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Man kann die Natur der Personalität nicht ändern.

– Der Sinn der Gärung aus einweihungs -Wissenschaftlicher Sicht.

 

Freier Vortrag.

Ihr dürft euch nicht daran gewöhnen, meine lieben Brüder und Schwestern, dass immer alles von mir ausgeht, dass immer ich es bin, der euch erfreut, euch aufheitert, euch zulächelt, euch mit Liebe anblickt…

Denn seid ihr wirklich in der Gewohnheit festgefahren, dass es immer die anderen sind, die den ersten Schritt zu euch tun, dann weiß ich nicht, was ich euch noch sagen soll.

Ein jeder ist daran gewöhnt zu bitten, zu fordern, zu verlangen und bildet sich ein, alle anderen, ja Gott selbst, seien verpflichtet, seinen Wünschen und Launen nachzukommen.

 

Und da dies nicht geschieht, wird er missmutig und unzufrieden.

 

Ein solches Verhalten allein schon ist der Beweis eines Mangels an Einsicht, Geduld, Weitherzigkeit und Selbstaufgabe;

es ist der Hinweis dafür, dass man von der Personalität geleitet ist;

denn fordern und verlangen, ohne nur zu versuchen, sich an die Stelle seines Nächsten zu versetzen, um zu sehen, ob er das von ihm Verlangte überhaupt zu geben vermag, ist einer der Grundzüge der Personalität.

Die Fähigkeit, sich in seinen Mitmenschen einzufühlen, ist eine höchst seltene Eigenschaft.

 

Dazu sind nur sehr wenige imstande.

 

Und gerade hier seid ihr in einer Schule, wo Selbstaufgabe und Selbstlosigkeit entfaltet werden und man sich daran gewöhnt, nichts von anderen zu erwarten, sondern selber den ersten Schritt ihnen gegenüber zu tun, denn dadurch wird man stark und gefestigt.

Wartet man immer ab… nun, dann kann man ewig warten, weil die anderen im Allgemeinen mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind.

Ihr habt keine Ahnung, wie geizig, egoistisch und egozentrisch der Mensch ist.

 

Beobachtet eure Reaktionen und seht, ob es nicht auch mit euch so ist.

 

Es mag sein, der Himmel findet meine Kinder sehr schlecht erzogen, denn nie ist ein Lehrer, ein Meister so vorgegangen wie ich.

Alle waren sie ernst, unerweichlict, sparsam mit ihrem Lächeln und ihrer Freundschaft:

Sie wenigstens waren weise und vernünftig, wohingegen meine Haltung dermaßen gutmütig und vertraulich ist, dass sie kaum Erfolg haben kann.

Dieses Verhalten habe ich von meiner Mutter:

Immer war sie es, die alles tat.

Doch stellt euch nur vor, dass ich euch einige Tage lang nicht mehr zulächle, euch nicht mehr liebevoll ansehe, noch zu euch spreche…

Ich frage mich, ob ihr auf den Gedanken kommen würdet, meiner liebreich zu gedenken, um mich zu ermutigen, mir zu helfen.

 

Nicht, dass ich etwas von euch verlange, nein, ich stelle nur fest; ihr seid viel zu sehr von euren Interessen und Anliegen in Anspruch genommen…

Versucht doch ein wenig, etwas weitherziger und uneigennütziger zu werden – es würde mir eine Freude bereiten.

Und wie groß wird die Freude für die sein, welche euch her gesandt haben und über euch wachen!

Denn jeder von euch hat einen Schutzengel, der ihn betreut.

 

Er hat euch hierher geleitet und beobachtet euch:

»Oh«, sagt er, »du erwartest immer, dass man dich rein wäscht, dich nährt, dir Mut zuspricht.

Aber wann wirst du dich entschließen, das für die anderen zu tun?«

Weiß Gott wann!

 

Versucht es doch, sonst, das versichere ich euch, sind die dort oben imstande sich zu verschließen.

 

Und nichts kommt euch mehr zu.

Ich mag es nicht, dass der Himmel sich verschließt – ich wünsche, dass die Quelle immer sprudelt…

Glaubt nun nicht, ich beklage mich.

Wozu sollte ich mich beklagen, jetzt nach vier und dreißig Jahren, wo endlich ein kleiner Fortschritt spürbar ist?

Ein Vater, eine Mutter geben sich auch nicht mit kleinen Fortschritten zufrieden:

Sie wünschen, dass ihr Kind vorbildlich und vollkommen sei.

