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Die Religion ist nur eine Form des Glaubens.

 

Menschen, die sich Kenntnisse aneignen und nachdenken, werden immer als eine Bedrohung für die herrschende Klasse betrachtet, deren vorrangiges Interesse darauf gerichtet ist, sich an der Macht zu halten.

In der Tat ist es nicht mehr so einfach möglich, solchen Menschen seinen Willen aufzuzwingen:

Sie erwerben Wissen, entwickeln einen kritischen Geist und haben immer Gegenargumente und Einwände vorzubringen.

So erreichen sie mehr und mehr Autonomie, emanzipieren sich und können gefährlich werden.

Aber ja, viele werden euch das bestätigen:

 

Wenn man will, dass die Menschen gehorsam und unterwürfig sind, sollte man sie besser in der Unwissenheit belassen.

 

Um dies zu unterstreichen, werden sie euch Beispiele aus der Geschichte nennen, und derer gibt es viele!

 

In wie vielen Ländern war es nicht mehr möglich, die Bauern und die Arbeiter zu beherrschen, als der Bildungsstand in der Bevölkerung zunahm!

Sie zettelten Revolutionen an und massakrierten die herrschende Klasse.

Dasselbe Phänomen erfasste ganze Länder, denen man half, sich zu entwickeln, indem man ihnen nicht nur Bildung, sondern auch die neuesten Errungenschaften der Technik brachte.

Nach einiger Zeit traten Ereignisse ein, die zur Forderung nach Unabhängigkeit führten.

Sie erreichten diese, indem sie jene an-griffen und vertrieben, die ihnen zu all den Vorteilen der Zivilisation verholfen hatten.

 

Und nachdem sie von ihren »Unterdrückern« befreit waren, fielen die meisten dieser Länder Bürgerkriegen zum Opfer.

Denn nachdem all die Leute endlich befreit waren, begannen sie, sich gegenseitig niederzumetzeln.

 

Welche Schlüsse muss man aus diesen Beispielen ziehen?

Dass Wissen gefährlich ist und man die Menschen in der Unwissenheit belassen sollte?

Diese Frage wird unbeantwortet bleiben bzw. nur unzureichende Antworten finden;

solange man Folgendes nicht verstanden hat:

Wenn man die Ausbildung, d. h. die Entwicklung des Intellektes fördert, muss man gleichzeitig eine andere Ebene nähren und entwickeln.

Den Sinn für die Moral. Mit der Verbreitung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und der Technik haben die Menschen immer mehr die Möglichkeit, Schaden anzurichten.

 

Alles Wissen ist da, in greifbarer Nähe.

 

Jeder x-Beliebige hat Zugang dazu, vorausgesetzt er hat die Fähigkeiten und gibt sich entsprechend Mühe.

Bevor man den Menschen bestimmte Erkenntnisse zur Verfügung stellt, sollte man zunächst Gewissheit über ihre Uneigennützigkeit, ihre Charakterstärke und ihr Verantwortungsbewusstsein haben.

Man müsste sie also erziehen, aber das ist sehr schwierig.

 

Und warum ist es dermaßen schwierig, die Menschen zu erziehen?

 

Weil die wahrhafte Erziehung durch Vorbilder vermittelt wird, und leider sind die guten Vorbilder rar.

 

Es genügt nicht, den Menschen zu sagen:

»Bitte sehr, wir bringen euch die Bildung, die euch unermessliche Möglichkeiten eröffnet.

Da ihr diese Möglichkeiten aber nur für das Gute verwenden dürft, versucht, auch Ehrlichkeit, Uneigennützigkeit und Großzügigkeit zu erlernen.«

Außerdem muss man auch zeigen, dass man diese Ratschläge selbst befolgt;

Und da das nicht der Fall ist, kümmert man sich nicht weiter um die Erziehung, und wenn es manche tun, rufen sie Protest hervor:

»Und Sie?

Halten Sie sich denn daran?

Sie sind nicht der Richtige, uns Ratschläge zu erteilen.«

 

Das Wissen ist ohne Zweifel eines der besten Dinge, die es gibt.

 

Aber so wie alle guten Dinge birgt es Gefahren in sich, wenn es nicht richtig eingesetzt wird.

 

Jedenfalls wenn es Menschen gibt, die sich durch die Verbreitung von Wissen bedroht fühlen.

Dann sind das ganz sicher jene, die an der Macht sind.

 

Deshalb hat die Kirche – obwohl sie viel für die Bildung getan hat – gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Gläubigen ein bisschen in Unwissenheit verbleiben, um sie weiterhin in ihrer Gewalt zu haben.

In allen Religionen fand und findet man noch heute diese Tendenz.

 

Nehmen wir nur Indien als Beispiel:

Wie behandelt die Kaste der Brahmanen die Parias sogar noch heutzutage…?

 

Ich möchte mich mit diesen Fragen nicht im Detail beschäftigen.

Mich interessiert nur der Grundgedanke:

 

Die Tatsache, dass bestimmte soziale Schichten, einschließlich des Klerus, versuchen, so viele Menschen wie möglich in Abhängigkeit zu halten.

