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Die unfairen Vorteile der Individualität.

– Aus der Sicht der Individualität

 

Freier Vortrag. Lesung des Tages -Gedankens:

»Um sich zu wandeln und zu erneuern, um aufzuerstehen, muss der Mensch erst alle seine Schwächen ablegen.

Darin üben wir uns hier seit Jahren durch Beten und Meditieren.

Jene, welche diese geistigen Übungen vernachlässigen, ahnen nicht, dass sie den Umwandlung und Auferstehung -Vorgang verzögern.

Das Meditieren fördert die innere Wandlung.

Durch jede Meditation soll das Licht in euch gesteigert werden;

denn aus ihm bildet sich euer Licht -Leib, in dem ihr eines Tages auferstehen werdet.«

 

Den ganzen Tages -Gedanken auszulegen, meine lieben Brüder und Schwestern, würde zu weit führen, und deshalb werde ich nur den ersten Satz herausgreifen:

»Um aufzuerstehen, muss der Mensch erst alle seine Schwächen ablegen.«

Das ist natürlich eine riesige, kaum zu bewältigende Leistung.

 

Wir Menschen haben so viele Schwächen, dass es Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende erfordert, bis wir sie überwunden und uns von ihnen frei gemacht haben.

 

Hierfür gibt es ein sehr wirksames Mittel.

Es nennt sich Selbsterkenntnis:

Sich selbst erkennen, das ist es.

 

Durch Selbstbeobachtung werdet ihr gewahr, dass euch zwei Wesensarten innewohnen:

Eine niedere und eine höhere Natur, die wir Personalität und Individualität genannt haben.

Ich sagte euch schon viel über die Personalität, zeigte euch, wie sie sich in jeder Situation des täglichen Lebens erkennen lässt.

Und ich gab euch die verschiedensten Erkennungszeichen, sodass ihr euch nicht mehr täuschen könnt.

 

Alle Schwächen wurzeln in der Personalität.

 

Darum sollen die Schwächen euch nicht beschäftigen, denn auch nur eine auszumerzen, bedarf es eines ganzen Erdenlebens, wenn nicht mehr!

Man muss sich mit der Wurzel, mit der Personalität befassen, weil sie alle Schwächen erhält und nährt.

Die Personalität zeichnet sich durch ihre Ichbezogenheit aus.

 

Überlässt sich der Mensch seiner Personalität, so ist er nur um sich selbst besorgt, kennt niemanden außer sich selbst und hält sich für den Mittelpunkt des Weltalls:

Alles soll sich um ihn drehen, ihn zufrieden stellen, ihn voll Liebe anblicken, ihn nach seinen Wünschen fragen.

Seht nur hin, wie es bei Verliebten zugeht.

Vergaß der junge Mann seiner Geliebten einen zärtlichen Blick zu schenken, so ist sie beleidigt:

»Wie?

Mir so etwas anzutun!

Mich keines Blickes zu würdigen, kein liebes Wort zu sagen, mich nicht einmal zu besuchen!«

Dass er keine Zeit hatte, müde war, spielt keine Rolle, das überlegt sie nicht; sie denkt nur:

»Er hat mich letzten Sonntag nicht besucht!« und wirft ihm vor: »Warum bist du am Sonntag nicht gekommen?«

 

Solange die Personalität einen derart wichtigen Platz einnimmt, kann der Mensch nicht glücklich sein.

 

Es wird immer etwas geben, das ihn irritiert, immer wird ihn irgendjemand nicht berücksichtigen, sich nicht um ihn kümmern, sich nicht vor ihm beugen, ihn nicht als eine Leuchte, ein Genie, einen Gott bewundern…

Alles Unheil, aller Missmut, alle Sorgen kommen daher, dass der Mensch seine niedere Natur so sehr hegt und pflegt, bis sie ihm schließlich wie ein Berg den Eingang ins Himmelreich versperrt.

 

Jesus sagte, dass ein Kamel eher durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes komme.

 

Es wurde aber noch nie erklärt, warum Jesus ausgerechnet das Kamel für dieses Gleichnis wählte.

Nun, ich wollte es herausfinden und suchte zum Spaß danach.

Ihr seht, womit ich mich vergnüge!