Ich sage es euch frei heraus, wegen ihrer Ichbezogenheit und Engherzigkeit kommen Glück, Freude und Begeisterung nicht über die Menschen.

 

Sie schleppen sich dahin, sind unglücklich und traurig, weil sie nicht fähig sind sich zu öffnen und etwas von sich zu geben, was der ganzen Schöpfung förderlich sei.

Das ist es, was ihr lernen sollt.

Ich kann noch so viele Vorträge über dieses Thema halten, sie werden beiseite geschoben und liegen verlassen in einer Ecke.

Von nun an gilt es, sich in dem Gedanken zu üben:

»Auf welche Weise kann ich die Lage meiner Brüder und Schwestern verbessern?«

Durch solches Denken wachst ihr geistig, anstatt stets auf der Suche nach jemandem zu sein, den ihr herumkriegen könnt, um euch aus zu helfen oder Geld zu geben. Beobachtet euch, und ihr seht:

Ein jeder, ob alt oder jung, ist nur darauf bedacht, jemanden zu finden, aus dem er Nutzen ziehen, den er ausnehmen und für sich arbeiten lassen kann.

Ihr entgegnet mir:

»Sie ja auch, denken nur daran, alle Welt zu bekehren!«

Das stimmt schon, nur tue ich es nicht für mich, sondern für einen Zweck, der euch gut bekannt ist und nicht mir persönlich dient:

 

für das Wohl der ganzen Menschheit.

 

Ja, ich will viele Mitarbeiter gewinnen, jedoch nicht, um sie zu bezaubern, auszunutzen und zu bestehlen…

Wenn ihr mir nicht glaubt, so prüft es eben selbst nach.

Versucht aber auch euer eigenes Verhalten zu überprüfen;

ich kann euch nämlich zeigen, dass ihr hierher kommt, nur um zu lernen, euch fortzubilden, euch geistigen Reichtum und Kraft anzueignen und nicht für meine Arbeit, meine Bruderschaft.

Der Beweis hierzu ist:

Seid ihr mit Wissen gesättigt, habt ihr all das erworben, was ihr benötigt, ja sogar einen Mann oder ein Mädchen zum Heiraten gefunden, so lasst ihr mich im Stich, statt die Arbeit fortzusetzen.

 

Das zeugt davon, dass ihr nur um eurer selbst willen gekommen seid.

 

Wärt ihr tatsächlich meinetwegen gekommen, das heißt, für den Grundgedanken dieser Lehre, so würdet ihr, selbst wenn ihr ausgelernt, alles erfahren, alles verstanden…

Und sogar ein Mädchen zum Heiraten gefunden habt, hier in der Bruderschaft bleiben und weiterarbeiten.

Selbst wenn es nichts mehr für euch zu lernen gäbe, so würdet ihr dennoch die Arbeit fortsetzen.

 

Es kommt ein Tag, an welchem das Hirn nichts mehr aufzunehmen vermag, die Arbeit jedoch hört nie auf.

 

Man studiert nur einige Jahre, aber man arbeitet bis an sein Lebensende.

 

Kommt ihr nur um eurer selbst willen hierher, um zu erstarken, Geheimnisse und Mysterien zu erfahren, ein Schäfchen zu holen, ist das ein Beweis dafür, dass euer Ideal nicht besonders erhaben ist:

Ihr trachtet nur nach eurem Wohl, eurem Vorteil, eurem Glück, eurer Macht und eurem Seelenheil.

Wie die Christen…

Es wurde sie gelehrt, ihr Heil zu suchen:

»Ich will meine Seele retten!«

Und ich finde, das ist zu wenig;

man sollte sich nicht mehr um die Errettung seiner Seele kümmern.

 

Was stellt man sich denn unter seiner Seele vor?

 

Welchen Wert, welche Bedeutung hat denn »seine Seele« im Vergleich zu der unermesslichen Schöpfung?

 

Mögen sie aufhören, sich um sich selbst zu kümmern – und sich darum bemühen die Seelen der anderen Menschen zu retten, dann nämlich werden sie selbst gerettet!

Ansonsten, während sie sich mit der Rettung ihrer Seele befassen, vernachlässigen sie ihre Mitmenschen, sondern sich ab, leben auf sich selbst konzentriert, von der Umwelt abgetrennt, denken an niemanden mehr und tun nichts mehr für die anderen:

Ihr Augenmerk ist nur auf ihre Seele gerichtet!

Aber das führt zu nichts und ist sogar unschön.

