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Das Senfkorn.

 

Wenn jemand mit Überzeugung, Enthusiasmus und Durchhaltevermögen an eine Sache herangeht, sagt man manchmal:

»Er hat einen Glauben, der Berge versetzt«.

Jene, die diese Redensart benutzen, haben vielleicht vergessen, ja manche haben überhaupt nie gewusst, dass dieser Ausspruch seinen Ursprung in den Evangelien hat.

Eines Tages, als Jesus seinen Jüngern ihre Ungläubigkeit zum Vorwurf machte, sagte er ihnen:

»Denn wahrlich, ich sage euch:

Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge:

Heb dich dorthin!,

so wird er sich heben;

und euch wird nichts unmöglich sein« (Mt. 17, 20).

 

Aber wie soll man diese Worte interpretieren?

 

Es war einmal eine alte Bäuerin, die sich über einen kleinen Hügel ärgerte, der ihr die Aussicht verbaute.

Jeden Morgen, wenn sie ihre Fensterläden öffnete, konnte sie es sich nicht verkneifen, über diesen Hügel zu schimpfen.

Jetzt, wo sie alt und gebrechlich war, konnte sie nicht mehr so wie früher auf der Wiese ihre Kühe hüten.

Wenn dieser unglückselige Hügel nicht gewesen wäre, dann hätte sie sie wenigstens von ihrem Fenster aus sehen können.

Doch an einem Sonntag Morgen in der Messe sprach der Priester in seiner Predigt ausführlich über den Vers:

»Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen…« (Mt. 17,20).

 

Zufrieden sagte sie sich, dass sie endlich die Lösung gefunden hatte.

 

Am Abend, als sie ihre Fenster schloss, sprach sie ein kurzes Gebet und wandte sich dann mit bestimmtem Ton an den Hügel:

»Morgen, wenn ich aufwache, will ich dich hier nicht mehr sehen, hörst du?«

Dann legte sie sich ruhig schlafen.

Als sie am nächsten Tag erwachte, ging sie rasch ihre Fensterläden öffnen:

Der Berg hatte sich nicht gerührt.

Nachdem sie ihre Enttäuschung zum Ausdruck gebracht hatte, grollte sie:

»Eigentlich wundert mich das gar nicht:

Das habe ich erwartet!«

Natürlich hatte diese Frau Recht, dass sie zweifelte, denn niemand konnte jemals einen Berg bewegen, und Jesus hat auch nicht von uns verlangt, Berge zu versetzen.

 

Man muss dieses Bild symbolisch verstehen.

 

Der Beweis hierfür ist, dass Jesus selbst sich niemals darum gekümmert hat, Berge zu versetzen, und niemand hat das Recht das zu tun.

Wozu sollte man auch?

 

Und was würde geschehen, wenn man den Glauben der Menschen daran messen müsste, dass sie in der Lage sind, Berge zu versetzen?

 

Welch ein Durcheinander im Gelände und beim Klima!

 

Auch die Flüsse und die Seen würden versetzt und alles, was damit zusammenhängt.

Man sollte also die Berge in Ruhe lassen.

Sie haben dort, wo sie sich befinden, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Jetzt denkt ihr:

»Aber warum hat Jesus so etwas gesagt?«

Es gibt sogar noch eine andere Stelle in den Evangelien, wo er zu seinen Jüngern sagte:

»…wenn ihr zu diesem Berge sagt:

Heb dich und wirf dich ins Meer!,

so wird’s geschehen« (Mt. 21,21).

 

Wie soll man das verstehen, wenn er es nicht erklärt hat?

 

Erinnert euch, dass Johannes am Ende seines Evangeliums berichtet, dass die Welt nicht groß genug wäre, um all die Bücher aufzunehmen, die man schreiben könnte, wenn man alles niederschreiben wollte, was Jesus gesagt und getan hat…

Selbst wenn das übertrieben ist, beweist es, dass die Evangelien bei weitem nicht vollständig sind.

Sie geben nur das Gerüst der Lehre Jesu wieder, und es liegt an uns, mit Hilfe des Lichtes der Einweihungswissenschaft dieses Knochengerüst mit Fleisch zu versehen.

 

Wenn es also nicht um die physischen Berge geht, von welchen Bergen spricht Jesus dann?

 

Von unseren inneren, psychischen Bergen.

 

Ja, all die Hindernisse, all die Schwierigkeiten, die wir in uns angehäuft haben, das sind die Berge, die uns den Weg verbauen und uns daran hindern voranzukommen.

Ihr werdet sagen:

»Gut, wir haben verstanden:

Dieses Bild vom Berg betrifft die psychische Ebene.