Denn ich habe auch mein Vergnügen.

Die Leute sagen immer:

»Viel Spaß!«

So habe ich mich denn vergnügt und diesen guten Wunsch der anderen verwirklicht.

Zum Spaß sagte ich mir also:

»Lasst sehen, welches sind nun die Merkmale des Kamels?«

Und ich fand heraus, dass sein Astral -Körper verschwindend klein ist, weil das Kamel genügsam und wunschlos ist;

Tagelang durchquert es die Wüste ohne zu fressen oder zu trinken.

 

Der Astral -Körper des Reichen dagegen ist aufgetrieben, weil er die ganze Welt verschlingen will.

 

Deswegen kann er nicht in das Reich Gottes eintreten, die Pforte ist für seinen aufgeblähten Astral -Körper nicht hoch und breit genug.

 

Das meinte Jesus, andernfalls wäre sein Ausspruch sinnlos;

Wie käme denn ein Kamel mit seinem großen Körper durch ein Nadelöhr und einem Reichen wäre es nicht möglich durch die Himmelspforte zu schreiten?

Des Menschen Personalität ist nur deshalb so sehr auf-gequollen, weil Bildung, Erziehung und die Ratschläge, die ihm erteilt werden, ihn stets dazu anhalten, seine Personalität zu bestärken, zu entwickeln.

Und nun ist sie zu einer riesigen Geschwulst gewachsen:

Man darf die Leute kaum mehr berühren, ihnen kaum mehr was sagen.

Damit die Individualität sich entfaltet, muss man sich ein wenig vergessen, sich in die Lage seiner Mitmenschen versetzen und denken:

»Er kam wohl nicht, um mir dies oder jenes zu bringen, weil er müde oder krank ist… Vielleicht wurde er aufgehalten, hatte einen Unfall…«, und anstatt sich nervlich anzuspannen, bleibt man ruhig und vernünftig.

 

An die anderen denken, ist der Individualität erstes Gebot;

Dies eben möchte ich in meinen Brüdern und Schwestern zur Entfaltung bringen.

 

Hierzu ein Beispiel, das, wenngleich etwas übertrieben, euch zeigt, wie die Leute denken.

Nehmen wir ein Ehepaar;

Sehen wir, wie es sich zwischen ihnen verhält.

Am Morgen; der Mann geht zur Arbeit: »Wiedersehen, meine Liebe… wiedersehen, mein Lieber…«

 

Sie umarmen sich, gefühllos, jeder denkt an etwas anderes.

 

Sobald die Türe zu ist, beginnt die Frau zu murren:

»Den da, wie konnte ich den nur heiraten!

So was von träge, unfähig und ungeschickt…

Aber der Nachbar, seht nur mal sein Auto und wie er seine Frau verwöhnt:

Mit Pelzen und Schmuck…

Welch ein Jammer!«

Sie klagt und schimpft:

»Nein, es ist nicht mehr zum Aushalten, wenn er heimkommt, wird er es schon sehen, werde ich es ihm sagen!«

Sie bereitet sich vor;

Den ganzen Tag über wettert sie und macht sich dabei krank…

Der Mann seinerseits schimpft:

»Ha, dieses L… (ich erspare euch das Wort!), wie konnte ich nur so dumm sein, sie zu heiraten?

So gewöhnlich und oberflächlich wie sie ist!

Sie denkt nur ans Spazieren gehen mit ihrem Hund und sitzt mit Freundinnen in Konditoreien herum, stopft sich mit Torten voll.

Und sie faulenzt, während ich hier in Staub und Lärm mich abschufte, um ein paar Pfennige nach Hause zu bringen.

Das kann so nicht weitergehen, wenn ich heimkomme, wird sie was erleben!«

So murren sie beide den ganzen Tag, jeder für sich, und wenn sie am Abend zusammenkommen, zerstreiten sie sich, und… am nächsten Morgen beginnt alles von neuem.

 

Jetzt zeige ich euch, wie es hier zwischen unseren Brüdern und Schwestern sein sollte.

 

Am Morgen, beim Verabschieden, umarmen sich Mann und Frau sehr viel zärtlicher und liebevoller.