Das muss man beiseite lassen.

Die ganze Welt wird sich von Grund auf wandeln, von dem Tage an, an welchem man den Menschen die Idee aus dem Sinn entfernt, ausschließlich auf ihr persönliches Wohl bedacht zu sein.

Diese Einstellung ist es, welche das Kommen des Gottesreichs verhindert.

Man muss von nun an sein eigenes Ich etwas beiseite lassen.

 

Wie denn?

 

Indem man sich der Individualität zuwendet:

sie herbei bittet, auffordert und anfleht zu kommen, ihr in der Seele einen Platz einräumt, betet, dass dieser kosmische Geist in dem Sinne wirke, die Personalität zu schwächen, gefügig zu machen, damit sie aufhört zu herrschen und sich zu brüsten.

Es ist dies eine ungeheure Leistung, von der nur wenige Kenntnis haben:

sich selbst ein wenig aufzugeben, von seinem niederen Ich abzulassen, nicht aber sein geistiges Ich zu vergessen.

Sowie man nämlich seine Gedanken auf dieses höhere Ich richtet, welches erhaben, unendlich, allumfassend ist, wendet sich alles zum Guten;

denkt man aber an sein kleines, beschränktes, egozentrisches Ich, dann stimmt nichts mehr.

Deshalb sieht man die Christen derart unglücklich und bekümmert:

Sie fühlen sich verdammt und begehen sogar Selbstmord aus lauter Verzweiflung darüber, dass sie ihre Seele nicht zu retten vermochten!

 

Sie ahnen nicht, dass, was sie ihre Seele nennen, ihre Personalität ist;

 

Es ist unmöglich die Personalität zu retten, sie bleibt was sie ist.

 

Ich werde heute euer Vertrauen in die Personalität erschüttern.

Zu diesem Zwecke habe ich mich mit dem notwendigen Werkzeug ausgerüstet, aber es stimmt mich nicht besonders froh.

Ich werde alle Hoffnung, die ihr in eure Personalität gesetzt habt, zertrümmern;

denn sie wird sich nie bessern, was immer ihr auch hierfür tut, weil sie aus brüchigem Material ist.

Es steht geschrieben:

»Das Verwesliche bleibt verweslich;

nur das Unvergängliche erzeugt Unvergängliches.«

Ihr werdet sagen:

»Ja, aber die Alchimisten wussten Blei in Gold zu verwandeln.«

Ihr täuscht euch, Blei wird nicht zu Gold:

Es vergeht und weicht dem Gold.

So wird auch die Personalität niemals göttlich:

Sie vergeht, und an ihrer Stelle tritt die Individualität in Erscheinung.

In einem früheren Vortrag erklärte ich euch, dass sich der physische, astrale und mentale Körper eines Tages auflösen und die fein -Stofflichen Körper an ihrer Stelle in Herrlichkeit, Pracht und strahlendem Licht hervortreten und das ewige Leben in Liebe und Erfüllung bringen.

Gegenwärtig jedoch ist die Personalität nichts weiter als ein Behälter.

Heute werde ich euch also in Verzweiflung stürzen.

 

Glaubt nicht mehr, hofft auch nicht und rechnet nicht damit, eure Personalität wird niemals zu Gold und nie eine Gottheit werden.

 

Wie sehr ihr euch auch müht, sie zu erweitern und zu erhöhen, mit Wissen, Talenten und Fähigkeiten auszustatten, sie bleibt brüchig und oxydierbar, ihre egozentrische Wesensart wandelt sich nicht.

Von dem Moment an, da sie nicht mehr egoistisch handelt, nicht mehr aufs Nehmen bedacht ist, ist sie auch nicht mehr die Personalität.

Vertraut also nicht mehr auf die Personalität.

 

Benutzt sie so oft wie möglich, aber in der Absicht sie aufzubrauchen, damit sie völlig schwindet;

lasst an ihre Stelle jene andere Wesensart in euch, die ewig und unermesslich weit ist, zum Ausdruck kommen und erstrahlen.

Fördert sie so gut ihr könnt in ihren Kundgebungen, wissend, dass, um dies zu erreichen, ein Mensch begnadet, gefördert und in seinen Bemühungen unterstützt sein muss;

denn dies ist in einem Erdenleben allein nicht durchführbar.

Wenn ihr in diesem Sinne an euch arbeitet, tragt ihr viel dazu bei, eure Entwicklung zu beschleunigen.