Indem sie ihnen jedes Bewusstsein in Bezug auf innere Freiheit nehmen.

 

Jahrhundertelang hat man den Christen sogar erklärt, dass man sich als unwürdiger Sünder fühlen müsse, um dem Herrn zu gefallen.

 

Man sagte ihnen, sie fänden ihr Heil nur, wenn sie sich demütig, untertänig, bescheiden, also unwissend verhielten.

 

Denn Wissen führe zwangsläufig zu Hochmut.

 

Als ob der Herr sich an Menschen erfreuen könnte die ständig in Sklaverei und Dunkelheit herumtappen, wo Er sie doch nach Seinem Abbild erschaffen hat!

In Wahrheit ging es vor allem der Kirche darum, ihre Autorität und ihre Privilegien zu sichern.

Doch die Verhältnisse, so etabliert sie auch sein mögen, bleiben niemals ewig und unveränderlich.

Neue Strömungen kommen, die große Umwälzungen hervorrufen werden.

 

Immer mehr erkennen die Menschen Widersprüche zwischen der Religion und dem wahren Glauben und beginnen, sich Fragen zu stellen.

 

Jemand sagt zu euch, er sei gläubig.

Ihr fragt ihn nach seiner Religion und er antwortet euch, er sei Katholik, Protestant, orthodoxer Christ, Jude, Moslem oder sonst etwas.

Ihr sprecht weiter mit ihm und nach und nach stellt ihr fest, dass diese Religion, der er anzugehören behauptet, keinen wirklichen Einfluss auf sein Leben hat.

 

Es ist nur eine Ansammlung von unklaren Vorstellungen und leeren Formen, die keinerlei Inhalt haben.

 

Man hat ihm all das in seiner Kindheit beigebracht und er wiederholt es wie eine Lektion, die er auswendig gelernt hat.

Hinter diesen persönlichen Überzeugungen steckt nichts Tieferes, Lebendiges.

Wenn ihr ihm das aber sagt, wird er euch nicht verstehen und wütend werden:

 

Wie könnt ihr nur an seinem Glauben zweifeln?

 

Ihr stellt einem anderen Menschen dieselbe Frage.

Er sagt euch, er gehöre keiner Religion an. Seine Eltern waren z. B. Katholiken, aber sie haben den Glauben nicht praktiziert, sie haben ihn nicht taufen lassen und ihm keinerlei religiöse Erziehung mitgegeben.

Im Laufe des Gespräches stellt ihr aber dennoch fest, dass dieser Mensch einen Sinn für das Heilige hat, dass er von einem hohen Ideal beseelt ist und die edelsten Bestrebungen in sich trägt.

Er hat nicht gelernt, über Gott zu sprechen, aber in seinem tiefsten Inneren und im Universum verspürt er die Gegenwart von etwas Höherem, und er sucht nach einem Weg, ein besserer Mensch zu werden, um mit diesem Höheren, das er vage erahnt, in Harmonie zu leben.

 

Dieser Mensch hat vielleicht keine Religion, aber er hat einen Glauben.

 

Wie viele Menschen habe ich in meinem Leben schon getroffen und wie oft habe ich diese Beobachtung schon gemacht!

 

Deshalb ist die Religion, anders als die meisten Gläubigen meinen, eine Sache und der Glaube eine andere.

Die Religion ist eine Ansammlung von Dogmen und Doktrinen, die man den Gläubigen als Glaubensvorschriften präsentiert.

Der Glaube beschränkt sich jedoch nicht auf die Zustimmung zu irgendeiner Doktrin.

Er steht nicht grundsätzlich im Widerspruch dazu, aber er beschränkt sich nicht darauf.

 

Betrachten wir die christliche Religion.

 

Gehen wir zusammenfassend davon aus, dass sie auf folgenden Prinzipien basiert:

Jesus, einziger Sohn Gottes, zweite Person der Dreifaltigkeit, inkarnierte sich zum Heil der Menschen auf der Erde.

Er wurde durch das Wirken des Heiligen Geistes von der Jungfrau Maria geboren, die von Anbeginn an das einzige menschliche Wesen war, das von der Erbsünde verschont blieb.

Im Alter von 30 Jahren begann er, seine Lehre in Palästina zu verbreiten und Wunder zu vollbringen.

Mit 33 Jahren starb er am Kreuz.

Doch drei Tage danach ist er auferstanden und mit seinem physischen Körper in den Himmel aufgestiegen.

 

Am Ende der Zeiten werden die Menschen auferstehen wie er.

 

Sie werden aus ihren Gräbern steigen und vor ihn treten, um gerichtet zu werden.

 

Das sind zusammengefasst, die Prinzipien der christlichen Religion.

Wer sie anzweifelt, kann sich nicht als Christ bezeichnen.

 

Tausende Gläubige sind in den Tod gegangen, um diese Prinzipien zu verteidigen.

 

Das hat sie übrigens oft nicht daran gehindert, wie vollkommen Ungläubige zu leben.