 

Ist er weggegangen, sagt sie sich:

»Ach!

Der liebe Mann, wenn ich nur denke, wie viele Opfer er für mich bringt!

Wie konnte er mich überhaupt heiraten?

Ein so edelmütiger, rechtschaffener, ehrlicher Mann!

Wie liebevoll er ist!

Und wie zärtlich er mich umarmt hat!

Den ganzen Tag arbeitet er im Lärm, im Staub, plagt sich ab, um mir etwas Geld heimzubringen.

Und ich bin frei, kann mich beliebig ausruhen, spazieren gehen, während er keine Minute zum Verschnaufen hat.

Ich werde ihm heute Abend etwas Gutes zubereiten.«

 

In dieser Weise denkt sie an ihn den ganzen Tag und ist glücklich.

 

Er seinerseits sagt sich:

»Wie konnte sie mich nur heiraten?

Sie ist ein armes Opfer, muss den ganzen Tag putzen, sich um die Kinder kümmern, sie anziehen, sie waschen, hat nie Zeit spazieren zu gehen.

Ich diskutiere mit meinen Freunden, während sie, die Arme, den ganzen Tag alleine zu Hause verbringt.

Sie ist wirklich eine liebe, tüchtige Frau, ich darf sie nicht vernachlässigen.«

Und er kauft Blumen und Geschenke für sie, um sie zu überraschen.

Abends, wenn sie sich wieder begegnen, sind sie glücklich, umarmen sich… welche Seligkeit, welch eine Liebe!

 

In Wirklichkeit waren die Ehepaare beider Geschichten weder besser noch schlechter, nur ihr Blickpunkt war verschieden.

Sie sahen die Dinge von einer unterschiedlichen Warte aus.

 

Dabei ist es ganz einfach!

Sich selbst ändern kann man nicht so schnell, ändert man jedoch seine Einstellung, dann ändert sich alles andere von alleine.

Auch das sind Personalität und Individualität:

 

Eine innere Einstellung!

 

Man darf nicht zu sehr auf die Forderungen der Personalität eingehen.

Selbst wenn man missmutig und zornig ist, sollte man ihr zureden und sagen:

»Hör mal, wenn ich mich jetzt auf dein Drängen einlasse, kommt nichts Gutes dabei heraus, geht alles drunter und drüber…

Also ist es an dir, vernünftiger zu werden.«

Infolge dieser besänftigenden Worte nimmt die aufgeblasene Personalität etwas ab, schrumpft ein wenig.

 

Es muss zugegeben werden, die Personalität ist notwendig, unentbehrlich, nur darf sie das Maß nicht überschreiten;

Sie darf Ratschläge nicht erteilen, sondern soll beraten werden.

Befiehlt sie, dann gerät alles aus dem Gleise.

 

Da aber niemand in dieser Hinsicht klar sieht, befolgen alle die Ratschläge ihrer Personalität.

 

Häufig konnte ich beobachten, dass selbst sehr gebildete, hoch studierte, intelligente Leute nicht wissen, dass es zumeist ihre Personalität ist, die sie berät, sie meinen es käme von ihnen!

Nein, sie selbst sind nicht die Personalität.

 

Sie haftet uns an wie eine zweite Haut und ist doch nicht wir, denn wir sind die Individualität.

 

Ja, alles was vernünftig und weise, lichtvoll, unsterblich und stark ist, sind wir.

 

Nur weilen wir noch nicht bewusst in der Individualität.

 

Auf der Ebene der Individualität schlafen wir noch, sind hingegen auf der Stufe der Personalität aufgeweckt und rege;

Hierin liegt der Fehler!

Wir müssen uns darin üben, mit unserer Gott -Natur eins zu werden, uns ihr gleichzustellen.

 

Die indischen Eingeweihten fassten die Übung der Einswerdung in die Formel:

»Ich bin Er«, was so viel bedeutet wie:

Er allein lebt, nicht ich, ich bin nur ein Abbild, eine Spiegelung, ein Schatten.

Wir als Einzelwesen bestehen nicht, sondern sind in Gott ein-beschlossen.

Er allein wirkt und lebt.

 

Wahrhaft esoterisches Wissen ist die Einsicht, dass wir uns von diesen Trugbildern, diesem Schatten der Personalität entfernen sollen.

