeinen verstanden:

Je tiefer man hinabgeht zu niederen Stufen, desto glücklicher fühlt man sich.

Warum dann nicht gleich bis zu den Tieren hinunter?

Sie sind glücklich.

Es könnte sogar sein, dass die Pflanzen noch glücklicher sind, denn sie leiden nicht.

Und die Steine erst?

Sie fühlen überhaupt nichts, also ist dies noch besser.

Seht, welch eine Logik!

 

Wie soeben gesagt, ist das Glück, wie die Menschen es gewöhnlich erleben, eine Verfassung, die nur kurz dauert.

 

Eine Weile lang fühlt man sich sehr wohl:

Man ist beruhigt und gelassen, empfindet eine Entspannung, Zufriedenheit und Freude und denkt sich:

»Das Leben ist schön. Ich bin glücklich…«

 

Doch schon wenige Augenblicke später ist es bereits vorbei.

 

Warum wohl?

 

Weil man sein Glück auf etwas Schwankendem und Vergänglichem baute, und demnach ist es kein echtes Glück.

 

Wo also kann man es finden?

 

In einer Sphäre, wo das Material seinen Glanz nicht verliert, weder oxidiert noch verwittert.

Es gilt also eine Ebene zu erreichen, eine Welt, die den Eingeweihten wohl vertraut ist;

deswegen ist denn auch ihr Denken, Lieben, Handeln und Wirken auf das eine Ziel gerichtet, in diese Gegend zu gelangen, wo ungetrübtes Glück waltet.

Sie sind, was immer auch geschieht, wie die Lebensumstände auch sein mögen, immerfort beglückt, denn sie haben einen festen, unwandelbaren, ewig währenden Grund gefunden.

 

Nur was ewig dauert, birgt wahres Glück in sich.

 

Deswegen ist es auch nur schwer zu erlangen.

 

Der Mensch muss seelisch reif, einsichtig und rein sein, um jene Höhe zu erreichen, wo grenzenloses Glück ihn durchströmt.

Die Leute irren, wenn sie meinen, sie könnten glücklich werden, indem sie unwissend, grausam und leidenschaftlich bleiben.

 

Oh nein, denn Glück ist nicht aus dem gleichen Stoff wie Dummheit und Bosheit.

 

Gewiss, man kann sich darüber freuen, seinem Nachbarn etwas gestohlen zu haben, aber schon bald stellt sich Unruhe ein, man kann nicht mehr schlafen:

Das Glück ist dahin.

Also war es denn auch kein Glück.

 

Wahres Glück ist eine seelische Verfassung, die unveränderlich währt.

 

Ihr werdet sagen:

»Aber im Leben ändert sich doch alles!«

Ja, aber nur im Leben.

 

Ihr hingegen, ihr könnt euch mitten in Krankheit, Krieg oder Hungersnot befinden und trotzdem glücklich sein.

 

Warum?

 

Weil euer Bewusstsein nicht von dem erfüllt ist, was um euch herum geschieht:

Für jede Schwierigkeit, jede Prüfung findet ihr eine Erklärung, eine wahre Deutung, welche euch beruhigt und tröstet;

denn ihr seid sehr hoch hinauf gekommen und wisst, wie die Dinge zu werten sind.

Bestiehlt man euch, greift man euch an, sind dies noch lange keine Gründe dafür, unglücklich zu sein, denn ihr seid euch bewusst, dass es vorbeigeht, ihr unsterblich seid und nichts euch erreichen kann.

Da, wo andere jammern und sich beklagen, lächelt ihr nur.

 

Wirkliches Glück findet sich in hohen Sphären.

 

Es ist innere Ausgeglichenheit, Seligkeit, Verzückung

– das Nirwana, wo Harmonie und Reinheit, Schönheit und Liebe regieren.

 

Dieses Glück besitzen wir alle, wir tragen es in uns, jedoch ohne es zu wissen, weil wir uns an der Oberfläche, an der Peripherie aufhalten, wo nur Täuschung und Unbeständigkeit ist.

Glück setzt eine hohe Stufe geistiger Entwicklung voraus, größte Reinheit, ansonsten gelingt es einem höchstens, ein paar armselige kleine Freuden zu erhaschen, an deren Stelle sehr bald hartes Leid tritt, als hätte man dieses Glück irgendwo gestohlen.

 

Zeigt mir jemanden, der ein auf unerlaubte Weise in unteren Bereichen an sich genommenes Glück nicht teuer bezahlte.

