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Wahrer Glaube und persönliche Überzeugung.

 

Ein Pfarrer wandte sich eines Tages an seine Pfarrgemeinde, die mehrheitlich aus sehr reichen Menschen bestand.

Er sagte zu ihnen:

»Meine Brüder, wie ihr seht, ist unsere Kirche sehr alt und muss restauriert werden.

Das wird sehr viel kosten.

Lasst uns also darüber nachdenken, was wir tun können…«

Die Leute aus der Pfarrgemeinde waren sich über die Antwort völlig einig:

Sie wollten zu Gott beten, damit Er ihnen helfe, das nötige Geld aufzutreiben.

»Was?«

rief der Pfarrer erbost,

»ihr seid Milliardäre und wollt Gott bemühen, um einen Geldbetrag zu erhalten, den ihr leicht selbst aufbringen könnt?«

 

Genau so verstehen viele Gläubige den Glauben:

 

Sie bitten darum, dass der Himmel einschreitet, um ihre persönlichen Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, obwohl sie sehr gut allein zurechtkommen könnten, wenn sie sich dazu entschließen würden, das dafür Notwendige zu tun.

Wenn sie ein bisschen selbstlos sind, bitten sie um Frieden für die Welt und dass es weniger unglückliche Menschen geben soll…

Aber sie verlassen sich in erster Linie auf den Herrn, der für ihr Wohlergehen, ihren Komfort und ihre Sicherheit sorgen soll.

 

Jemand fährt in Urlaub und während er seine Haustüre abschließt, spricht er in Gedanken ein kleines Gebet:

 

»Herr, beschütze mein Haus.«

Aber als er wieder zurückkommt, muss er feststellen, dass er »Besucher« hatte.

Dann fragt er sich wutentbrannt, wie es sein konnte, dass der Herr nicht da geblieben ist, pflichtgetreu zu seinen Diensten.

Ja, der Herr ist ein Hausmeister, der das Haus bewachen muss, während der »Hausherr« ausgeht.

Jetzt fragt ihr:

»Ja ist denn das Gebet nicht ein Ausdruck unseres Glaubens…?

Soll man denn nicht beten?«

Doch, man soll beten.

 

Aber Beten besteht nicht darin, Gott seine Wünsche und Forderungen vorzutragen.

 

Der Herr hat uns alle materiellen und spirituellen Mittel gegeben, damit wir unsere eigenen Bedürfnisse und sogar die der anderen abdecken können.

Das Gebet soll uns nur dazu dienen, uns zu erheben, um diese Mittel zu finden.

Gott hat Seine Arbeit sozusagen bereits abgeschlossen, und zwar schon vor langer Zeit.

Es ist also nicht Seine Aufgabe, uns das zu beschaffen, was uns fehlt.

 

Es liegt an uns, das zu tun.

 

Wozu ist es gut, Ihn anzurufen, damit Er uns Gesundheit schenkt oder die Zuneigung der anderen, wenn wir weiterhin ein Leben führen, das uns krank oder unsympathisch macht?

Und wofür ist es gut, um Frieden zu bitten, wenn wir in unserem Inneren wahrhafte Schlachtfelder mit uns herumtragen?

Natürlich ist das Gebet ein Ausdruck des Glaubens, aber der Glaube muss als eine Kraft verstanden werden, die den Menschen dazu motiviert, Fortschritte zu machen und über sich selbst hinauszuwachsen.

 

Nur gibt es eben einen Glauben, der von Einsatzbereitschaft und Aktivität beseelt ist und einen Glauben, der von Faulheit beseelt ist.

 

Wie viele Menschen nennen das Glaube, was lediglich persönliche Überzeugung oder sogar ein geistiger Irrweg ist?

Um die eigene Ungeschicklichkeit, eigene Irrtümer und Misserfolge zu rechtfertigen, sagt man:

»Aber ich habe geglaubt, dass…«

Ja, man hat geglaubt und geglaubt, aber dieser Glaube hat nur dazu geführt, dass ihr euch geirrt habt.