Auf dass das Himmlische in euch eindringe, sich niederlasse, von euch Besitz ergreife und über euch verfüge.

 

Doch selbst wenn es einige Gebiete und Zellen in euch beherrscht, bleiben immer noch einige, unbekehrbare übrig, und es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, bis auch die letzten Schlupfwinkel und Verstecke aufgespürt sind, damit endlich die Geist -Natur sich ungehindert ausbreite.

Das ist die bedauerliche Wirklichkeit!…

 

Die Leute meinen oft, wenn sie in einem negativen, verzweifelten Zustand sind, dann deshalb, weil ihre Personalität sich verschlimmert habe.

 

Und wenn sie lichtvolle, beglückende, segensreiche Tage verleben, bilden sie sich ein, ihre Personalität habe sich nun doch verbessert.

 

Aber sie irren sich:

Nicht ihre niedere Natur ist besser geworden, eine andere trat hervor und tat sich kund.

Danach gewinnt erneut die Personalität die Oberhand, bringt alles durcheinander und versetzt sie wiederum in einen jämmerlichen Zustand.

 

Daraufhin ruht diese sich aus, schläft ein und aufs Neue tritt die Individualität in Erscheinung.

 

Und so geht es weiter…

Man denkt im Allgemeinen, es sei immer dasselbe Ich, welches einem Stimmungswechsel unterworfen ist.

Nein, nicht sein Ich wandelt sich;

es sind zwei völlig verschiedene Naturen, die sich durch den Menschen äußern.

Es ist schwierig zu erklären, denn es geht hierbei um zwei grundverschiedene Naturen:

Die Individualität ist nie negativ, nie düster, zerstörend oder egoistisch, und wenn sich eine dieser Eigenschaften im Geringsten bemerkbar macht, so ist nicht sie die Ursache davon, sondern die Personalität.

Die Personalität vermag nicht so lichtvoll, freigebig, liebevoll und opferbereit zu sein wie die Individualität – sie bleibt stets was sie ist.

 

Demzufolge, wenn sie sich kundtun, glaubt nicht, es sei ein und dieselbe Natur, welche sich ändert, von einem Zustand in den anderen übergeht.

Nein, was wirklich geschah:

Ihr habt sowohl dem Guten als auch dem Bösen erlaubt, sich durch euch zu äußern.

 

Jedoch das Gute kann nicht das Böse werden, noch das Böse gut, sie bleiben für immer was sie sind.

 

Diese Wahrheiten wurden euch noch nie verkündet!

 

Wer Großartiges vollbringt, hat seine Personalität für eine Zeit lang verlassen.

Anschließend findet er sie in ihrem gewohnten Zustand wieder vor, und da er sich mit ihr identifiziert, ruft er aus:

»So bin ich denn immer noch der!«

Oh nein, da irrt er sich.

Warum vergleicht man sich letzten Endes immer mit der Personalität?

 

Stellte man sich der Individualität gleich, würde man sehen, dass man hervorragende Leistungen vollbrachte!

 

Auch ihr, meine lieben Brüder und Schwestern, wenn ihr das Gefühl habt, immer noch eifersüchtig, aufbrausend, genießerisch und sinnlich zu sein, täuscht ihr euch;

ihr begeht lediglich den Fehler, dass ihr, nachdem ihr gebetet und meditiert, herrliche Geistesarbeit geleistet und Augenblicke himmlischer Wonne und Seligkeit erlebt habt, wiederum auf die Stufe eures niederen Ichs absinkt und erneut eure gewohnte Alltags-Stimmung aufnehmt, indem ihr sagt:

»Ach, ich bin ja immer der Gleiche!

Ich komme nicht vorwärts, werde nicht besser.«

 

Aber wer hat dann so viel Herrliches geschaffen und erlebt?

 

Auf jeden Fall nicht euer niederes Ich.

 

Wie viele Dinge sind für die meisten noch unklar!

 

Ihr habt beispielsweise gebetet, meditiert, euch auf das Wohl der Menschheit konzentriert… und nun geht ein hübsches Mädchen an euch vorbei oder ihr seht es in Gedanken, und da die alten Bilder und Gedanken wieder in euch auftauchen, denkt ihr:

»Wie ist es nur möglich, wo ich doch beim Meditieren und Beten so hoch über all dem stand, mich so rein, keusch und unschuldig fühlte!«

Ja, dies war eure Individualität, aber ihr habt sie für einige Minuten verlassen und euch der anderen Natur genähert…

Aber diese andere war zwischenzeitlich nicht tot:

Sie macht sich ein bisschen bemerkbar.

