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Die zwei Naturen des Menschen.

 

Freier Vortrag.

Nun, meine lieben Brüder und Schwestern, habt ihr den gestrigen Vortrag über die Personalität auch richtig verdaut?…

Dieses Thema muss noch eingehender behandelt werden.

 

Es sollte dem Menschen allmählich klarer werden, dass er zweierlei Naturen in sich trägt.

 

In Wirklichkeit sind es viel mehr, aber man kann sie einteilen, einerseits in die geistige Natur, die über uns steht, andererseits in die niedere Triebnatur.

Nun aber können wir in der Weise, wie wir von diesen beiden Naturen beeinflusst werden, auch auf sie einwirken und die niedere Natur veredeln.

 

Auf die geistige Natur haben wir allerdings keinen Einfluss, da sie ja aus Gott stammt, aber man kann mit ihr eins werden, in ihr aufgehen.

 

Der Mensch kann aber auch so tief absinken, sich mit dem Prinzip des Bösen vereinigen, dass er ein Unmensch, ein Teufel wird.

 

Jawohl, manche Menschen wurden zu Teufeln, weil sie allzu lange in der Schule der Personalität verharrten.

Die Personalität ist ein Band, eine offene Tür zwischen der Hölle und uns;

durch die Personalität also kann die Hölle uns erreichen.

Durch sie bahnt sich das Unterschwellige einen Weg zu uns.

Die Personalität grenzt an die Triebe, Leidenschaften und Gelüste;

befolgt der Mensch dauernd ihre Ratschläge, so wird er schließlich untrennbar mit ihr und der Hölle verwoben.

In einem früheren Vortrag erwähnte ich das Bestehen zweier Strömungen:

eine, die bis ins Erdinnere hinabführt, die andere, welche zur Sonnenmitte aufsteigt.

 

Viele Menschenseelen sind an den ins Erdinnere fließenden Strom angeschlossen und werden von dessen Sog eingefangen.

 

Nennt es Anziehungskraft oder Verlockung, wie ihr wollt;

sicher ist, dass jene, die sich davon fortreißen lassen, in die Erdtiefe geschleust und schließlich zu Teufeln werden.

Jene, die sich von der Sonnenströmung emportragen lassen, dringen in die Sonne hinein.

 

Alles hängt von der Richtung ab, die man wählt.

 

In der Natur kreisen unzählige Strömungen verschiedenster Art;

zum leichteren Verständnis nennt man nur zwei:

den Strom des Lichts und den der Finsternis.

Zahlreiche Eingeweihte, Philosophen, Dichter, Mystiker und Seher haben auf mannigfaltige Weise den Begriff einer von zwei unterschiedlichen Kräften zerteilten Welt dargestellt.

 

Die Perser vor allem, mit Zoroaster, hoben die Gegenüberstellung des Lichts und der Finsternis hervor;

sie nannten den Lichtgott Ormuzd, den Gott der Finsternis Ahriman.

Dieser Unterschied wurde jedoch nicht immer richtig verstanden, und es erwuchsen daraus auf die Dauer verfälschte Anschauungen.

Zoroaster beabsichtigte nicht, das Böse als ein dem Guten sich widersetzendes, unbesiegbares Prinzip hinzustellen.

Er betonte lediglich die Idee der Polarität.

Gott ist eins, in Seiner Offenbarwerdung zwei:

männlich und weiblich, positiv und negativ, Licht und Dunkelheit.

 

In der Natur erscheint die Dunkelheit nicht als das Böse.

 

Es wirken in ihr Kräfte der Bildung, des Wachstums, des Aufbaus.

Lediglich im Denken der Leute gilt die Dunkelheit als das Böse.

 

Ist zum Beispiel die Nacht etwas Böses?

 

Ist es etwa verwerflich, dass das Kind neun Monate lang sein Wachstum im Leib seiner Mutter in der Dunkelheit durchmachen muss?

Dennoch weilt es in der Finsternis.

Wäre sie das Böse, wie erklärte sich dann, dass sich in ihr Geschöpfe bildeten, welche später zu Heiligen, Propheten, Märtyrern wurden?…

Sie künden vom Licht!

Woher kannten sie das Licht, da sie doch in der Finsternis weilten?

Das muss richtig verstanden werden, es ist symbolisch gemeint.

Dasselbe gilt auch für rechts und links.

Man sagt:

»Pass auf, du nimmst den Weg nach links.«

Was heißen soll:

Du begibst dich auf den falschen Weg, du dienst dem Bösen.

 

In Wahrheit ist die Linke nicht das Böse, dies ist nur eine Redensart.