Und das Schlimme dabei ist, dass ein solcher »Glaubender« auch weiterhin glaubt… und sich weiterhin irrt!

Wie lange noch?

Bis er es lernt, seine persönliche Überzeugung durch Glauben, wahrhaften Glauben zu ersetzen, der auf Wissen basiert.

Instinktiv spürt man diesen Unterschied zwischen persönlicher Überzeugung und Glaube, weil man doch manchmal sagt »ich glaube« und damit seine Unsicherheit zum Ausdruck bringt.

Wenn man sagt »ich glaube, er kommt morgen«, ist man sich in Wahrheit nicht ganz sicher.

Es handelt sich dabei um eine persönliche Überzeugung.

Und die Frage:

»Glauben Sie, dass…?«

zeugt auch davon, dass man dabei ist, unbekanntes Gebiet zu erkunden.

Auf bekanntem Gebiet zu arbeiten, also auf einem Gebiet, wo man dank geduldiger Arbeit langjährige Erfahrung erworben hat, das ist wahrer Glaube.

Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel:

 

Ein Gärtner hat verschiedene Samen.

 

Er sät sie und er kann ohne Sorge, dass er sich irren könnte, sagen, wo der Salat wachsen wird, wo die Radieschen usw.

Und das lässt sich auch überprüfen, denn es handelt sich um ein Wissen, das auf Beobachtungen und Erfahrung basiert.

Viele Menschen leben aber mit Vorstellungen, die mit einem Gärtner vergleichbar sind, der auf eine Ernte wartet, obwohl er nichts gesät hat oder, der Karotten-samen aussät und darauf wartet, dass daraus Porree wächst.

Sie erwarten Dinge, die nicht verwirklichbar sind, weil sie weder Wissen noch Erfahrung haben.

Man kann nur das ernten, was man gesät hat.

Dann ja, dann kann man Glauben haben.

Und, seht ihr, auch hier findet sich das Bild vom Samen wieder, das Jesus in seinem Gleichnis vom Senfkorn verwendet hat.

 

Man darf sich also keine Illusionen machen.

 

Wenn man Misserfolge anstelle der erhofften Erfolge erntet, so liegt das daran, dass man nichts gesät hat bzw. es nicht verstanden hat, die richtigen Samen zu säen.

Das lässt sich in allen Bereichen nachprüfen, sogar in dem der Religion.

Viele bezeichnen sich als Gläubige oder Spiritualisten, aber wenn man sieht, mit welchen Widersprüchlichkeiten sie sich herumschlagen, fragt man sich wirklich, wie viel sie verstanden haben.

 

Wie könnte man ihnen helfen?

 

Wenn sie zunächst einmal zugeben könnten, dass sie sich irren, dass sie nicht wissen, was Glaube wirklich ist, wäre das schon ein Fortschritt.

Stattdessen aber sind sie entrüstet, protestieren und erklären, welcher Religion sie angehören und woran sie glauben.

Sie zählen die Gebete auf, die sie sprechen, die Zeremonien, an denen sie teilnehmen, und so weiter.

Wie könnt ihr nur an ihrem Glauben zweifeln?

Das sind Leute, die unglücklich, krank, eifersüchtig und verbittert sind und fluchen.

Sie vergiften ihr Leben und auch das ihrer Mitmenschen, aber sie haben einen Glauben!

 

Diesen Unwissenden ist nicht bewusst, dass Glaube und Erfolg Hand in Hand gehen.

 

Mit »Erfolg« meine ich den Sieg über die inneren Schwierigkeiten und Hindernisse.

Sie kennen das Gleichnis Jesu vom Senfkorn nicht oder sie haben es vergessen.

Nicht genug, dass sie keine Berge versetzen, nein, sie sind sogar darunter begraben.

Was sie als ihren Glauben bezeichnen, sind in Wirklichkeit nur ihre persönlichen Überzeugungen oder Ansichten.