 

Gott allein ist und lebt, wir sind lediglich sein Abbild.

 

Wenn wir sagen:

»Ich bin Er«, erinnern wir uns daran, dass wir nicht außerhalb Gottes bestehen, verbinden uns mit Ihm, nähern uns Ihm und werden eines Tages Ihm gleich.

 

Die Geschichte legt seit Jahrtausenden immer wieder Zeugnis ab von Menschen, denen es gelang mit Gott eins zu werden:

Sie wurden der Macht, des Lichtes und der Seligkeit Gottes teilhaftig.

Solange der Mensch sein wahres Ich nicht kennt, stellt er sich seinem irdischen Körper, seinen Gefühlen und Gedanken gleich, ohne zu ahnen, dass diese nicht die wahrhafte Wirklichkeit sind.

Das ist der Grund, weshalb er in Schwäche und Krankheit verharrt.

 

Sucht euch ja nie hinter der Personalität zu verbergen, dort seid ihr stets anfechtbar.

 

Die Menschen haben alle ihre eigenen Sorgen und Probleme und solange ihr darauf wartet, dass sie euch helfen, euch verstehen, könnt ihr nicht glücklich sein.

 

Eine Zeit lang mag euch vielleicht jemand zur Seite stehen, aber bald darauf hat er euch wieder verlassen.

Deshalb sage ich der Jugend:

»Wenn ihr immer darauf wartet geliebt zu werden, könnt ihr nie glücklich werden, weil ihr auf allzu unsichere Dinge baut.

Einen Moment lang liebt man euch, aber wie es weitergeht ist ungewiss.

Man darf nicht mit der Liebe der anderen rechnen.

Sie kann euch geschenkt, sogar unaufhörlich entgegengebracht werden – wird sie euch zuteil, ist sie willkommen, nur dürft ihr nicht darauf zählen.«

 

Darum rate ich euch:

»Wollt ihr glücklich sein, dann verlangt nicht geliebt zu werden, sondern liebt Tag und Nacht, und ihr schwebt in Wonne und Seligkeit.

Vielleicht begegnet euch eines Tages eine wunderbare große Liebe…

Ja, warum nicht?

Das kann eintreffen – aber wartet nicht darauf!«

Ich habe das Problem so gelöst:

Ich baue auf meine Liebe, will immer lieben;

Wenn die anderen nicht lieben, ist es ihre Sache, sie werden unglücklich sein, ich aber bin glücklich.

Das ist die Lösung!

Falls ihr eine bessere findet, kommt und sagt es mir.

 

Welche Haltung der Personalität gegenüber einzunehmen ist, lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen.

 

Erstens darf man sich ihr nicht gleichstellen, sondern soll mit Hilfe der Formel »Ich bin Er« sich der geistigen Natur angleichen.

Zweitens sollen nicht mehr die Schwächen, sondern die Personalität bekämpft werden, denn sie ist deren Wurzel und Nährboden.

Die Schwächen, Fehler und Laster bringt sie nacheinander zur Welt.

Ihr ahnt nicht, wie schnell sie sich vermehrt!

 

Ich habe noch nie ein so fruchtbares Weib gesehen.

 

Pausenlos gebiert sie, und was für Ungeheuer!

 

Drittens sollt ihr, anstatt dauernd den Ratschlägen der Personalität zu folgen, eure Regungen beobachten und überwachen, euch zusammenreißen, um nicht zu stürzen.

Ich habe euch schon einmal erklärt, die Personalität ist der Hölle sehr nahe, darum kann die Hölle auch so leicht durch sie hindurch;

In die Individualität hingegen dringt sie nicht.

 

Aus der Individualität strahlt der Himmel, denn sie grenzt nahe an ihn.

 

Durch die Personalität werden alle Verbrechen begangen;

Denn sie grenzt an die Hölle.

Also aufgepasst!

 

Ohne dieses Wissen werdet ihr das Glück nie finden, höchstens für wenige Minuten oder Stunden.

 

Wenn ein Mann mit einer Frau geschlafen hat, sagt er zu ihr:

»Wie glücklich hast du mich gemacht!«

Auch nach einem guten Essen ruft er aus:

»Ich fühle mich glücklich!«

Doch wie lange hält dieses Glück an?