 

Gar nicht zu reden von dem sehr schlechten Beispiel, das die Mitglieder des Klerus im Laufe der Jahrhunderte abgegeben haben.

Wenn man jetzt aber manche Christen fragt, werden sie zugeben, dass sie große Schwierigkeiten haben, an all das zu glauben, was die Kirche über die Göttlichkeit von Jesus, seine Geburt, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt gesagt hat.

 

Diese Schwierigkeiten haben sie allein deshalb, weil diese Doktrinen allen Gesetzen der Natur widersprechen.

Und auch dem gesunden Menschenverstand, was zum Beispiel die Auferstehung der Toten am Ende der Zeiten betrifft.

 

Trotzdem fühlen sie sich zutiefst als Christen, denn sie sind sich dessen bewusst, dass Jesus durch sein Leben, seine Lehre und sein Opfer ein unübertreffliches Vorbild darstellt.

Jene Christen, die einiges über andere Religionen wissen, können nicht umhin festzustellen.

Dass diese auf genauso erhabenen Konzepten beruhen wie das Christentum.

Und manche fragen sich, warum man ihnen einreden möchte, dass ihre Religion den anderen derartig überlegen sei.

 

War es im Verlauf der Geschichte von 2000 Jahren wirklich das einzige Mal, dass Gott Seinen Sohn gesandt hat?

 

Von wem wurden dann all die anderen Religionen gegründet?

Von Verrückten?

Von Menschen, die den anderen ihre Meinung aufgezwungen haben?

Und jene die diese Religionen praktizieren, irren sich die?

Wenn sie ein vorbildliches Leben führen, haben sie dann in den Augen Gottes nicht denselben Wert?

 

Immer mehr Menschen beschäftigen diese Fragen und ich habe manche getroffen, die sich wirklich damit quälen.

 

Ganz besonders erinnere ich mich an die Tochter eines protestantischen Pastors, die dieses Thema so sehr durcheinander brachte, dass sie nahe daran war, das psychische Gleichgewicht zu verlieren.

Ich musste mehrere Stunden damit verbringen, ihr zu erklären, dass Religion und Glaube nicht notwendigerweise dasselbe sind.

Und dass der Glaube, selbst wenn er sich meistens in einer von Menschen durch Dogmen und Rituale aufgestellten Religion ausdrückt, in Wirklichkeit auch ohne sie gelebt werden kann.

Da sie die Tochter eines Pastors war, ließ sie der Vater natürlich die Bibel studieren, und ich fragte sie:

»Erinnern sie sich an die Stelle, wo geschrieben steht, dass Gott Sein Gesetz in die Herzen der Menschen geschrieben hat und dass daher kein Mensch einen anderen Menschen belehren muss, denn vom Kleinsten bis zum Größten werden alle Ihn schauen?«

»Ja, ja«, antwortete sie, »das schreibt Jeremia« (Jer. 31,33-34).

 

Ich bin immer verblüfft zu sehen, wie gut die Protestanten die Bibel kennen.

 

Ich kann so gut wie nie Bibelstellen genau zitieren und oft erinnere ich mich nicht einmal mehr in welchem Teil sie stehen.

Nur reicht es eben nicht aus, die Bibel auswendig zitieren zu können, man muss auch in der Lage sein, sie auszulegen.

Und dann habe ich diesem netten Mädchen erklärt:

»Sehen Sie, es steht geschrieben, dass Gott Sein Gesetz in die Herzen der Menschen geschrieben hat und nicht nur in das Herz bestimmter Menschen, sondern in das aller.

Versuchen Sie zu verstehen, dass Glauben haben bedeutet, dieses Gesetz in seinem Herzen lesen zu können und hören Sie auf, sich damit zu quälen, ob Ihr Glaube vollkommen mit dem übereinstimmt, was Ihr Vater predigt.«

 

Natürlich wäre es nicht vernünftig, die Menschen sich selbst zu überlassen unter dem Vorwand, dass sie Gottes Gesetz in ihrem Herzen lesen sollen.

Denn die meisten von ihnen sind dazu noch nicht reif.

 

Um dieses Gesetz, das Gott in unsere Herzen geschrieben hat, richtig lesen zu können, muss man zuvor Ordnung in sich selbst schaffen, denn sonst wird man dort nur Fantastereien und finstere Begierden herauslesen.

Das müsste die Rolle der Religionen sein:

 

den Menschen beizubringen, wie sie Gottes Gesetz lesen können, das in ihnen festgeschrieben ist.

 

Stattdessen begnügen sie sich meist damit, ihnen alle möglichen Doktrinen aufzuzwingen, von denen sie nichts begreifen und die ihnen für ihr Leben nichts nützen.

Welchen Glauben können sie also haben?

 

Es gibt Menschen, die sich voller Stolz für ungläubig erklären.

Das ist gut und recht, es ist ihre Angelegenheit, lassen wir sie.

 

Das Problem sind jene, die sich als Gläubige bezeichnen und sich mit unlösbaren Widersprüchen herumschlagen.