 

Ich will Illusionen zerstören und euch zeigen, dass ihr des Glückes teilhaftig werden könnt, jedoch unter der einzigen Bedingung, dass ihr Licht, Reinheit und Beständigkeit besitzt, denn aus ihnen besteht das Glück.

Es ist genau wie beim Frieden.

Auch der Friede, wie ich euch bereits zeigte, besteht nicht nur aus einer einzigen Eigenschaft, sondern er ist eine Synthese.

 

In gleicher Weise ist auch das Glück die Vereinigung zahlreicher, vollkommen entfalteter Eigenschaften.

 

Aber die wichtigste ist die Beständigkeit.

 

Ist der Mensch von allem Vergänglichen und Trügerischen enttäuscht und beginnt nach Dauerhaftem, Unvergänglichem, Ewigem zu suchen, d.h. sich dem Geist, Gott zuzuwenden, dann nähert er sich dem wahren Glück.

Hat er es erlangt, so bleibt es ihm für immer erhalten, niemand kann ihm mehr etwas anhaben, ihn unglücklich machen.

Was ihm auch widerfährt, sei er arm oder mit Gütern gesegnet, mag er von einer Frau geliebt sein oder nicht, berühmt oder geschmäht, er steht über allem Wandelbaren, schwebt über dem irdisch Wechselnden, lebt im Ewigen.

 

Doch ist dies eine Sprache, die vielleicht nicht jedem zugänglich ist.

 

Aber was kann man da tun?

 

Ein unerfahrener Jüngling sagt schon mal zu einem Mädchen:

»Liebling, ich will dich glücklich machen…«,

und dabei weiß er nicht einmal was Glück ist;

er selbst ist nicht glücklich und möchte ein junges Mädchen beglücken?

Oder aber eine Frau sagt zu ihrem Gefährten:

»Ich mache dich glücklich.«

Aber wie werden sie es fertig bringen?

 

Mit ihren Mängeln, ihrer Unbeherrschtheit und ihrer Reizbarkeit machen sie sich gegenseitig unglücklich!

 

Ja, genau… und werden viele Kinder haben!

Vergesst die Märchen!

Ich für mein Teil glaube nicht an solches Glück.

Natürlich, es wird ein paar glückliche Momente für sie geben, aber sie selbst sind wie Gefangene, denen man jeden Tag einige Minuten zum Luftholen gibt, und aufs Neue:

Rein in die Zelle!

Oder es ist wie bei Zahnschmerzen:

Sie halten einen Augenblick inne und packen uns dann erneut.

 

Meine lieben Brüder und Schwestern, um glücklich zu sein braucht der Mensch einen Anhaltspunkt, auf den er sich verlassen kann und der ihm sein Gleichgewicht sichert:

 

In der Physik nennt sich dies das stabile Gleichgewicht.

Schaut euch ein Pendel an:

Es schlägt von links nach rechts, kehrt aber immer wieder in seine Ausgangsstellung zurück, denn es ist an einem festen Punkt aufgehängt.

Diesen Punkt muss der Mensch in seinem Inneren finden und sich daran festhalten.

 

Solange er die Dinge nicht richtig beurteilt, sie nicht fühlt und nicht weiß, wie sie zu behandeln sind, ist er allen Stürmen ausgesetzt, verstört und verängstigt.

 

Ich wies euch bereits gestern darauf hin:

Glück ist nichts weiter als eine innere Einstellung, ein Verstehen, Fühlen und Handeln, eine Haltung.

Aber um dies zu erreichen, muss man bestimmte Kenntnisse haben und sich darin üben.

Darum wird das Glück nur jenen zuteil, welche es durch eine geistige Arbeit an sich selbst, durch ein Studium, eine Disziplin erwerben.

 

Nun seht ihr, weshalb das Glück eine Zusammenfassung ist:

Versteht und fühlt man die Dinge in ihrem wahren Sein, führt dies zu richtigem Handeln, und man lebt im Glück.

Aber hierzu muss man in einer Einweihungsschule sein und einen Meister zum Vorbild haben.

Ihr seht, warum es notwendig ist, in eine Einweihungsschule zu gehen.

Ganz einfach, um zu lernen glücklich zu sein.

Ansonsten wird man nur das Glück finden, das alle Welt kennt und nichts darüber.

 

Das Glück wird einem nicht zugeschoben wie ein Stück Ware.

 

Es verlangt ein ausdauerndes Studium, eine harte Arbeit, sein Denken, Fühlen und Wollen bis zum Himmel empor zu heben.