Doch sind diese Überzeugungen oft nicht besser begründet als die Ansichten.

 

Überzeugungen sind natürlich etwas Mächtiges, da von ihnen eine Energie ausgeht.

 

Wenn jemand überzeugt ist, sendet er Wellen aus, die alles wegfegen, was ihnen in den Weg kommt, so wie der Wind die herabgefallenen Blätter fortweht.

Deshalb sind es oft die Verrückten, die den anderen ihre Überzeugungen aufzwingen, denn sie sind sich ihrer Sache absolut sicher.

Aber wohin führt sie das?

Auch diese Frage stellen sie sich nicht.

 

Man darf also Glaube und persönliche Glaubensüberzeugungen nicht verwechseln.

 

Leider unterliegen die meisten Menschen, die behaupten Glauben zu haben, diesem Irrtum.

Ja, denn man kann Überzeugungen haben, sogar Glaubensüberzeugungen, ohne einen wirklichen Glauben zu haben!

Einen Glauben zu haben bedeutet, es zu verstehen, die richtigen Samen auszuwählen und sie in seinem Inneren auszusäen.

Aus ihnen werden wunderbare Bäume wachsen, von denen man köstliche Früchte ernten wird.

Wenn es nichts zu ernten oder nur Disteln und Dornen gibt, dann ist man noch kein guter Sämann, kein echter Glaubender.

 

Um zwischen Glaube und persönlicher Überzeugung gut unterscheiden zu können, braucht man Kriterien.

 

Das erste Kriterium für den Glauben ist, dass er den Menschen besser, beständiger, harmonischer und aufmerksamer gegenüber den Mitmenschen macht.

Es handelt sich dabei um einen Prozess, der sich ständig verstärken sollte, so wie der Baum im Gleichnis, der nicht aufhört, zu wachsen, sodass die Vögel des Himmels – das heißt, die Tugenden und die lichtvollen Wesen –, kommen, um in seinen Ästen zu wohnen.

Der Himmel verlangt von den Menschen nicht, dass sie vollkommen sein müssen, sondern dass sie an ihrer Vervollkommnung arbeiten.

Eines Tages muss jeder Mensch sich sagen:

»Jetzt habe ich verstanden, ich säe Samen in meiner Seele (Gedanken und Gefühle voll Licht und Liebe für ein hohes Ideal) und ich werde unablässig für sie sorgen, sie wärmen und gießen und sie mit dem Besten nähren, das ich habe. Ich weiß, dass das Universum von Gesetzen regiert wird, und eines dieser Gesetze ist, dass jeder Same am Ende Früchte hervorbringt.«

 

Das ist wahrhafter Glaube.

 

Welcher Religion ihr auch immer angehören mögt, dem Christentum, dem Islam, dem Judentum, dem Hinduismus und so weiter…

solange ihr dieses Gesetz nicht verstanden habt und es nicht anwendet, habt ihr keinen Glauben, sondern bloß persönliche Überzeugungen, die euch nicht sehr weit bringen.

Doch, sie können euch sehr weit bringen, aber eher nur zu Faulheit, zu Misserfolg, zu Auflehnung usw.

Persönliche Überzeugung ist nicht tragfähig, denn sie ist etwas, das von außen kommt, von der Peripherie unseres Wesens, und früher oder später stürzt dieses Gedankengebäude in sich zusammen, wenn es mit der Realität konfrontiert wird.

 

Der Glaube hingegen kommt von innen, aus dem Zentrum und aus diesem bekommt er seine Tragfähigkeit.

 

Und welcher Irrtum sich einzubilden, der Glaube sei nur etwas für die Unwissenden, die Naiven oder gar für die etwas Zurückgebliebenen und dass es eine Etappe in der Entwicklung der Menschheit sei, sogenannte irrationelle Glaubensüberzeugungen aufzugeben!

Im Gegenteil! Glaube basiert auf der Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten.