 

Wie kann man nur glauben, man könne das innere Leben der Menschen mit dem nähren, was man ihnen in Form von Glaubenssätzen vorsetzt?

Für sie ist das genauso abstrakt, als würde man ihnen sagen, sie sollen an mathematische Funktionen glauben.

Für wie viele Christen stellt die Idee eines dreifaltigen Gottes eine lebendige Realität dar?

Und wenn sie Fragen stellen, erwidert man, es handle sich um ein Mysterium.

Glücklicherweise tragen sie diese Prägungen in sich, die der Schöpfer in sie hineingelegt hat.

Sie allein ermöglicht es ihnen – wenn sie wirklich suchen – in ihren Herzen und ihrer Seele das zu entdecken, was die Religion nicht offenbart.

 

Warum aber ist das so?

Weil die Religion oder genauer gesagt ihre Repräsentanten, im Allgemeinen mehr damit beschäftigt sind, ihre Macht zu sichern, als die Menschen aufzuklären.

Selbst wenn sie vorgeben deren Seele zu retten!

 

Privilegien haben und Macht ausüben zu wollen, die andere nicht haben, ist eine der niederen Natur des Menschen angeborene Neigung.

Und es gibt so viele Varianten sich den anderen aufzuzwingen!

Wenn man es auf der physischen Ebene nicht schafft, versucht man es auf der psychischen.

 

So viele ehrgeizige, fanatische und gierige Menschen haben die Religion dazu benutzt…

Die Menschen psychisch oder moralisch in einer Weise zu beherrschen, wie man es sonst unmöglich geschafft hätte!

 

Und deshalb muss man feststellen, dass die Religion allzu oft zu einer menschlichen Institution geworden ist, die mit Glauben nichts zu tun hat.

 

Wollt ihr noch einen Beweis?

 

Die Verbohrtheit des Klerus, die Gläubigen davon überzeugen zu wollen, dass ihre Religion überlegen sei.

Darum findet man überall auf der Welt Menschen, die denken, ihre Religion sei höher stehend.

Genauso wie sie auch glauben, ihr Land sei etwas Besseres.

Sie schließen sich in ihrer Religion ein, ebenso wie sie sich in den Grenzen ihres Landes einschließen und übrigens sind diese oft sogar dieselben.

Mit solchen Glaubenslehren begehen sie Verbrechen ohne Ende und versündigen sich gegen den Herrn;

 

die Christen ebenso wie alle anderen!

 

Mit Sicherheit war das nicht das Beispiel das Jesus ihnen vorlebte.

Haben sie denn nicht in den Evangelien gelesen, wie Jesus sich gegenüber den Samaritern verhalten hat?

Als Jesus von Galiläa nach Judäa ging, musste er Samaria durchqueren.

Die Samariter wurden von den Juden als Heiden und Götzendiener betrachtet, mit denen sie nicht verkehren durften, und die Samariter waren ihnen ihrerseits feindselig gesinnt.

Doch als Jesus einmal nach Jerusalem kam, sandte er seine Jünger in ein Dorf in Samaria, um dort eine Unterkunft vorzubereiten, doch die Bewohner weigerten sich, sie zu empfangen.

 

Und das Neue Testament berichtet:

 

Als die Jünger Jakobus und Johannes das sehen sagten sie:

»Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?‹ Da wandte er sich um und wies sie zurecht und sagte: ›Ihr wisst nicht, von welchem Geist ihr beseelt seid. Denn der Menschensohn ist nicht gekommen um Seelen zu verlieren, sondern um sie zu retten« (Lk. 9, 54-56).

Ein anderes Mal, als Jesus wieder durch Samaria zog, hielt er bei einem Brunnen an, um sich auszuruhen.

Eine Samariterin kam vorbei, um Wasser zu schöpfen und er bat sie um etwas zu Trinken.

Und als sie zu ihm sagte:

»Unsere Väter haben auf diesem Berge Gott angebetet und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll«,

antwortete ihr Jesus:

»Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit.

Denn auch der Vater will solche Anbeter haben.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten« (Jh. 4,20-24).

Und als seine Jünger zu ihm kamen, waren sie erstaunt, ihn mit einer Frau sprechen zu sehen, und noch dazu mit einer Fremden, denn dadurch übertrat er das Gesetz.

 

Bei wieder einer anderen Gelegenheit musste Jesus einem Rechtsgelehrten, der ihn befragte, erklären, was die Nächstenliebe ist, die der Mensch praktizieren muss, um das ewige Leben zu erlangen.

Und er antwortete mit dem folgenden Gleichnis:

 

»Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber;

die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halbtot liegen.

Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Strasse hinab zog, und als er ihn sah, ging er vorüber.

Desgleichen auch ein Levit:

Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.

Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn;

und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.

Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach:

›Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir es bezahlen wenn ich wiederkomme.‹

Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?