Erst von da an könnt ihr aus dem unendlichen Meer der Liebe und Glückseligkeit schöpfen.

Vor allem aber müsst ihr es zur Beständigkeit gebracht haben, müsst euch an den halten, der unwandelbar und beständig ist.

Dann könnt ihr aussprechen:

»Ich bin beständig, Sohn des Beständigen, gezeugt und geboren im Reich der Beständigkeit.«

 

Solange ihr unstet, zögernd und wankelmütig seid, ist das Wort Glück fehl am Platze.

 

Ihr habt ein paar Wohlgefühle, kostet ein paar Minuten der Wonne und bildet euch ein, dies sei das Glück.

Aber schon wird es euch geraubt, ihr könnt es nicht zurückholen, und ihr weint… und weint.

 

Von der Liebe wird das Gleiche behauptet.

 

Ihr kennt sicher alle den Schlager:

»Liebesfreude währt nur kurze Zeit, Liebesleid, ach, eine Ewigkeit!«

Wo es doch in Wirklichkeit gerade umgekehrt sein sollte:

 

Habt ihr die Liebe gefunden, kann keiner sie euch nehmen.

 

Sie ist euer, für immer, wie das Glück.

 

Aber die Liebe, ja die Liebe…

 

Auch darüber müsste eingehend gesprochen werden, um zu beschreiben, wie und wo die Menschen sie suchen.

Denn das eigentliche Wesen der Dinge entgeht ihnen.

 

Sucht nicht unten nach dem Glück, meine lieben Brüder und Schwestern, dort ist es nicht zu finden.

 

Was ihr Glück nennt, sind kleine Aufwallungen, Strohfeuer, ein kurzes Aufleuchten, das gleich erlischt wie ein Feuerwerk, und danach fällt man wieder zurück in Entbehrung und Elend.

 

Glückseligkeit ist für mich und alle Eingeweihten ein Bewusstseinszustand der anhält, woraus sich aller Reichtum schöpfen lässt. Doch ist dies nicht einem jeden bestimmt.

Glückseligkeit erfahren weder die Steine noch die Pflanzen oder Tiere, ebenso wenig wie die Menschen.

Nein, den Menschen ist es nicht gegeben glücklich zu sein, auch den Übermenschen nicht.

 

Die Übermenschen leisten viel Großes, vollbringen überragende Werke, aber sie sind nicht glücklich.

 

Man muss mehr sein als ein Übermensch, um wirklich glücklich zu leben.

Glückseligkeit fängt erst im Reich der Engel an, denn es ist eine Gemütsverfassung, worin es keinerlei Finsternis, keine Unreinheit oder Schwäche mehr gibt.

Deswegen sind die Engel glücklich, sie leiden nicht;

Übermenschen jedoch leiden weit mehr als andere, weil sie empfindsamer sind.

 

Warum sind eigentlich von der Zivilisation unberührte Menschen glücklicher als hochgebildete?

 

Weil sie in der Natur leben und sich mit wenigem begnügen.

Auch die Landleute mit Frau und Kindern, welche bisweilen mit ihrem Vieh unter einem Dach wohnen, sind glücklich.

Es geht da zwar nicht besonders fein zu, noch ist es sauber, es riecht übel, aber das macht nichts, sie sind glücklich.

Und welches Glück!

 

Je mehr man sich bildet, je mehr man studiert, desto unglücklicher fühlt man sich, so wird behauptet.

 

Warum wohl?

 

Man wird wählerischer, anspruchsvoller, ichbezogener;

Bedürfnisse und Wünsche nehmen zu, und alles wird kompliziert:

Man ist mit niemandem mehr einverstanden und erträgt nichts mehr.

 

Der Grund dafür sind Schulbildung, Technisierung, die ganze heutige Zivilisation, denn heute ist die Erziehung darauf ausgerichtet, den Egoismus im Menschen zu fördern, seine Personalität zu entwickeln:

 

Ein jeder sucht nur seinen eigenen Vorteil, und es entstehen Streitigkeiten, es folgen Scheidungen usw.

Wohingegen die einfachen Menschen einander ertragen, sich lieben, keine hohen Ansprüche stellen.

Würden Weise, wahre Pädagogen, Eingeweihte die Verantwortung der Erziehung übernehmen, verbreiteten sie andere Methoden.

Welche nicht mehr die Personalität, sondern jene andere Natur, von der Einweihungswissenschaft Individualität genannt, fördern, die freigebig, uneigennützig, aufopferungsbereit ist.