Gibt es denn eine höhere Wissenschaft als die der Gesetzmäßigkeiten?

 

Glauben zu haben bedeutet, dass man sein Leben auf eine feste Basis stellt, weil man die Gesetzmäßigkeiten kennt.

 

Wer Glauben hat, spürt, dass er auf einem klar vorgezeichneten Weg voranschreitet.

Er selbst ist es, der diesen Weg auswählt und sich entscheidet, ihn zu beschreiten, nachdem er sich von der Wahrhaftigkeit des Gesetzes von Ursache und Wirkung überzeugt hat.

Und während er damit beschäftigt ist, etwas Beständiges und Schönes zu erbauen, hat er nicht die Zeit, sich um die Dummheiten zu kümmern, die rundherum erzählt bzw. gemacht werden.

Seine Aufmerksamkeit konzentriert sich auf die Arbeit, die er begonnen hat.

Und wenn er in seinem Leben auf Schwierigkeiten trifft, ist er bereits von den Ergebnissen gestärkt, die er dank dieser Arbeit erzielt hat und sie helfen ihm, seine Probleme zu überwinden.

 

So viele Menschen haben Probleme!

 

Nichts erscheint ihnen sicher, überall sehen sie Gefahren, denn sie haben das Gefühl, als hätte man sie in dieses Leben gestoßen wie in ein Räderwerk, dessen Mechanismen sie nicht kennen.

Das liegt allein daran, dass sie nicht wissen, wie man mit den Gesetzen arbeitet.

Daher können sie sich den Weg nicht frei machen, um selbst ihre Zukunft zu sichern.

Man kann seine Zukunft nicht auf einer schlechten Gegenwart aufbauen, denn zwischen den beiden besteht ein Zusammenhang.

Solange man nicht gelernt hat, die Gegenwart auf ein solides Fundament zu stellen, hat man natürlich für die Zukunft alles Mögliche zu befürchten.

Wie sollte man sich nicht fürchten, wenn man nicht weiß, wohin man geht und wenn man keinerlei Gewissheit hat und wenn man in der Dunkelheit lebt?

Dunkelheit ist die Quelle aller Ängste, alles erscheint dann bedrohlich.

 

Man kann das Leben der Menschen mit der Durchquerung eines Waldes oder dem Besteigen eines hohen Berges vergleichen.

 

Wie viele Anstrengungen muss man unternehmen, wie viele Gefahren überwinden, bis man zum Ziel gelangt!

Und wenn man bei Dunkelheit diesen Wald durchquert oder jenen Berg besteigt, besteht die Gefahr, dass man sich verirrt, dass man von wilden Tieren angefallen wird, in einen Hinterhalt gerät, in einen Abgrund stürzt, usw.

In der Dunkelheit ist man den Gefahren nicht nur wirklich ausgesetzt, sondern das Gefährlichste dabei ist die Angst, die man sich selbst macht, weil man die Geräusche und die vagen Formen, die sich da bewegen, nicht zuordnen kann.

Man kann sich auf nichts verlassen und lebt in Angst und Sorge, indem man sich selbst einredet, dass ständig irgendetwas Schlechtes unmittelbar bevorsteht.

Glauben bedeutet, dass wir in unserem Inneren bereits eine Tür öffnen, und Angst haben bedeutet, dass wir genau dem Macht verleihen, wovor wir uns fürchten und so bereiten wir ihm den Weg, damit es uns schaden kann.

Genau das ist, symbolisch gesprochen, das Leben der Menschen, die das Licht des Glaubens nicht haben, des wahren Glaubens, der in Wirklichkeit das wahrhafte Wissen ist, ein Wissen, das uns wie ein Licht begleitet, das uns Sicherheit und Frieden gibt.

Selbst wenn man Prüfungen durchmachen muss, geht man ruhig vorwärts, wenn man weiß, wie die Dinge sind und ist voller Hoffnung für die Zukunft.

 

Und hierbei kommt der Zusammenhang zwischen Glaube und Hoffnung, zwischen Gegenwart und Zukunft zutage.