Er sprach: ›Der die Barmherzigkeit an ihm tat.‹

Da sprach Jesus zu ihm:

So geh hin und tue desgleichen!« (Lk 10,30-37)

Somit sind es weder der Priester noch der Levit, Repräsentanten des jüdischen Glaubens, die Jesus als Vorbild nimmt, sondern ein gewöhnlicher Mensch und noch dazu ein Samariter, also ein Mitglied einer Gemeinschaft, dem er als Jude feindselig hätte gegenüberstehen müssen, denn sie praktizierten noch immer den Götzenkult.

 

Wenn sich die Christen die Mühe gemacht hätten, über diese Geschichten aus den Evangelien und die Geisteshaltung von Jesus zu meditieren.

Dann hätten sie besser verstanden, dass der wahre Glaube ein Bewusstseinszustand ist, der die engen Grenzen einer Religion sprengt.

 

Ihr werdet sagen:

»Aber Jesus war doch auch nicht sehr tolerant!

Überall in den heiligen Schriften empörte er sich ständig über die Schriftgelehrten, die Pharisäer und die Sadduzäer.«

Das ist richtig, warum aber empörte er sich über sie?

Weil sie das Gesetz Mose nur seiner äußeren Form nach beachteten und ihre Macht benutzten, um das Volk zu unterdrücken.

Darum sagte er zu ihnen:

»Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben!

Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.

Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!« (Mt. 23,23-24).

Oder an anderer Stelle:

»Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hineinwollen, lasst ihr nicht hineingehen« (Mt. 23,13).

Jesus wirft ihnen also vor, dass sie nicht von wahrhaftem Glauben beseelt sind, sondern dass sie sich damit begnügen, »sich auf den Stuhl des Mose gesetzt zu haben« (Mt. 23,2).

Eines Tages geht er sogar so weit, dass er zu ihnen sagt:

»Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr« (Mt. 21,31).

Das war für sie natürlich die schlimmste Beleidigung.

 

Die Pharisäer und Sadduzäer waren sehr stolz auf ihr Wissen, dies umso mehr als ihre Macht darauf basierte.

 

Wenn sie sich gegen Jesus stellten, dann immer, indem sie die Vorschriften des Gesetzes zitierten;

als ob Jesus diese nicht gekannt hätte.

Und Jesus, der, wenn er zur Menge sprach, niemals Zitate verwendete, beweist in seinen Antworten gegenüber den Pharisäern und Sadduzäern, dass er das Gesetz genauso gut kannte wie sie, indem er andere Vorschriften zitierte, die sein Verhalten rechtfertigten.

Es waren also die Pharisäer und Sadduzäer, die aus dem Gesetz einige der von Moses gegebenen Regeln auswählten und andere hingegen vernachlässigten, die ihnen weniger gelegen kamen.

 

Und man muss zugeben, dass das Christentum mit der Lehre von Jesus nicht anders verfahren ist.

Und alle anderen Religionen machen es genauso.

 

Mit der Zeit lassen sie sich zu einer bestimmten Auslese innerhalb der Lehre ihres Gründers verleiten.

Indem sie einerseits entfernen, was sie stört und andererseits eine ganze Reihe von Doktrinen;

-selbst erfundenen Regeln und Praktiken hinzufügen.

Weil ihnen das notwendig erscheint im Hinblick auf den Einfluss, den sie ausüben wollen.

 

Sei es nun physisch oder psychisch, der Instinkt, andere zu beherrschen, ist am stärksten von allen im Menschen verwurzelt.

 

Und wenn ein außergewöhnlicher Mensch, der uneigennützig und voller Liebe ist, kommt um die Menschen zu befreien, wird seine Botschaft sofort verdreht von einigen, die sich ihrer bedienen, um die Menschen von neuem zu versklaven.

 

Es gibt tausend Möglichkeiten, die Menschen zu unterwerfen.

 

Ihnen bestimmte Überzeugungen aufzuzwingen ist eine davon.

Und so wurden alle Religionen in mehr oder weniger ausgeprägter Weise zu einer Art Institution, um die Völker zu unterdrücken.

Die Christen dürfen sich daher nicht einbilden, dass sie den Juden, die Jesus tadelte, sehr weit überlegen sind.

Denn wenn er wieder käme, würde er den Päpsten, Kardinälen, Bischöfen, Theologen, usw., die nacheinander seit Jahrhunderten an der Spitze der Kirche standen, dieselben Vorwürfe machen.

 

Sie sollten die Menschen lehren, wie man den wahren Glauben findet.

 

Das heißt, sie zu dem Bewusstsein zu führen, dass alle spirituellen Möglichkeiten und Reichtümer in ihrem Inneren vorhanden sind.

Außerdem sollten sie sie lehren, wie man diese entwickelt.

 

Stattdessen aber bemühten sich die meisten von ihnen darum, Gott für sich in Beschlag zu nehmen.

 

Sie haben gepredigt:

»Kein Heil außerhalb der Kirche!«

Schön und gut, das wäre auch nicht unbedingt schlecht, aber nur unter der Bedingung, dass die Kirche mit gutem Beispiel vorangeht, indem sie die spirituellen Prinzipien an die erste Stelle setzt.

 

In Wahrheit hat sie sich zu denselben Irrtümern hinreißen lassen wie die weltlichen Mächte.