Heutzutage erzieht man die Menschen nicht mehr, beschränkt sich lediglich darauf, ihre Personalität zu entwickeln, und so tun sie denn auch, als wären sie allein auf der Welt;

sie halten sich für den Mittelpunkt des Universums und erwarten, dass ein jeder bereit ist, ihnen zu dienen.

 

Ich frage euch, wie sollen sie mit einer solchen Einstellung zusammen weiterleben?

 

Von da kommen Streit, Aufruhr und Schlägereien, von der ausschließlichen Entwicklung der Personalität.

 

Die Schuld ist bei Schule und Universität zu suchen, welche die Ausbildung in die verkehrte Richtung leiten.

Angenommen, ich übernehme die Leitung des Bildungswesens, so würde ich die Erziehung in eine völlig neue Richtung lenken, und alles änderte sich von Grund auf.

Natürlich würde dies einige Jahre in Anspruch nehmen, aber es gäbe eine völlige Wandlung.

Die Personalität wurde viel zu sehr gefördert, glaubt mir, ich weiß wozu sie fähig ist, ich habe sie in allen Einzelheiten erforscht.

 

Die Psychologen kennen sehr viele Dinge, die vielleicht sehr nützlich sind, jedoch finde ich, sie haben das Wesentliche übersehen.

 

Es gibt keine Abhandlung über Personalität und Individualität, worin diese beiden Naturen, die höhere und niedere, ihre Handlungsweisen und die daraus entstehenden Folgen dargelegt werden.

Ich meinerseits befasse mich mit dem Wesentlichen:

mit der Personalität und der Individualität, deren Ergründung den Schlüssel zur Lösung sämtlicher Lebensprobleme liefert.

 

Die meisten Leute bleiben lieber allein in ihrer Ecke, um ihre Ruhe zu haben und Ärger mit anderen zu vermeiden.

 

Sicher, von Zeit zu Zeit fühlen auch sie das Bedürfnis, die anderen zu treffen, irgendwo tanzen zu gehen, bleiben aber innerlich verschlossen, abgekapselt und wünschen alleine gelassen zu werden.

Warum wohl?

 

Und weshalb gibt es Menschen, die im Gegenteil dazu Freude, Kraft und Entfaltung in Gemeinschaft mit anderen finden?

 

Die ersteren werden von Saturn, die letzteren von Jupiter beeinflusst.

Es sind dies zwei gegensätzliche Planeten.

Saturn ist trübsinnig, pessimistisch, er zieht sich wie ein Einsiedler allein in seine Höhle zurück;

will niemanden sehen, vor allem keine Frauen, sie sind ihm verhasst.

Früher nämlich war er verheiratet, aber seine Frau ließ ihn sitzen, den Ärmsten, das trägt er ihr nach, verzeiht es den Frauen im Allgemeinen nicht, obschon er seinen Ring behielt – ihr wisst schon –, den Reif.

Auf diese Idee sind die Astronomen nicht gekommen!

Nun ist er traurig und unglücklich, er will seine Ruhe haben.

Jupiter hingegen ist großzügig, freundlich, liebevoll, sucht immer die Gesellschaft anderer, um ihnen etwas zu schenken.

Von mir weiß ich nicht, bin ich nun ein Saturn- oder Jupiter-Typ, aber ich beobachte mich und sage mir:

Wie kommt es, dass mir, wenn ich alleine bin, die Zeit lang wird, der Antrieb fehlt, ich traurig werde.

Hingegen in der Bruderschaft bin ich glücklich!

Ist dies nicht ein wenig Jupiter-haft?

Ich stelle mir die Frage, wie ihr seht.

Andere wiederum, sind sie in Gemeinschaft, fühlen sie sich sogleich unbehaglich und ziehen sich schleunigst wieder zurück.

Daraus lässt sich vieles schließen.

 

Statt von Jupiter und Saturn zu sprechen, könnte ich Ausdrücke der hohen Psychologie verwenden wie extravertiert und introvertiert.

 

Oder auch schizophren und paranoid.

 

Aber ich ziehe Einfachheit und Klarheit vor.

 

Man kann noch viel über das Glück sagen, aber das Wichtigste ist, sich zu merken:

Man kann nicht glücklich sein, solange man einen zu engen Horizont hat.

Zum Glücklichsein muss man sich öffnen, sich weiten bis ins Unendliche und Einswerden mit dem Weltall, der Unermesslichkeit und Ewigkeit.