 

Was Glück ist, ahnen die Leute gar nicht, sie halten einige Minuten der Wonne für das Glück…

 

Nein, echtes Glück dauert und währt;

Aber damit es von Dauer ist, darf man nicht auf die Personalität hören, denn sie ist launisch und unbeständig wie eine Wetterfahne.

 

Anstatt sie als Herrin befehlen zu lassen, macht sie zu eurer Dienerin!

 

So erreicht ihr alles von ihr, denn sie ist unermüdlich.

 

Und erstaunlich gut bewaffnet!

 

Versehen mit Klauen, Krallen, Stacheln, Hufen, Hörnern…

Nie habe ich ein Tier gesehen, das mit so vielerlei Waffen ausgerüstet ist wie die Personalität!

Kratzen kann sie!

Bei Frauen vor allem:

Kratzen, beißen, an den Haaren reißen.

Bei den Männern hingegen boxt sie und schlägt Beulen.

 

Ja, die Personalität der Frauen wendet etwas andere Waffen an als die der Männer.

 

Ich habe mich sehr eingehend mit der Personalität befasst, um sie zu durchschauen:

Ihre Art zu gehen, zu essen, wie sie lacht und spricht, was für Ratschläge sie erteilt – es ist ungeheuer interessant!

Sie ist eine Welt für sich, die Personalität.

 

Auch ihr sollt sie beobachten:

Auf ihre Gebärden, ihre Sprechweise, ihren Blick, ja selbst ihre Farben hin.

 

Die Personalität leuchtet nie in hellen Farben, strahlt niemals, es sei denn in Stunden sexueller Erregung.

 

Da erglüht sie einen Augenblick, aber dieses Licht hält nicht lange an, es erlöscht, und sie ist wieder fahl…

 

Und ist sie beleidigt, wirft sie bedrohliche, böse Blicke – schwarz wie die Nacht!

Man erkennt sofort daraus den Blick der Personalität.

Natürlich kann sie auch streicheln und zärtlich sein, aber nur um einen Vorteil für sich daraus zu ziehen.

 

Liebkosen und umarmen kann die Individualität ebenfalls, jedoch sie schenkt dabei Himmels -Duft und Harmonie.

 

Beide können sie Zärtlichkeit bezeigen – nur mit einem Unterschied, den ihr bisher nicht bemerkt hattet.

Wenn jemand euch umarmt, wisst ihr, ob es seine Personalität oder seine Individualität ist?…

 

Auch hierfür kann ich euch Hinweise geben.

 

Ist es eines Menschen Personalität, welche euch umarmt, erschöpft sie euch, saugt euch aus wie ein Blutegel.

 

Sie bereichert sich, während ihr eure Kraft einbüßt und verkümmert;

Denn sie hat euch ausgelaugt.

Ist es aber die Individualität, fühlt ihr euch tagelang beseligt und reich beschenkt.

Das ist ein untrüglicher Hinweis.

Wenn die Personalität umarmt, tut sie es mit der Absicht, an sich zu raffen, den Partner seiner ganzen Kraft zu berauben, schert sich nicht im Geringsten um ihn.

Sie will sich nur vergnügen und sättigen.

Anders die Individualität:

Denn sie schenkt so freigebig aus dem Überfluss ihres Herzens, ihrer Seele, dass man tagelang im Hochgefühl der Schönheit und der Fülle lebt.

Das sollten die jungen Leute unterscheiden lernen:

Ob es die Personalität oder die Individualität ist, die sich bei dem äußert, was sie Liebe nennen.

 

Beobachtet also, meine lieben Brüder und Schwestern, was in euch vorgeht, versucht den ganzen Tag über bewusst zu sein, welcher Art die Gedanken und Gefühle sind, die euch bewegen.

 

Merkt ihr, dass die Personalität hervorkommen möchte, dann wappnet euch, um sie zu beschwichtigen, damit sie ruhig bleibt.

Sagt ihr:

»Schweig, sonst lasse ich dich verhungern!«

Man muss ihr drohen, ihr Angst machen, ansonsten bringt sie einen mit ihren Redekünsten zu Fall.