 

Das wirft wieder ein neues Licht auf die Worte Jesu:

»Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat« (Matt, 6,34).

Erfüllt also heute eure Aufgabe in der Gewissheit, dass ihr die einzig richtige Sache tut.

Das genügt.

Ihr braucht euch um das Morgen nicht zu kümmern.

Da der nächste Tag zwangsläufig mit dem vorhergehenden verbunden ist, wird auch er geordnet und harmonisch verlaufen.

Es verhält sich auch hier wie bei einem Samenkorn, das ihr sät:

 

Der Samen wird Früchte tragen.

 

Wie sehr irren sich also jene, die behaupten, es sei unmöglich, Kriterien für den Glauben aufzustellen!

Sie brauchen nur sich selbst zu beobachten und das, was sich in ihrem psychischen, physischen oder sozialen Leben abspielt.

Jedes Mal, wenn sie in einer Sackgasse stecken, bedeutet das, dass sie es nicht verstanden haben, ihren Glauben richtig umzusetzen.

Mein Gott, ist es denn so schwierig zu verstehen, dass eine Ursache immer eine Wirkung hervorruft, die ihr entspricht, und dass man immer auf der Ebene der Ursachen suchen muss, wenn man eine Erklärung sucht für die Ereignisse und alles, was uns zustößt?

 

Das ist das Kriterium für den Glauben.

 

Ansonsten lebt man nur in der eingebildeten Überzeugung.

Ja!

Der Fisch schwimmt noch im Meer, aber weil man eine Pfanne mit Öl aufs Feuer gestellt hat, glaubt man, er müsse von selbst hineinspringen!

Eben nicht!

Von solchen irrigen Überzeugungen muss man sich befreien.

Persönliche Überzeugung ist das Ergebnis von persönlichen Wünschen oder vom Spiel des Intellekts.

Sie führt daher zwangsläufig zu Zweifel, Unruhe und Argwohn.

Der Glaube hingegen ist eine absolute Gewissheit, die immer zu einem positiven Ergebnis führt.

 

Der wahre Glaube basiert also auf einem durch Erfahrung erworbenen Wissen.

 

Den Menschen zieht es aber von Natur aus eher zur persönlichen Überzeugung hin als zum Wissen, denn die Überzeugung ergibt sich spontan und instinktiv, während Wissen Studium, Überlegung und Erfahrung erfordert.

Persönliche Überzeugung geht daher immer dem Wissen voraus.

Sobald man etwas weiß, verlässt man die Ebene der persönlichen Überzeugungen.

Sie beziehen sich auch auf etwas weiter Entferntes, bis zu dem Augenblick, wo sie auch dort durch Wissen ersetzt werden.

Das Wissen ist wie die Linie des Horizonts:

Je mehr ihr euch ihr nähert, umso weiter weicht sie zurück.

 

Auf diese Weise hört ihr jedoch niemals auf, Fortschritte zu machen.

 

Auf den ersten Blick findet ihr es vielleicht schwierig, zwischen persönlicher Überzeugung und Glauben klar zu unterscheiden, denn die Grenze zwischen den beiden ist nicht genau definiert.

Das eine geht in das andere über, so wie das physische schrittweise ins psychische übergeht, ohne dass man präzise sagen könnte, wo das eine endet und das andere beginnt.

Ihre Abgrenzung ist nicht genauer als jene zwischen den Farben des Spektrums.

Rot zum Beispiel ist nicht Orange, und doch weiß man nicht genau, wo die Grenze zwischen den beiden liegt.

Und genauso bleiben Glaube und persönliche Überzeugung eng miteinander verbunden, wenngleich beide sich deutlich voneinander unterscheiden.

 

Für das Leben, brauchen wir eine bestimmte Anzahl von Überzeugungen, an die wir uns halten können.

 

Sie sind so etwas wie Stützen für unser Gefühls- und unser intellektuelles Leben.