 

Also kann auch ein selbstsüchtiger, ichbezogener, abseits lebender Mensch nicht glücklich sein;

 

denn er ist verschlossen, unzugänglich, und kann seine Seele dem Unermesslichen nicht auftun.

Wessen Herz jedoch von Liebe erfüllt ist, der lebt im Einklang mit dem Universum, schwingt sich auf in den unendlichen Raum, alle Schranken weichen, ihm begegnen keine Hindernisse mehr und das Glück verlässt ihn nimmer.

 

Also ist es nur die Liebe, unendliche Liebe, welche zum Glück führt.

 

Wahre Liebe allein bringt Glückseligkeit, nur sie vermag es;

weder Wissen noch Philosophie.

Die viel Wissen erworben haben, sind nicht glücklich, hingegen der, dessen Herz von Liebe überströmt, ist glückselig, selbst wenn es mit seinem Wissen nicht weit her ist.

Und warum wohl?

 

Weil Gott Glück und Liebe zusammenfügte, sie dem Menschen ins Herz legte, nicht in seinen Verstand noch in sein Wissen.

 

Wissen und Kenntnisse tragen uns das Glück nicht zu;

sie bahnen den Weg, weisen die Richtung, verhelfen zur Einsicht, sind aber außerstande, glücklich zu machen.

Die sich mit viel Wissen überladen haben sind unglücklich:

»Wo viel Wissen ist, da ist viel Gram; und wer viel lernt, muss viel leiden«, sagte bereits Salomon.

Alle, die viel Wissen anstreben, werden immer mehr von Sorge und Unruhe befallen, denn Wissen bringt Erleuchtung und dieses Licht lässt häufig Dinge sehen, welche man am liebsten übersäe.

 

Wohingegen Glück ein Gefühl, eine Herzensempfindung ist.

 

Darum muss man lieben, will man glücklich sein, jedoch mit Weisheit.

 

Liebe und Weisheit sind miteinander verbunden.

Die Weisheit lehrt die Liebe, wie sie lichtvoll werden, wie sie lieben soll, und die Liebe zeigt der Weisheit, wie sie sich erwärmen kann.

Denn sie ist kalt.

Solchermaßen helfen Liebe und Weisheit einander, und ein Mensch, der sie beide besitzt, lebt in der Wahrheit.

 

Seid ihr glücklich und erleuchtet, so seid ihr in der Wahrheit.

 

Ohne Glück und Licht ist die Wahrheit undenkbar.

 

Angenommen, ihr habt weder Liebe noch Weisheit, seid weder glücklich noch im Licht und beteuert:

»Ich stehe in der Wahrheit«,

so entgegne ich euch:

»Dies ist ausgeschlossen.«

Die Wahrheit gleicht einer Medaille, deren eine Seite die Liebe, die andere Seite die Weisheit ist, und diese Medaille heißt Wahrheit.

Diese Gedankengänge mögen diejenigen befremden, welche sie zum ersten Mal vernehmen, denn sie sind nicht darauf vorbereitet;

sie wurden ganz anders unterrichtet, und es braucht einige Zeit, bis sie mich verstehen.

Aber habt Geduld.

Selbst wenn euch dies alles un-philosophisch, widersprüchlich, sinnlos erscheint, wird die Zukunft euch zeigen, dass ich Recht habe.

 

Nach zahlreichen Erfahrungen, gründlichem Nachdenken, harten Prüfungen werdet ihr einsehen, wie wahr es ist, was ich euch sage.

 

Lasst uns nochmals auf den Tages-Gedanken zurückkommen:

»Allein in der Stille wird Gottes Stimme vernehmbar.

Lässt sich der Mensch von dieser Stimme leiten, so wandelt er auf dem Wege des Glücks und der Ewigkeit.«

Wie ich bereits in früheren Vorträgen betonte, muss die Stille als eine Vorbedingung verstanden werden, um Verwirrung und Missstimmung zu beseitigen.

 

In der Stille, in diesem inneren Schweigen, wird man gewahr, dass etwas in uns spricht.

 

Es ist die Stimme Gottes, Gottes leise Stimme, die uns warnt, leitet und schützt.

 

Vernimmt der Mensch sie nicht, dann nur, weil er zu laut, zu geräuschvoll ist und dies nicht allein rein äußerlich, sondern ebenfalls in seinen Gedanken und Gefühlen.