 

Sie wollte zu einer Macht werden und hat den Schwerpunkt auf die Organisation gelegt. Und heute ist die Kirche sicherlich äußerlich ein wunderbar organisiertes Gebäude, aber im Inneren dieses Gebäudes, wie viel bröckelt da ab und zerfällt!

 

Über Jahrhunderte haben die Christen die Juden unter dem Vorwand verfolgt, sie hätten Jesus umgebracht.

 

Aber stellt euch vor, Jesus käme wieder.

Wäre er so besonders glücklich zu sehen, was aus dem Christentum im Laufe der Jahrhunderte geworden ist?

Die Christen mögen mir verzeihen, aber das Bild, das sich ihm darbieten würde und die Predigten, die er hören würde, würden ihn an das erinnern, was er bei den Schriftgelehrten, Pharisäern und Sadduzäern verurteilte.

Er würde seine Stimme also von neuem gegen diese Zustände erheben.

Aber anstatt ihm zuzuhören, würden manche ein Komplott schmieden, um ihn umzubringen.

Aber ja!

 

Heute wären es die Christen, die ihn töten würden oder die alles einfädeln würden, um ihn zum Schweigen zu bringen.

 

Alles, was sich auf der Erde verwirklicht, hat seinen Ursprung und seine Wurzeln oben, in der göttlichen Welt.

 

Nichts von dem, was man auf der Erde erschafft, kann bestehen, wenn man sich nicht zuvor darum kümmert, die Basis dafür auf der spirituellen Ebene zu schaffen.

Das gilt sogar für politische und soziale Einrichtungen und daher umso mehr für eine Institution wie die Kirche.

Dadurch, dass sie eine weltliche Macht werden wollte, hat sie nach und nach das verloren, was die Kraft der Botschaft der Evangelien ausmachte.

Gleichzeitig hat sie immer mehr Doktrinen und Glaubenssätze aufgestellt, die schließlich die Botschaft verschleiert haben.

In all dem, was die Kirche heute lehrt, ist es oft schwierig, die Stimme Jesu wiederzufinden.

 

Man kann den etablierten Religionen daher auch den Vorwurf machen, dass sie sich nach und nach in der Materie verstricken, was viele Irrtümer mit sich bringt und auch viele Lügen.

 

Daher gelingt es den Gläubigen nicht, in ihrem Leben wirklich viel zu verbessern, auch nicht in ihren weltlichen Geschäften.

 

Die wahre Macht des Menschen liegt in seinem Geist, nicht in der Materie.

 

Auch ich kann so wie jedermann die Schönheit der kirchlichen Bauten und der Zeremonien, die dort stattfinden, bewundern.

Doch die Wahrhaftigkeit einer Religion wird nicht am Reichtum und den Verzierungen in ihren Tempeln und auch nicht an der Aufwendigkeit der Gewänder ihrer Priester gemessen.

 

Wie viele Monarchen besaßen übrigens Schlösser, Kleider und Schmuck, die noch viel kostbarer waren!

 

Mit der Zeit hat sich das Christentum in eine Art Museum verwandelt, wo man die ganze Geschichte der Architektur, der Malerei und der Musik wiederfinden kann.

Es gibt dort vieles zu bewundern, das ist richtig, aber das alles war früher einmal lebendig.

Heute sind das nur noch Überreste der Vergangenheit.

Es gibt zu viele Spuren der Vergangenheit und der Geist ist verloren gegangen.

 

Es ist normal, dass sich der Geist auf geeignete Weise in der Materie manifestiert.

Doch das, was man heutzutage zu sehen bekommt, ist keine Manifestation des Geistes in der Materie.

 

Sondern im Gegenteil die Materie, die den Geist verschlingt, lähmt.

 

Wo sind heute der Glaube, die Glut, der Eifer, die in der Lage waren, derartige Meisterwerke hervorzubringen?

 

Auch wenn die Religion, wie sie den Christen gelehrt wurde, über Jahrhunderte außergewöhnliche Werke auf den Gebieten der Geisteswissenschaft und der Kunst hervorgebracht hat, genügt das heute nicht mehr.

Der Beweis:

Die Kirchen leeren sich, die Priester werden immer weniger, und wenn ihr jene fragt, die sich Christen nennen, dann können euch die meisten von ihnen nicht sagen, woran sie genau glauben.

Ihr könnt auch sehr rasch feststellen, dass sie ihre Heiligen Schriften, das Alte und das Neue Testament zum großen Teil nicht verstehen.

Sie achten sie, verehren sie, sind davon überzeugt, dass die Bibel ihren Autoren von Gott eingegeben wurde, aber all diese Texte, die vor so langer Zeit geschrieben wurden, entsprechen nicht mehr ihrer Mentalität.

 

Die Begründer der großen Religionen, die Eingeweihten der Vergangenheit haben für eine bestimmte Epoche gesprochen.

 

Selbst wenn es eine Reihe von Wahrheiten gibt, die in alle Ewigkeit gültig sind, müssen sie in jeder Epoche an die Mentalität der Menschen angepasst werden.