 

Hört lieber auf die Stimme der Individualität!

 

»Aber wie ist denn die Denkweise der Individualität?«, fragt ihr.

Oh, die Individualität hat eine Menge weiser Ansichten.

Sie sieht beispielsweise bei allem, was geschieht, nur die positive Seite:

Bei Widerwärtigkeiten, Unfällen, Krankheiten denkt sie stets, dass aus all dem Übel doch etwas Gutes hervorgehen werde;

Und damit wendet sich alles zum Besten.

Sie sagt sich:

»Warum nicht das bisschen Trübsal ertragen, um höhere Beglückung zu erfahren?«

Das heißt weise denken!

 

Ich will euch hierzu ein Beispiel anführen.

Ihr werdet vielleicht wieder finden, es sei etwas übertrieben, doch das macht nichts.

Ihr werdet dadurch besser verstehen, was ich meine…

 

Da ist ein junger Mann, er ist arbeitslos.

Wo immer er sich vorstellt, verweigert man ihm den Arbeitsplatz, obwohl er tüchtig, zuverlässig, von edler Gesinnung ist…

Aber wie das so ist, die Leute sind eben blind.

Eines Abends schlendert er niedergeschlagen durch die Straßen…

Plötzlich fährt ein Auto, das von einem Verrückten gelenkt wurde, ihn an und wirft ihn um, natürlich ohne anzuhalten, und er bleibt bewusstlos liegen.

Welch ein Unglück!

 

Aber darf man so voreilig urteilen, ob ein Unglück wirklich ein Unglück ist?…

 

Durch dieselbe Straße fährt kurz darauf ein Millionär mit seinem Wagen, sieht den Verunglückten, und da er ein gutes Herz hat, steigt er aus, hebt den Verletzten in seinen Wagen und bringt ihn in sein Schloss.

Der Millionär hat eine Tochter, die den jungen Mann pflegt;

Und im Verlaufe einiger Zeit verliebt sich einer in den anderen.

 

Der Vater hat nichts dagegen, sie heiraten, und der junge Mann wird zum Erben des ganzen Vermögens und mehrfacher Millionär.

 

Da seht ihr, wie ein Unglück zum Glück geführt hat.

 

Ihr denkt wohl, das sei eine unwahrscheinliche Geschichte!

 

Ganz und gar nicht, ähnliche Fälle kommen sehr häufig vor.

Nicht immer geht es so zu wie ich euch erzählt habe;

In anderer Form jedoch ist Ähnliches schon vielen passiert.

 

Ihres Unglücks wegen ist ihnen etwas Wunderbares widerfahren.

 

Hätten sie nicht gewisse Schwierigkeiten durchgestanden, wäre ihnen nie Hohes und Überragendes gelungen.

 

So muss man überlegen, wenn einem Widerwärtiges zustößt;

Das ist die Denkweise der Individualität.

Nun also an die Arbeit!

 

Überwacht euch, beobachtet jede innere Regung!

 

Damit ist aber nicht gesagt, dass ihr euch in ein paar Minuten umwandeln könnt.

 

Merkt jedoch die Personalität, dass ihr stark und standhaft werdet, dass ihr es seid, der befiehlt und herrscht, wird sie wieder an den Platz zurückkehren, an den sie gehört.

 

Der Augenblick ist gekommen, da die Frage der Personalität und der Individualität richtig verstanden werden muss, denn in ihr liegt die wahre Kenntnis vom Menschen.

 

Sie ist der alleinige Schlüssel zur Lösung jeglicher Lebensprobleme.

 

Die sich seiner bedienen, denen gereicht er zum Segen:

In allen Lebenslagen handeln sie richtig, sind unbesiegbar!

Und die anderen mit ihrer kleinen, kümmerlichen Personalität unterliegen stets, trotz all ihrer Hochschuldiplome.

Besser ist, auf keiner Universität studiert zu haben, dafür in der Schule der Universellen Weißen Bruderschaft sich Wissen anzueignen, zu wachsen und sämtliche Schwierigkeiten, eine nach der anderen zu meistern.

Ja, eine nach der anderen – wie wunderbar!

Sèvres, den 3. April 1972

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