Wenn ihr mit nüchternem Magen an einem Gasthaus vorbeigeht, ist es ganz natürlich, dass eure Nase auf die appetitanregenden Düfte reagiert.

Ihr seht, dieses Wissen muss man sich aneignen, um die Dinge unterscheiden zu können.

 

Manchmal handelt man ritterlich, edel, großmütig und freigebig:

Dies sind Kundgebungen der Individualität.

Und fällt es einem anschließend schwerer, sich weiterhin so zu verhalten, zeigt dies an, dass man sich wieder der Personalität genähert hat.

In Wirklichkeit, meine lieben Brüder und Schwestern, habt ihr euch wesentlich verändert, nur ist euch nicht bewusst inwiefern.

Solange ihr auf der Stufe der Personalität lebt, wandelt ihr euch nicht;

bis zuletzt bleibt sie, was sie immer war:

gewandt im Beißen, Kratzen, Ausbeuten und Besitzergreifen;

seid nicht erstaunt darüber.

Sucht auf höherer Stufe euch zu wandeln!

 

Hier noch ein anderes Beispiel:

In Friedenszeiten sind die Menschen allgemein freundlich, liebenswürdig, aufgeschlossen, hingegen im Krieg, seht, wozu sie imstande sind;

sie zerstören und verheeren!

Haben sie sich denn verändert?

Nein, es sind die beiden Naturen, die sich durch sie hindurch äußerten.

Je nachdem für die einen oder anderen günstigen Umstände zu der einen oder anderen Zeit.

Seht, wie es einem reinen, keuschen, jungen Mädchen ergehen kann, wenn es besonderen Umständen ausgesetzt ist, ob es sich nicht in eine zügellose Furie verwandelt, imstande, sich völlig hemmungslos zu benehmen!

 

Es ist die Personalität, welche ihre Rechte verlangt, nachdem sie, wer weiß wie lange, verdrängt und vergraben war.

 

Es handelt sich mithin um zwei unterschiedliche Naturen…

Ja, und wie einfach wäre es, gäbe es ihrer nur zwei! In Wirklichkeit sind es ihrer unzählige, jedoch nennen wir nur diese zwei, der Einfachheit halber.

 

Habt ihr mich heute richtig verstanden, so bringt euch dies eine große Erleuchtung.

 

Man glaubt, Übles in Gutes verwandelt zu haben;

mitnichten.

Zeigt sich das Gute, sieht man nicht mehr, wo das Böse geblieben ist.

Es ist vertrieben, verjagt, ausgelöscht.

Wenn aber das Gute verblasst, erweist es sich, dass das Böse noch immer lauert, weder verschwunden noch tot ist.

Dadurch wird euch manch verworrenes Geschehen der menschlichen und kosmischen Ereignisse verständlich.

Natürlich ist das Böse nicht von ewiger Dauer;

es kann von Grund auf umgestaltet und verwandelt werden, doch diese Frage greift ins Kosmische.

 

Die kosmische Weisheit allein ist in der Lage zu entscheiden, wie und zu welcher Stunde dies stattfinden soll.

 

Bis dahin verrichtet das Böse seine Arbeit, erfüllt seine Aufgabe, die darin besteht, uns Lektionen zu erteilen;

nur ist der Mensch außerstande, das Spiel der kosmischen Kräfte zu werten.

Man stellt sich allgemein vor, sowohl das Böse als auch das Gute würden bis in alle Ewigkeit bestehen und sich unablässig bekämpfen;

das Böse sei ebenso mächtig wie Gott und widersetze sich Ihm – wovon Er so bedrängt und müde sei, dass er die Menschen bittet Ihm beizustehen, den Rittern oder Kreuzfahrern gleich, im Kampf gegen den Teufel!

 

Das ist es, was die meisten Christen sich einbilden.

 

Aber in Wirklichkeit ist das Böse nicht von ewiger Dauer:

Es existiert lediglich, weil der Herr es ihm gestattet; doch sobald der Herr ihm befiehlt zu gehen, verschwindet es.

Das Gute allein ist ewig;

das Böse vergeht, jedoch besitzen wir Menschen nicht die Kraft es zu verjagen.

 

Gott allein verfügt über diese Macht.

 

Demnach braucht Er den Beistand der Menschen nicht:

Sie sind zu schwach, zu hilflos und unwissend, um Ihn zu unterstützen, ihre Waffen sind nicht wirksam genug.