 

Wenn man sie wörtlich nimmt, führt das nur dazu, dass sie unverständlich oder sogar schockierend wirken.

Jesus ist gekommen, um die Lehre von Moses zu erweitern.

Er sagte:

»Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen« (Mt. 5,17).

Man spricht von der Offenbarung der Religionen, als ob zu bestimmten Zeitpunkten der Geschichte Gott selbst das Wort ergriffen hätte, um sich zu erkennen zu geben, Gebote aufzustellen.

Und das, was Er damals sagte, müsse daher als endgültig betrachtet werden, ohne dass jemals etwas hinzugefügt oder weggelassen werden könnte.

 

Doch Gott ist nicht persönlich gekommen, um sich zu manifestieren.

 

Er hat sich durch seine erleuchtet-sten und würdigsten Söhne hindurch zu erkennen gegeben.

 

Das waren Moses, Zarathustra, Buddha, Jesus, Mohammed und all die großen spirituellen Meister, von denen einige sogar unbekannt sind, da ihre Namen in Vergessenheit geraten sind.

 

Und diese Menschen, die als Vermittler aufgetreten sind, gehörten jeweils einer bestimmten Kultur und einer bestimmten Epoche an.

Sie konnten also nicht mit Absolutheit und für alle Ewigkeit sprechen.

Deshalb hört Gott, der Liebe ist, niemals auf, sich zu offenbaren, und zwar mit Hilfe Seiner anderen Söhne als Vermittler, die Er immer wieder auf die Erde entsendet.

 

Eine Religion ist nur eine Form, die der Glaube annimmt, und keine Form kann jemals unveränderlich bleiben.

Das Christentum, das im Nahen Osten entstanden ist, hat von Anfang an bestimmte Elemente der griechischen und der römischen Kultur übernommen.

Die zu jenen Einflüssen noch hinzukamen, die es schon vom Judentum geerbt hat.

Das seinerseits von den Religionen seiner Nachbarländer beeinflusst wurde.

Wie zum Beispiel Ägypten, Mesopotamien, usw.

 

Eine Religion entsteht niemals aus dem Nichts.

 

Sie übernimmt immer Elemente der vorangegangenen Religion und sie wandelt sich, wenn sie sich weit weg vom Ort ihrer Entstehung weiter verbreitet.

So haben die Völker Afrikas, Amerikas und Asiens, die zum Christentum bekehrt wurden, dem Christentum Elemente ihrer eigenen Kulturen beigemengt.

 

Ob man will oder nicht, die Religionen wandeln sich.

 

Selbst wenn es immer dieselben heiligen Schriften sind, wird der Abstand zwischen dem, was die Leute lesen und dem, was sie denken und tun, immer größer.

 

Deshalb ist es nicht vernünftig, sich darauf zu versteifen, die Formen einer Religion in alle Ewigkeit wahren zu wollen.

 

Die Menschheit entwickelt sich, denn Entwicklung ist eine Gesetzmäßigkeit des Lebens.

 

Im Laufe der Zeit erwerben die Menschen ein anderes Verständnis von den Dingen und haben andere Bedürfnisse.

Heutzutage sind zum Beispiel ihre Kenntnisse über das Leben der Psyche um vieles fortgeschrittener und sie haben, zumindest viele unter ihnen, ein moralisches Bewusstsein erlangt, von dem man in den vergangenen Jahrhunderten noch keine Ahnung hatte.

 

Man muss daher die Wahrheiten einer Religion anpassen, damit sie weiterhin für die Menschen lebendig bleiben.

 

Schaut nur einmal, wie sehr sich das Bild von Gott weiterentwickelt hat.

Wie soll man über Gott sprechen, dieses Wesen, das jedes Verständnis übertrifft, wenn man sich an primitive Völker wendet, die keinerlei Vorstellung vom inneren Leben der Menschen haben?

Man musste eine Sprache wählen, die sie verstehen konnten, daher gab man diesem Gott menschliche Charakterzüge, obwohl man natürlich Seine Macht und Seine Größe betonte.

So hat man aus Ihm einen König gemacht, mit den charakteristischen Wesensmerkmalen von Königen, die auf der Erde herrschten, die autoritär, zornig, eifersüchtig, rachsüchtig gegenüber jenen waren, die sich nicht vor ihnen verneigten und die Belohnungen verteilten an jene, die ihnen folgten.

 

Welch edle Beschäftigungen für den Herrn, nicht wahr?

 

Und da die Weltbevölkerung ständig wächst, stellt euch vor, wie viel Arbeit Er hat!

 

Wer möchte da schon an Seiner Stelle sein?

 

Heutzutage gibt es schon Könige auf der Erde, die ihre Zeit vernünftiger und nützlicher verbringen.

Deswegen findet man heute immer weniger Menschen, die das Bild von einem Gott, der sie bestraft, wenn sie ungehorsam sind und der sie belohnt, wenn sie seinen Willen erfüllen, ernst nehmen.