Rechts und links, beide Seiten machen den Menschen aus.

 

Man teilt ihn der Einfachheit halber in zwei auf, er selbst aber ist eine Einheit;

es ist nicht möglich ihn zu teilen.

Seht her:

Eure linke Hand schlägt auf die rechte;

sie sind nicht getrennt und feindlich, ist es doch dasselbe Wesen, das den Schlag gibt und empfängt.

 

Vieles wird begreiflich, wenn man das Gesetz der Polarisierung versteht.

 

In der Schöpfung ist alles gut.

Damit behaupte ich natürlich nicht, dass auch die Teufel gut sind.

Oh nein, jedoch eines Tages werden sie gebraten, gewürzt und verschmaust werden.

Warum nicht?

In der Kabbala steht, der Leviathan werde am Ende der Zeiten zerstückelt, gesalzen und den Gerechten als Festschmaus dargeboten.

Welch ein Leckerbissen erwartet uns, vorausgesetzt, wir haben die Ehre, dieses Untier mit den Gerechten zusammen zu verspeisen!

Wenn Leviathan, der ja nicht besser ist als die übrigen Teufel, als Festmahl vorgesetzt werden soll, warum denn nicht die anderen Teufel?

Man wird sich später mal an ihrem Fleisch laben…

Einstweilen sind sie es, die sich am Menschenfleisch gütlich tun.

 

Genauso wie der Mensch durch die Personalität mit der Hölle in Verbindung steht, ist er durch seine Individualität, sein höheres Ich, mit Gott verbunden;

lässt er sich von dem Lichtstrom erfassen, ist er gewillt, sich mit seiner Individualität in Einklang zu bringen, wird er eine Gottheit.

 

Was ich euch hier sage, stimmt mit sämtlichen esoterischen und religiösen Lehren überein;

sie verkünden, der Mensch soll wieder werden, was er ursprünglich war…

Gegenwärtig befindet er sich irgendwo zwischen Himmel und Hölle, denn er ist zu sehr herumgeirrt, von einer Stelle, einem Ort zum anderen und weiß nun nicht mehr wohin;

er hat sein ganzes früheres Wissen vergessen und braucht jetzt einen Führer.

In früheren Zeiten bedurfte der Mensch keiner Führung, er wurde von seinem eigenen Licht geleitet;

nun, da er es verloren hat, findet er sich nicht mehr zurecht.

 

So ist es im Augenblick fast um die ganze Menschheit bestellt.

 

Bisweilen begegnet man noch Menschen, die im Licht stehen und sich erinnern, wie der Mensch im Uranfang war, wissen, woher sie stammen und wohin sie gehen.

Diese bedürfen keiner Führung, denn ein inneres Licht unterweist und leitet sie.

Jeder neue Tag bestätigt ihnen die Wahrhaftigkeit der erhaltenen Weisungen;

darum wächst auch ihre Überzeugung, ihre Gewissheit, und mit Verwunderung werden sie gewahr, dass dieses führende Licht sie nie getäuscht hat.

 

Die meisten hingegen stecken ständig in Zweifel, Ungewissheit und Lebensangst.

 

Sie fragen sich, was nach dem Tode mit ihnen geschieht, ob sie weiterleben oder völlig vergehen, was sie der Nachwelt hinterlassen, wozu sie gearbeitet haben…

Aus dieser Ungewissheit heraus entstehen jetzt allerlei Bücher, Theaterstücke, Filme.

Wenn auch einige davon noch die Richtung weisen, so gibt es viele andere, die den Zweifel nur noch vertiefen, das hoffnungsvolle Streben im Menschen vernichten.

 

Wie viele Bücher werden geschrieben, um das bisschen Glauben und Liebe, das noch übrig ist, zu zerstören!

 

Es ist schade, dass die Jugend lieber Bücher liest, die den Zweifel und den Unfrieden, das Chaos stiften, Vernichtung und Verödung bringen, anstelle der Bücher, worin weise Menschen den Reichtum ihrer Erfahrungen und Entdeckungen mitteilen.

Manche Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler haben alles dazu getan, um die letzten Lichtschimmer im Menschen zu vernichten, und nun lebt die Menschheit planlos dahin, weiß nicht mehr die Richtung, und das ist folgenschwer.

Dem Menschen muss von neuem eindeutig die Richtung gezeigt werden, die er einschlagen soll.

Wer das einsieht, entscheidet sich.

Die anderen mögen ruhig ihre Erfahrungen machen;

sie werden eines Tages schon sehen, ob diese Lehren richtig oder falsch sind.

Ich habe euch gestern über die Personalität bei weitem noch nicht alles gesagt.