Gott allein besitzt die Macht dazu.

 

Deswegen sollen wir uns dem Gott-geist öffnen, damit er einziehe, an unserem Wirken teilnehme und sich durch uns hindurch offenbare.

 

Er nimmt es auf sich, das Böse durch das Gute zu ersetzen.

 

Ich weiß, diese Gedanken sind schwer zu verstehen…

Jedoch, durch anhaltendes Meditieren und Beten wird es hell in euch werden, und Freunde in der unsichtbaren Welt werden euch dabei helfen…

So verlasst euch denn nicht mehr auf die Personalität:

Nie kann aus ihr ein Wesen des Lichtes werden!

Infolge der trüben, undurchsichtigen Materie, woraus sie besteht, und ihrer tief in der unteren Welt verankerten Wurzeln steht sie mit sehr niederen Wesen und Kräften in Verbindung, durch welche sie genährt, angetrieben und beeinflusst wird;

darum ist sie so egozentrisch, tückisch, grob und untreu.

 

Ihre Wurzeln dringen bis tief in die Eingeweide der Erde vor, wohin das Böse sich verkriecht.

 

Die Individualität ist mit dem Himmel verbunden und wurzelt in den hohen göttlichen Sphären.

Und lassen wir sie von uns Besitz ergreifen, vermag sie in uns alles zu erhellen und zu verschönen und für immer in uns Wohnung zu nehmen.

 

Keine Übung noch Methode, kein Yoga wird je imstande sein die Personalität zu bekehren.

Das Einzige, was man dadurch bewirkt, ist, dass die Individualität sich täglich mehr und mehr in uns festigt.

Jahre hindurch kann man beten, lesen, meditieren, wohltätig sein und bleibt doch immer derselbe, das will heißen… aber ich sage lieber nicht, was sich unter dem Wort »derselbe« alles verbirgt.

Dabei hat man so viel Großartiges geleistet, Anstrengungen gemacht, sich geübt und Opfer gebracht!…

Und ist doch immer der Gleiche mit denselben Schwächen, Gewohnheiten, Süchten und Verstimmungen.

 

Warum wohl?

 

Weil die Personalität noch immer zugegen ist.

 

All diese hohen und herrlichen Erfolge kamen nur deshalb zustande, weil ihr der Individualität ein wenig freien Lauf gelassen habt.

 

Da ihr aber weiterhin zu eng an der Personalität lebt, euch ständig mit ihr identifiziert, seht ihr, dass sie sich nicht änderte und jammert:

»Welch ein Elend, welche Verzweiflung, ich bin immer noch der Alte!«

 

Dreißig, vierzig Jahre lang hat man alles versucht, alles getan und ist immer noch derselbe!

 

Nun ja, man darf nicht entmutigt sein, sondern soll sich sagen:

»Es ist mir nicht gelungen die Personalität einzuschränken, zu fesseln, zu schwächen, zu verdrängen und zu zügeln, aber ich weiß warum:

Ich gab dem Göttlichen nicht genügend Möglichkeit zu wirken, welches allein imstande ist, Abhilfe zu schaffen

 

Von da an, wenn man sich entschlossen hat seine Einstellung zu ändern, ändert man sich von Grund auf.

 

Ich sagte euch bereits:

Ihr werdet gewandelt und erneuert, dass ihr euch selber nicht wiedererkennt…

 

Wie es den Heiligen oder Propheten geschah, von denen in der Bibel oder der Geschichte geschrieben steht.

 

Aber das kann nur dann eintreten, wenn ihr der Individualität einen absolut vorrangigen Platz einräumt, ansonsten kommt sie kaum für eine Minute, eine Stunde oder einen Tag ein paar Worte zu sagen, etwas Schönes zu schaffen, um gleich darauf wieder zu entschwinden!…

Auf diese Weise gelingt es euch von Zeit zu Zeit unter ihrem Einfluss Herrliches zu leisten, doch bleibt ihr weiterhin fähig, Böses anzurichten.

 

Im Übrigen ist alles Große und Überragende, was der Mensch vollbringt, nicht seine eigene Leistung.

 

Eine andere Kraft bekundet sich durch ihn.

 

Keines der Kunstwerke, der dichterischen oder mystischen Schöpfungen vermochte die Personalität hervorzubringen;

sie lieferte lediglich etwas Material zu deren Vollbringung.

 

Alles göttlich Schöne stammt von woanders her, kommt von hoch oben.

 

Ich weiß, es ist euch nicht möglich, alles auf einmal zu verarbeiten, was ich euch eben erklärte.