Ohne diese Stützen ist das Leben nicht möglich, dann geht es einem, als wäre man auf Treibsand unterwegs.

Innerlich wie äußerlich braucht man das Gefühl, festen Boden unter den Füßen zu haben.

Deshalb ist es immer gut, selbst wenn man sich ein bisschen Illusionen macht, an gute Dinge zu glauben, denn das hilft, sich eine konstruktive Geisteshaltung zu bewahren.

Das Wesentliche ist, dass man bewusst wird und sich dazu durchringt, seine vagen Überzeugungen durch wahrhaftes Wissen zu ersetzen, damit man mit vierzig Jahren nicht mehr in derselben Naivität lebt wie mit zwanzig.

 

Man kann daher sagen, dass der Glaube eine Arbeit an den persönlichen Überzeugungen leistet.

 

Wer sich zu dieser Arbeit nicht entschließt, wird oft ein Opfer des Aberglaubens.

Denn persönliche Überzeugungen und Aberglaube gehen miteinander Hand in Hand.

Da der Mensch immer das Bedürfnis hat, an etwas zu glauben, klammern sich daher diejenigen, die nicht verstanden haben, was Glaube wirklich ist, an alle möglichen Hilfsmittel:

Bestimmte Gegenstände sind für sie Glücksbringer, eine bestimmte Zahl oder ein bestimmter Wochentag ist günstig für sie, andere wiederum ungünstig;

das Zusammentreffen mit einer bestimmten Person auf dem Weg wird als gutes oder schlechtes Vorzeichen gewertet usw.

Ich leugne nicht, dass man Gegenständen, Zahlen, Wochentagen und Begegnungen eine Bedeutung beimessen kann, aber dies ist niemals ein Ersatz für einen Glauben, der auf den großen Gesetzmäßigkeiten basiert, die unser psychisches und spirituelles Leben beherrschen.

 

Soll ich euch eine Definition für den Aberglauben geben?

 

Abergläubisch zu sein bedeutet, zu meinen, dass man dort etwas ernten kann, wo man nichts gesät hat.

Der wirkliche Glaube hingegen liegt darin, nachdem man gesät hat eine Ernte zu erwarten, sei es in diesem Leben oder in einem anderen oder durch seine Nachkommen.

Wenn ihr zur richtigen Zeit gute Samen in einen fruchtbaren Boden sät, dann keimen und wachsen sie.

Vielleicht gehen einige Samenkörner verloren, die meisten aber werden wachsen und Früchte hervorbringen.

So viele Männer und Frauen, die auf der intellektuellen, gefühlsmäßigen oder physischen Ebene niemals etwas erarbeitet haben, hoffen auf eine Ernte, und wenn sie ihre Misserfolge dann zur Kenntnis nehmen müssen, klagen sie laut über die Ungerechtigkeit.

Aber wer trägt die Schuld daran?

 

Diejenigen, die säen und pflanzen, sind niemals enttäuscht.

 

Wenn man den wahren Glauben hat, ist man niemals enttäuscht.

Wer enttäuscht ist, hat eine unrealistische Ernte erwartet.

Und da der Glaube darin besteht, Samenkörner wachsen zu lassen, werden euch diese Körner eines Tages ernähren.

Ganz im Unterschied zur persönlichen Überzeugung, die euch letztendlich verhungern lässt.

Persönliche Überzeugung ist vergleichbar mit Hypnose.

Wenn ihr jemanden hypnotisiert, könnt ihr ihn beispielsweise davon überzeugen, dass er gerade bei einem guten Essen sitzt.

Wenn er wieder zu sich kommt, wird er euch sogar das Menü bis ins Detail schildern und euch erklären, wie zufrieden er war mit allem, was er gekostet hat.

Sein Magen aber ist leer geblieben, und mit einer solchen Kost ist es sehr bald aus mit ihm.

Genauso werden die meisten Menschen von ihren persönlichen Überzeugungen irregeführt, während der Glaube sie täglich ganz reale, nahrhafte Früchte kosten lässt, die das Ergebnis ihrer Arbeit sind.