Es bleiben noch viele Seiten von ihr zu betrachten;

eine davon möchte ich euch noch zeigen.

 

Ich sagte gestern, das Hauptbestreben der Personalität sei das Nehmen, selbst auf Kosten anderer.

 

Sie kennt keine Gerechtigkeit, kein Mitleid, nichts.

Alles will sie besitzen, verschlingen und ist obendrein noch undankbar und schnell beleidigt.

Alles Negative gehört mit zur Personalität, denn durch ihre Habgier entwickelt sie allerlei Untugenden:

Sie ist ständig unzufrieden, aufgebracht, unersättlich, eifersüchtig und grausam.

Ich verglich die nur aufs Nehmen bedachte Personalität mit der Erde, die frei gebende Individualität mit der Sonne.

Der Mensch, der zwischen beiden steht, fühlt sich bald zu der einen, bald zu der anderen hingezogen.

 

Ich fügte hinzu, wenn der Mensch ausschließlich seine Personalität befriedigt, ist sein Schicksal schon vorausbestimmt;

 

durch seine Heftigkeit und Härte verletzt er die anderen und macht sich dadurch Feinde.

Wer hingegen die Ratschläge der Individualität befolgt, die stets zu geben bereit ist, entfaltet Eigenschaften, die ihn so sympathisch machen, dass alle ihn gerne mögen, weil er selbst einer Sonne gleicht.

Anschließend erklärte ich mit Hilfe des Gesetzes von Newton, dass der Mensch sich von der Erde entfernen und unter den Einfluss der Sonne gelangen kann.

Sich entfernen und sich nähern, diese beiden Begriffe enthalten die beiden wirksamsten Möglichkeiten, sich aus den Krallen der Personalität zu befreien.

Ich erwähnte die Erde und die Sonne und wies auch flüchtig auf den Mond hin.

Über ihn möchte ich noch einiges sagen.

 

Was ist der Mond?

Eine Erde wie die unsrige.

 

Astronomisch und wissenschaftlich gesehen ist er nicht ganz wie unsere Erde, symbolisch aber ist er unserer Erde gleich, mit anderen Worten, keine Sonne, denn er nimmt.

Erde und Mond sind weiblich, beide nehmen auf, jedoch auf unterschiedliche Weise, wie ihr jetzt von esoterischer Sicht aus sehen werdet.

Die Sonne gibt;

Erde und Mond nehmen.

Wir lassen die anderen Planeten beiseite und betrachten nur die Sonne, den Mond (die in den Mysterien stets als das männliche und weibliche Prinzip galten) und die Erde.

 

Die Erde steht für den physischen Körper, der Mond für den Astralleib (das heißt, die niedere Seele) und die Sonne für den Geist.

 

Der Intellekt wird durch Merkur versinnbildlicht, aber davon spreche ich heute nicht.

Bleiben wir bei Sonne, Mond und Erde.

Die Sonne, mit anderen Worten der Geist, schenkt, er nimmt niemals – Seele und Körper jedoch nehmen beide.

Auf welche Weise?

Das ist das Interessante.

 

Man darf ja nicht denken, nehmen sei unbedingt etwas Schlechtes, es gibt nämlich mehrere Arten des Nehmens.

 

Es kann entweder ein egoistisches, brutales Ansichreißen sein oder ein Aufnehmen gleich einem Bergsee, einem Spiegel, einer friedlichen Seele, worin sich der Himmel widerspiegelt…

Man unterscheidet unter den Menschen solche, die unter dem Einfluss der Erde stehen und egoistisch, lieblos, ohne Mitleid an sich raffen und solche, die unter dem Einfluss des Mondes stehen:

die Medien, Hellseher, Dichter, Mystiker, die aus den jenseitigen Bereichen und von der Sonne etwas empfangen möchten, um es wieder auszustrahlen.

Ausstrahlen ist bereits ein Geben.

Sie geben etwas, behalten nicht alles für sich;

das Empfangene wird nicht restlos absorbiert.

 

Die Seele eines Mediums ist derart empfindsam geworden, dass ihr Offenbarungen von oben zuteil werden, die es dann als Weissagungen überträgt.

 

Der Empfangsfähige, Feinfühlige, der Wellen und Nachrichten empfängt, ist völlig anders geartet, als derjenige, der einem Schlund gleich alles verschluckt.

 

Der Spiegel gibt zumindest ein Widerbild, er gibt nichts aus sich selbst heraus, natürlich – aber er gibt doch etwas zurück:

Er widerspiegelt.

Das ist die Aufgabe des Mondes:

Er reflektiert.