Es braucht Zeit.

Man müsste diesen Vortrag noch einmal anhören, aber ich wiederhole:

Ihr dürft weder hoffen noch glauben, dass die Personalität je ein Lichtwesen wird.

 

Wenn sie vergeht, wenn wir in unserer niederen Natur abgestorben sind, wird ein anderes Wesen in uns aufleben.

 

Wir, die wir in der Mitte zwischen beiden stehen, werden in der Personalität abgestorben und in die Individualität eingegangen sein.

 

Und wer ist dieses »wir«…, dieses »ich«?

Das ist das Geheimnis:

Wir sind weder die Personalität noch die Individualität, sondern etwas wesentlich anderes.

 

Glaubt ihr, in einer Minute erfahren zu können, was wir sind, was ihr seid, so täuscht ihr euch, dies ist ein großes Geheimnis…

 

Doch darüber sprechen wir noch, und allmählich werdet ihr zur Klarheit kommen.

Dennoch sagt ihr mir:

»Je tiefer man in diese Lehre eindringt, umso mehr ist man verwirrt, denn man hat den Eindruck, überhaupt nichts mehr zu verstehen.«

Ich weiß, eine gewisse Zeit ist es so, doch es ist nur ein Übergang.

Die hier neu ankommen, zum Beispiel, fühlten sich vorher sehr wohl, lebten glücklich und zufrieden, alles ging ihnen nach Wunsch;

aber seit sie, angeregt und begeistert von dieser Lehre, sich entschlossen haben ihr Leben zu ändern, ein gottgeweihtes Dasein zu führen, geht nichts mehr seinen gewohnten Gang und man sieht, wie es in ihnen gärt.

Ich sage ihnen:

»Geduld, durch den Zustand der Gärung muss man hindurch.«

Dasselbe trifft man in der Alchimie an.

Das erste Ergebnis, das verzeichnet wird, die erste Stufe ist die Gärung:

Der Stoff trübt sich, beginnt zu gären und stirbt ab, aber anschließend lebt er wieder auf.

 

Das geschah mit all denen, die sich dieser Lehre angeschlossen haben…

 

Nicht mit allen jedoch, es gibt welche, mit denen sich keine Wandlung vollzog;

Sie haben sich nicht entschlossen, sind infolgedessen dieselben geblieben, alles steht zum Besten, es gärt nicht, aber dies ist kein gutes Zeichen.

 

Sehe ich jemanden in Gärung, so freue ich mich und denke:

»Der dort ist dabei, den Stein der Weisen zu finden, womit jegliches Metall in Gold verwandelt wird.«

Ihr seht also, tritt man dieser Lehre bei und nichts geht mehr seinen gewohnten Gang… ist dies ein gutes Zeichen!

 

Vielleicht versteht ihr mich besser, wenn ich als Beispiel unseren Organismus anführe.

 

Nehmen wir an, es haben sich in euch zu viele Abfallstoffe, Schlacken und Gifte angehäuft, aber ihr esst, trinkt, raucht weiter wie gewohnt…

Seit Jahren tragt ihr die Krankheit, ja sogar den Tod in euch, aber sie bricht nicht aus, fühlt sich geborgen und weiß sehr wohl, gibt sie sich zu erkennen, so riskiert sie verjagt, ausgerottet zu werden:

denn die Ärzte, Medikamente…

Sie gräbt sich in euch ein und höhlt euch aus…

Heimlich, still und leise!

Doch sowie ihr in diese Lebensschule eintretet, bestimmte Regeln einhaltet und Übungen zur Läuterung durchführt, treten Fieber, Bauchweh und Kopfschmerzen auf, alles Krankhafte tritt zutage, denn der Körper, richtiger gesagt, die ihm innewohnenden Wesen, fassten Mut und erklären:

»Der Augenblick ist gekommen, alle diese Unerwünschten, Friedensstörer, Übeltäter, die sich auf unsere Kosten hier eingenistet haben, zu verjagen.«

Der Organismus reißt sich zusammen, rafft sich auf, und wer nichts davon versteht, sagt sich:

»Es ist diese Lehre, die die Menschen durcheinander bringt«.

Und sie fliehen, ohne zu wissen, dass gerade unsere Lehre es war, welche den Kampf auslöste gegen all diese Übeltäter in ihnen, anschließend aber die Befreiung herbeiführt.

 

Ihr verspürt die gleichen Anzeichen, wenn ihr drei, vier oder fünf Tage fastet, um euch innerlich zu reinigen.