Menschen, die sich mit persönlichen Überzeugungen zufrieden geben, bleiben innerlich mager, armselig und wankend, auch wenn sie körperlich sehr kräftig sind.

 

Überzeugungen sind keine Nahrung.

 

Nur der Glaube ernährt euch, und um zum Glauben zu gelangen, muss man studieren, experimentieren und sich anstrengen.

Wenn in der Antike die Einweihung nur ganz bestimmten Menschen vorbehalten war, so lag das nicht so sehr daran, dass man ihnen Geheimnisse offenbarte, die andere nicht kennen durften, sondern weil sie Eigenschaften besaßen, die es ihnen erlaubten, diese Offenbarungen auch in die Praxis umzusetzen.

Die spirituellen Wahrheiten bereichern nur den, der so viel Verstand hat, dass er sie verstehen kann, ein Herz, um sich nach ihnen zu sehnen und vor allem die Willenskraft, um die Arbeit zu beginnen und auch durchzuhalten.

Den anderen bringen sie nichts oder schaden ihnen sogar.

Wenn man die Religion auf sakrale Gegenstände reduziert, die nicht in Zusammenhang mit der Erfahrung und den Handlungen stehen, die mit ihnen einhergehen sollten, dann läuft das darauf hinaus, dass man die Religion vom Glauben abtrennt, und es bleiben nur noch religiöse Überzeugungen übrig, die niemanden retten können.

 

Die Faulen werden niemals gerettet.

 

Ohne Arbeit, ohne Anstrengung, ohne Experimentieren, welche Ergebnisse kann man da erwarten?

Solange die Gläubigen unverständliche Gebete, Gesten und Riten wiederholen, wird ihr Glaube keine Berge versetzen und keine Wunder bewirken.

Wenn ich hier von Wundern spreche, meine ich weder die Heilung von Kranken noch die Auferweckung von Toten, sondern dass man sich selbst verwandelt, sich selbst auferweckt.

 

Es ist an der Zeit zu lernen, die Wirklichkeit des Glaubens nicht länger mit der Illusion der Überzeugung zu verwechseln.

 

Wenn sich euer gesundheitlicher Zustand bessert und euer Denken klarer wird, wenn eure Kraft zunimmt und eure Liebe wächst, dann ernährt ihr euch durch den Glauben.

Die persönlichen Überzeugungen jedoch, von denen ihr glaubt, euch zu nähren, ähneln den Süßigkeiten, die auf Jahrmärkten verkauft werden.

Ihr wisst schon, was ich meine:

Zuckerwatte.

Sie hat eine Konsistenz wie Watte und den Kindern schmeckt das.

Doch erstens ist sie nicht wirklich eine Nahrung für sie und zweitens bekommen sie schlechte Zähne davon.

 

In gleicher Weise verzehren viele Menschen persönliche Überzeugungen.

 

Sie schlucken tonnenweise Träume und Versprechungen, in denen nichts Solides enthalten ist:

nur Zucker und Watte.

 

Sie glauben und glauben ohne Ende, aber die Ergebnisse, die sie erzielen, sind genau das Gegenteil von dem, was sie erwartet hatten.

 

Glauben?

 

Nein, man sollte nicht mehr glauben, man muss wissen!

 

Glaube ist die Kondensation uralten Wissens.

 

Dort, wo kein Wissen ist, ist kein Glaube.

 

Also, studiert, werdet stärker, arbeitet jeden Tag mit den göttlichen Tugenden Liebe, Weisheit, Wahrheit, Güte und Gerechtigkeit, denn das sind Samen, die ihr auf eurem Weg sät.

Und am Ende des Weges erwartet euch die Fülle des Lebens, die Auferstehung.

❤️ Bitte hilf uns diese Lehre zu verbreiten und teile diesen Beitrag mit deinen Freunden 😉 Vielen Dank!