Und da er zwischen Sonne und Erde kreist, spiegelt seine der Erde zugekehrte Seite das Niedere und Düstere, und die der Sonne zugekehrte Seite alles Erhabene und Lichte.

Der zu- und abnehmende Mond scheint zeigen zu wollen, dass er während einer kurzen Dauer alles Schlechte und Teuflische und in einer anderen Zeit nur Gutes und himmlisch Schönes widerspiegelt.

 

Die menschliche Seele ist dem Mond, sein physischer Körper der Erde und sein Geist der Sonne verwandt.

 

Der Sonne gleich, gibt und schenkt und sprudelt der Geist unerschöpflich.

 

Deswegen, weil er immerfort ausstrahlt, quillt und aussendet, ist er nicht aufnahmefähig.

Die Erde dagegen kann nicht geben, sie nimmt auf, empfängt, und aus dem, was sie erhalten hat, bringt sie einige Blumen, einige Früchte hervor.

Der Mond seinerseits wird teils von der Sonne, teils von der Erde beeinflusst.

Darum sind die Mondtemperamente auch so unbeständig.

Sie leben in der Poesie, erhalten Eingebungen, aber plötzlich bricht alles zusammen, sie sind niedergeschlagen, verzweifelt;

aber nicht lange darauf singen sie wieder und sind lustig…

 

Man begreift nie, was in ihnen vorgeht, ihre Voraussagungen vor allem sind unzuverlässig:

teils wahr, teils unwahr.

Wenn ihr erfahren wollt, welches der Bereich der Lügen und Täuschungen ist:

 

Es ist der Mond.

Und das Reich der Klarheit und Reinheit?

– ebenfalls der Mond!

Warum?…

 

Seht euch den Sephirothbaum an;

Der Sephirothbaum|Baum des Lebens

Ihr werdet feststellen, dass nach Malkuth (dem Erdreich) aufwärts Jesod (der Mondbereich) liegt.

Darauf folgt Tiphereth, das Reich der Sonne.

 

Der Mond liegt also zwischen Tiphereth und Malkuth, wird in seiner oberen Hälfte von der Sonne, seiner unteren Hälfte von der Erde beeinflusst, und dort spiegelt sich alles, was von ihr kommt an Lügen, düsteren Wolken und Schreckgestalten.

 

Wer diese trügerische Zone übertritt, gelangt in eine lichte, sonnenerleuchtete Sphäre.

 

Die wahrhaft Hellsehenden weilen dort, in diesem oberen Teil des Mondes, wo keine Lügen, keine Dunstwolken mehr sind.

 

Auf der Ebene des Mondes trifft man daher zwei unterschiedliche Menschenarten:

empfindliche, unstete, unberechenbare, leicht verrückte, und im Gegensatz dazu solche, die klar denken, hell sehen und rein sind.

 

Der Mond verleiht vollkommene Reinheit.

 

Möchtet ihr euch läutern, rein werden wie klares Wasser, dann verbindet euch mit dem Mond – und zwar mit der oberen Mondsphäre.

Der Mond waltet sowohl über das klare wie auch über das schmutzige Wasser; alle Gewässer, ob rein oder getrübt, sind seinem Einfluss ausgesetzt.

Der niedere Mondbereich ist durch Hekate, der höhere durch Diana, die keusche Diana und ebenfalls durch Isis dargestellt.

Hinsichtlich der vorhin verwendeten Ausdrücke, ausstrahlend und empfangend muss ich noch etwas hinzufügen.

 

Manche Menschen sind ausschließlich empfangend, nehmen wahllos alles auf, das Gute wie das Schlechte und fangen daher, ohne es zu merken, alles Unreine und Krankhafte ihrer Umwelt auf.

 

Empfängliche Menschen sind überaus empfindlich und leicht verletzbar, weil sie sich nicht wehren können.

Medial veranlagte Menschen sind daher allen möglichen Einflüssen und Wesenheiten ausgeliefert.

 

Jedoch unter den ausstrahlend sonnenhaften Menschen findet man die Magier.

 

Bei den Magiern ist der willensbetonte, männliche Aspekt vorherrschend, das Bedürfnis des Gebens, des Aufbauens, das Verlangen, einzuwirken, einflussreich und tätig zu sein.

 

Das sind männliche Charakterzüge.

 

Das weibliche Prinzip empfängt, bildet und fügt sich.

 

Beide Pole, männlich und weiblich, ausstrahlend und empfangend sind notwendig;

 

fehlt einer, hört das Leben auf.

Das weibliche Prinzip empfängt, bildet und fügt sich.