 

Es stellen sich Herzklopfen, Bauch- und Rückenschmerzen, Beschwerden beim Atmen und Schwindelgefühle ein…

Denn der Organismus nutzt die Gelegenheit, eine Selbstdiagnose zu stellen und anzuzeigen, wo sich Schmarotzer eingenistet haben und wo sich die Krankheit verbirgt.

 

Darum sollte man fasten, denn es ist eine ausgezeichnete Möglichkeit herauszufinden, wo man anfällig ist.

 

Die nicht genügend darüber Bescheid wissen, geben beim ersten Unwohlsein angsterfüllt auf, sie folgern:

»Sprecht mir nicht vom Fasten, das ist ja furchtbar, es bringt mich um!«

Wo es doch gerade das einzige Mittel war, sie von allen Schlacken und Giftstoffen zu befreien.

Vor einiger Zeit erzählte ich euch Folgendes:

Einen, der im Gefängnis sitzt, frage ich:

»Weswegen sind Sie hier?«

Er erwidert:

»Daran ist die Gesellschaft schuld und die Leute in ihrer Schlechtigkeit, der und jener hat mich verraten…«

– »Nein, nicht deshalb«, sage ich, »sondern weil Sie einen übertriebenen Glauben hatten.«

– »Zu viel Glauben?

Woran denn?«

– »An sich selbst, an ihre Anschauungen, Überzeugungen und Berechnungen.

Sie waren zu sehr vom Gelingen ihrer Pläne überzeugt, dem Gesetz entrinnen zu können, ohne je für ihre Taten einstehen zu müssen.

Sie setzten zu viel Glauben und Hoffnung in sich selbst.

Wären Sie etwas kleingläubiger gewesen, wäre es mit Ihnen nicht bis dahin gekommen!«

Ich wiederhole es, ich bin wirklich entschlossen, diese Art des Glaubens und Hofens zunichte zu machen;

denn geht man auf die Machenschaften der Personalität ein, erliegt man früher oder später, denn blind wie sie ist, sieht sie nichts voraus…

Da seht ihr, alles ist jetzt völlig umgekehrt:

Glaubt nicht mehr, hofft nicht mehr – zweifelt und ihr werdet erlöst!

Ihr werdet sagen:

»Das ist aber eine komische Moral!«

 

Ich versichere euch, die beste Form des Glaubens ist die, von jetzt an nur noch der Treue, der Wahrheit und der Allmacht der Individualität zu vertrauen, wenngleich alle heutzutage an dem zweifeln, was göttlich ist.

 

Es muss nunmehr alles umgewertet und umgestürzt werden.

 

Ich bin ein Zerstörer und Vernichter.

 

Das hatte mir übrigens Meister Peter Deunov bereits gesagt.

Natürlich muss man das richtig verstehen:

Ich habe noch nie irgendwo irgendetwas zerstört.

 

Nie würde ich wagen an Göttliches zu rühren, geschweige es zu vernichten.

 

Jedoch, sehe ich Altes, Verschimmeltes und Morsches, so ahnt ihr nicht, mit welcher Lust und Freude ich es zerschlage!

 

Ich bin trunken vor Seligkeit, wenn es mir gelang, eine Geschwulst, etwas Abgestorbenes herauszuschneiden, einem Chirurgen gleich, der aus dem Gewebe nur das herausoperiert, was die Gesundheit gefährdet.

Nun, ich stelle mich vor – als den größten aller Zerstörer und Vernichter!

 

Wenn nun junge Leute zu mir kommen und mir eröffnen, dass sie alles zerstören und in die Luft jagen wollen, sage ich ihnen:

»Meine lieben Kinder, so weit seid ihr erst?

Das ist ja noch gar nichts!

Kommt und lernt von mir, wie man mit einem großen Hammer alles zusammenschlägt;

denn was ihr zertrümmert, ist nicht der Rede wert!«

Und ich stelle sie zu einem ungeheuren Zerstörungswerk an.

 

Ich frage mich, ob es mir gelungen ist, euch zu überzeugen;

denn die Personalität ist zählebig.

Sie hat eine unglaubliche Ausdauer.

Man kann sie braten, kochen, sieden, immer noch ist sie da.

 

Selbst vom Boden des Kochkessels ruft sie noch:

»Kuckuck, ich bin es!«

Sie ist wahrhaftig aus ganz besonderem Stoff!

Bonfin, den 17. August 1971

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