Wird er ruhig und ausgeglichen, so hört er, was die Stimme ihm sagt:

 

Da Gott Ewigkeit ist, ist Er der Einzige, der ihm Glückseligkeit verleiht.

 

Nur diese Stimme allein kündet ihm davon:

Deswegen nennt man sie auch die Stimme der Stille.

Manche Bücher der indischen Literatur tragen diesen Titel.

Hat der Yogi sämtliche Regungen in sich zum Schweigen gebracht, ja sogar dem Lauf seiner Gedanken Einhalt geboten – denn auch die Gedanken werden als Geräusch empfunden –, dann vernimmt er den Gesang des Ewigen, die Stimme Gottes.

 

Und wenn ich euch nun sage, dass auch ich diese Stimme vernommen habe.

 

Die Weisen sagen es alle:

Nur in der Stille offenbart sich der Herr in seinem Wesen, seiner Macht und Herrlichkeit.

Da ihr noch nicht so weit seid, dieses innere Schweigen in euch wiederherzustellen, muss ich euch wohl anstelle dieser Stimme wortreich erklären, was sie verkündet.

 

Könntet ihr eines Tages diese Stimme der Stille vernehmen, würde euch augenblicklich alles klar;

 

all das, was ich bisher ausführte, würde euch mit einem Mal bewusst.

Nun seht ihr, wie leicht verständlich die Worte dieses Tages-Gedankens sind:

 

die Stille, Gottes Stimme, das Glück, die Ewigkeit.

 

Glück ist eine Hochstimmung der Seele, die nur sehr schwer zu gewinnen ist, denn es kostet viel Mühe, sich in die Sphäre der göttlichen Liebe aufzuschwingen.

Die Liebe birgt das wahre Glück.

Aus der Weisheit strahlt das wahre Licht.

 

Die Wahrheit verleiht echte Freiheit.

 

Dies sind grundlegende Merksätze.

Mit den abwegigen Anschauungen, die heutzutage allgemein verbreitet sind, irren die Menschen haltlos ihrem Untergang entgegen, sie ecken überall an, erleiden Rückschläge, denn sie sind unzulänglich unterrichtet.

Sie sagen:

»Oh, hätte ich dies oder das, wäre ich glücklich.«

 

Nein, Glück ist nicht materiell, nicht in Gegenständen enthalten.

 

Was einem äußerlich zuteil wird, macht niemals glücklich oder nur für kurze Zeit.

 

Wie häufig hat man dies beobachtet!

Man erwirbt dies oder erlangt das.

Und ist dennoch unzufrieden, innerlich bleibt gähnende Leere, bereit, alles zu verschlingen.

 

Sucht das Glück in euch selbst, in eurem Denken, eurer Liebe;

 

dann erlebt ihr, was Glück bedeutet.

Selbst ohne Hab und Gut, völlig arm und mittellos, seid ihr glücklich, fühlt euch selig und froh, denn die Ursache zu eurem Glück liegt tief in eurem Innern.

 

Natürlich ist es nicht zu verachten, auch äußerlich etwas zu besitzen.

 

Zum Beispiel, bötet ihr mir zehn Millionen, oder gar zehn Milliarden, ich kann euch versichern, ich würde darüber nicht in Wut geraten, sie auch nicht zurückweisen, das verspreche ich euch!

Na, versucht es mal.

Wenn ich was verspreche, könnt ihr dessen sicher sein!

Aber nun behaupten, mit diesem Geld würde ich glücklich werden – oh nein, nie im Leben, es ist völlig ausgeschlossen!

Ich erinnere mich, in früheren Inkarnationen sehr reich gewesen zu sein, aber glücklich war ich deshalb nicht.

 

Will man glücklich sein, darf man nicht auf äußere Dinge zählen.

 

Ich weise euch den Weg:

 

In euch selbst sollt ihr das Glück suchen, in der Art und Weise, wie ihr die Dinge seht, sie versteht und fühlt.

 

Wollt ihr mir auf diesem lichtvollen Wege nicht folgen – ich gehe ihn weiter, auch ganz allein.

Aber ich weiß, ich bin nicht der Einzige, der so denkt, viele andere auf der Welt denken genauso.

Also erfüllt mich immer mehr die Hoffnung, dass wir eines Tages sehr viele sind, die den Menschen helfen, ihre Lebensbedingungen zu bessern und ihr Schicksal zu meistern, und darüber bin ich hocherfreut.

Ich wünsche euch das wahre Glück, das in der Liebe und im geistigen Lichte ruht!

Bonfin, den 19. Juli 1970

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