Im Menschen müssen ebenfalls beide Pole, männlich und weiblich, ausstrahlend und empfangend vereinigt sein.

Ist er nur empfangend, droht ihm großes Unheil:

 

Er kann keiner Situation gerecht werden, weil es ihm an Willen fehlt.

 

Er hat lediglich seine Feinfühligkeit entwickelt, was aber nicht genügt, da im Leben gegen feindliche Kräfte gekämpft werden muss.

Ist er nur ausstrahlend und dynamisch, wirft er alles zurück, fehlt es ihm an Einfühlung;

 

er hat keinen Zugang zu den Naturgeheimnissen, empfängt keine Eingebungen, keine Erleuchtungen, hat keine Erinnerungen, und das ist bedauerlich.

 

Ein solcher Mensch ist stark und einflussreich, legt sich jedoch mit jedem an, denn der Wille kennt nur dies:

kämpfen, andere belästigen, angreifen und überrumpeln.

Dadurch schafft er sich natürlich Feinde.

 

Ist der Mensch lediglich empfangsfähig, so erregt er keinen Anstoß, weil er zu allem »ja und amen« sagt, er wird dauernd unterdrückt und getreten, was ebenfalls nicht empfehlenswert ist.

 

Vereinigt der Mensch hingegen die Sonnen- und die Mondnatur in sich (zusammen mit der irdischen Natur, der physischen Ebene, um in der Materie wirken zu können), steht er in der Vollkommenheit, in der Lebensfülle.

Die esoterische Wissenschaft bezeichnet einen solchen Menschen als androgyn, als einen voll entfalteten Menschen.

In Indien wird diese Vollkommenheit und Fülle bildhaft durch das Lingam dargestellt.

 

Nehmen und Empfangen ist, wie ihr seht, nicht unbedingt verwerflich, vorausgesetzt, man nimmt auf wie der Mond mit seiner der Sonne zugewendeten Seite.

 

Wer sich sowohl auf das Empfangen als auch auf das Geben versteht, erfreut sich außerdem guter Gesundheit.

Nehmt ihr immer nur auf, ohne jemals zu geben, so entstehen in euch Gärungen, und ihr werdet krank.

Gebt ihr nur, ohne je zu empfangen, so erschöpft ihr euch und verarmt.

Weise sein heißt, genau wissen, wem, in welcher Weise was zu geben, und von wem, auf welche Weise was zu empfangen ist.

Gestern sprach ich vom Geben, aber noch wisst ihr nicht wem, wann und wie…

Um diese Frage zu erläutern sind noch viele Erklärungen nötig.

Bevor ich schließe, will ich noch Folgendes hinzufügen.

 

Wenn ihr jemanden seht, wie könnt ihr erraten, was er denkt, was für Pläne er schmiedet?

 

Ein finsteres, verschlossenes, bedrohliches Gesicht lässt mit Sicherheit darauf schließen, dass der Betreffende auf Einbruch, Zerstörung, irgendetwas Übles sinnt.

Die Natur hat es so eingerichtet.

 

Wenn der Mensch verbrecherische Absichten hegt, verdüstert sich sein Gesicht, strahlt nicht mehr.

 

Ist er von dem Wunsch erfüllt, anderen zu helfen, sie zu unterstützen, klärt sich sein Gesicht auf, strahlt und leuchtet.

 

Es mag sein, ihr wisst nicht, was in ihm vorgeht; die Natur jedoch weiß es.

Welche wunderbare Schlussfolgerung lässt sich aus dieser Beobachtung ziehen?

Nun, warum hat wohl die Sonne ein so hell strahlendes, leuchtendes Gesicht?

Weil sie nur Gutes denkt und ihr Licht proportional zur Erhabenheit ihrer schönen Gedanken und Gemütsregungen, zu ihrer Liebe und Weisheit ist.

Habt ihr schon daran gedacht?…

 

Die Sonne zeigt uns den Weg:

 

Sie heißt uns geben, erleuchten, beleben!

Aber von diesem Wissen sind die Leute weit entfernt, keiner lässt sich davon überzeugen.

Sie sagen:

»Ach wie poetisch, wie hübsch«,

glauben jedoch nicht, dass es die reine Wahrheit ist.

Ach ja, man wird nur sagen, es sei hübsch und sehr poetisch.

Noch so vieles möchte ich euch enthüllen!

Es ist euch manches im Augenblick noch nicht ganz klar, weil ihr mit der Sprache der Symbole noch nicht genügend vertraut seid.

Sie wird euch bald verständlich werden, meine lieben Brüder und Schwestern, nur Geduld!

 

Bonfin, den 29. Juli 1968

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