Aber kann denn unser Glaube, wie stark er auch immer sein mag, ausreichen, um mit einem Schlag einen Berg von Schwierigkeiten und Problemen zu versetzen, die wir über viele Inkarnationen angehäuft haben?«

 

Wer hat gesagt, dass ihr ihn auf einen Schlag versetzen müsst?

 

Wenn ihr das Bild vom Senfkorn richtig zu interpretieren wüsstet, würdet ihr verstehen, dass Jesus das nicht sagt.

 

Betrachten wir eine andere Stelle in den Evangelien, wo Jesus auch vom Senfkorn spricht:

»Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte;

das ist das kleinste unter allen Samenkörnern;

wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, sodass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen« (Mt. 13,31-32).

 

Ja, das Senfkorn ist winzig, aber was macht man mit einem Korn?

 

Man sät es, und wenn es einmal in der Erde ist, dann keimt und wächst es…

 

In diesem Bild des Senfkorns, das Jesus verwendet, ist wichtig, dass es sich um ein Samenkorn handelt und dass ein Samenkorn dazu bestimmt ist, gesät zu werden.

Wenn es dann in der Erde liegt, bleibt es nicht untätig:

Wenn es gesund und von guter Qualität ist, keimt es und wird zu einem Baum.

 

Aber nicht auf einen Schlag.

 

Das braucht Zeit.

 

Weil ein Berg so groß und ein Senfkorn so winzig ist, sticht denen, die dieses Gleichnis von Jesus lesen, zuallererst das Missverhältnis zwischen der Größe des Berges und jener des Senfkorns ins Auge, und sie stellen keine weiteren Betrachtungen an.

Deswegen können sie dieses Gleichnis nicht richtig interpretieren.

 

Um es richtig auszulegen, muss man zuerst über die Natur und die Eigenschaften des Samens nachdenken.

 

Wenn ein Mensch, dessen Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, eines Tages Berge versetzen kann, dann liegt das daran, dass dieses Korn, sobald es in sein Herz oder in seine Seele gepflanzt ist, wächst und sich entwickelt.

Wenn es zum Baum wird, kommen die Vögel des Himmels, das heißt die lichtvollen Wesenheiten der unsichtbaren Welt, um darin zu wohnen.

 

Und diese Wesenheiten kommen nicht mit leeren Händen.

 

Sie bringen alle Geschenke des Himmels:

Weisheit, Liebe, Reinheit, Frieden, Kraft…

und dank dieser Geschenke erlangt der Mensch nach und nach die Fähigkeit, Berge zu versetzen.

Für einen Christen ist es wesentlich zu verstehen, was Jesus sagen wollte, wenn er von dem Glauben sprach, der in der Lage ist, Berge zu versetzen.

 

Denn sonst begnügt man sich damit, Worte zu wiederholen, deren Sinn verloren gegangen ist.

 

Genauso wie jene Worte aus der Bergpredigt ihres Sinnes beraubt wurden:

»Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist« (Mt. 5,48).

 

Der Mensch ist so schwach, so unbeständig, wie könnte er einen Berg versetzen?

 

Und er hat so viele Fehler, so viele Schwächen, wie könnte er die Vollkommenheit seines Himmlischen Vaters erreichen?

 

Das ist nicht möglich!

 

Und so hat man aus Unverständnis, aus Nachlässigkeit, aus Faulheit, ja, vor allem aus Faulheit, die Quintessenz der Lehre Christi links liegen gelassen.

Es ist um so viel einfacher, die menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten zu unterstreichen und sich dabei einzubilden, dass man damit sozusagen seine Klarheit, seine Vernunft und Bescheidenheit beweist!

Jesus aber hatte diese Art von Bescheidenheit nicht.

Er hatte für den Menschen, der nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, die allerhöchsten Ziele:

Wenn er es will, wenn er sich anstrengt, wird er eines Tages die Vollkommenheit seines Himmlischen Vaters erreichen.

 

Und wenn er Glauben hat, wird es ihm gelingen, Berge zu versetzen.

 

Das heißt, dass ihm alle Macht – zunächst natürlich die Macht über sich selbst – gegeben wird.

 

Der Glaube ist daher vergleichbar mit einem Samenkorn, das man säen muss – aber selbstverständlich nicht mit irgendeinem beliebigen Samenkorn.

Dieser Samen, der zu einem Baum wird, zu dem die Vögel des Himmels kommen, um darin zu wohnen, ist gar nicht so leicht zu erkennen.

 

Im Gegenteil, er ist sehr leicht zu verwechseln mit Samenkörnern aller möglichen Glaubensüberzeugungen und Aberglauben!

 

Das ist der Grund, weshalb die Christen noch nicht viele Berge versetzt haben.

 

Der erste Schritt, den man also machen muss, ist, dieses Samenkorn – den Glauben – erkennen zu lernen.

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