Wenn man ihnen jedoch die Auswirkungen ihrer Gedanken, Gefühle und Handlungen auf die Organe ihres Körpers und ihrer Psyche erklärt, werden sie das viel besser verstehen.

Ob sie das beherzigen, ist wieder eine andere Frage.

Aber früher oder später werden sie deren Wahrhaftigkeit selbst feststellen.

 

Durch die Fortschritte auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse sind unsere Zeitgenossen gezwungen, festzustellen, dass das gesamte Universum von Gesetzen regiert wird.

 

Daher können sie, selbst wenn ihnen das Wort »Gott« nicht mehr sehr viel sagt, verstehen, dass es eine kosmische Intelligenz gibt, die Gesetze aufgestellt hat und dass diese Gesetze, die im Universum herrschen, auch den Menschen beherrschen:

sowohl sein physisches als auch sein psychisches Leben.

Eines dieser Gesetze beinhaltet, dass alles, was der Mensch tut, in ihm aufgezeichnet wird, sowohl in seinem physischen als auch in seinem psychischen Organismus.

 

Ja, ob sie nun gut oder schlecht sind, seine Gedanken, seine Gefühle, seine Wünsche und Handlungen prägen sich der Materie auf, aus der er besteht.

 

Daher wirkt sich alles Schlechte, das er tut, in ihm wie ein Hindernis und eine Einschränkung aus, und alles Gute, das er tut, bringt ihm hingegen große Möglichkeiten, sich zu entfalten.

 

Das ist es, was man den Menschen jetzt zu verstehen geben muss.

Sonst werden weder die Kirche, noch die Bibel, noch die heiligen Schriften, auch wenn sie in alle Sprachen übersetzt sind, in der Lage sein, sie zur Vernunft zu bringen.

Ich bezweifle nicht die Wahrhaftigkeit der heiligen Schriften.

Versteht mich nicht falsch.

Aber diese Art und Weise, die Dinge darzustellen, die vor Jahrhunderten gut war, ist heute nicht mehr wirkungsvoll.

 

Die Menschen müssen den Grund, warum sie die göttlichen Gesetze respektieren sollen, in sich selbst finden.

 

In sich selbst müssen sie das göttliche Vorbild entdecken.

 

Damit das also klar ist!

Wenn man von »Offenbarungsreligionen« spricht, darf man sich nicht vorstellen, dass Gott Selbst gekommen ist, um sich auf der Erde zu inkarnieren oder dass Er sich an diese oder jene historische Persönlichkeit gewandt hätte, um ihr Wahrheiten zu vermitteln, die über Jahrhunderte hinweg unveränderlich bleiben müssen.

Keine Religion kann die Unermesslichkeit und Unendlichkeit Gottes widerspiegeln.

 

Jeder Epoche entspricht eine bestimmte Form der Religion.

 

Ich sage bewusst eine Form, nicht eine Religion, denn wir brauchen keine neue Religion.

 

Der Glaube muss auf Fundamenten ruhen, die durch nichts erschüttert werden können, denn sonst wird eine seiner Vorschriften nach der anderen links liegen gelassen, egal, wie sehr sich jene auch anstrengen, die sie verteidigen wollen.

Man sieht es ohnehin deutlich, dass die Menschen sie missachten, wenn sie nicht entsprechend angepasst sind.

All die Gebote, all die Dogmen, die nirgends mehr dazupassen, gleichen leeren Häusern:

Sie wurden zurückgelassen, die Bewohner sind fortgezogen, um anderswo zu leben.

 

Begreift also, ich habe nicht die Absicht, eine neue Religion zu bringen.

Sondern es geht mir darum, Lehren weiterzuentwickeln und zu vertiefen, deren Prinzipien sehr alt sind und die unserer Epoche angepasst werden müssen.

 

Die Geschichte der Menschheit ist eine Folge von Veränderungen.

Nichts kann so bleiben, wie es ist, denn das Leben ist ständige Bewegung.

Jetzt möchte man denken, dass diese Bewegung immer auch Fortschritt ist.

Leider muss man feststellen, dass es manchmal auch Rückschritte gibt.

Ob aber Fortschritt oder Rückschritt, nichts bleibt an seinem Platz.

Bei den Menschen folgt eine Generation der anderen, und selbst wenn in manchen Gesellschaften die Veränderungen langsamer vor sich gehen als in anderen, kann niemand sich widersetzen, wenn günstige Bedingungen herrschen.

Es ist wie bei Strömungen, die jene zu erfassen beginnen, die sich auf sie vorbereitet haben und diese dann weitertragen.

Und wenn sie letztendlich Erfolg haben, bedeutet das, dass der Zeitpunkt dafür gekommen war.

 

Wenn man jetzt die Geschichte betrachtet, wird man sehen, dass alle Erneuerer, auf welchem Gebiet auch immer, zunächst immer auf Unverständnis stießen und sogar verfolgt wurden.

 

Diese Erneuerer hatten nicht den Willen, alles umzustürzen.

Sie hatten sich keineswegs in den Kopf gesetzt, bestimmte Dinge zu zerstören, um neue zu bringen.

Sie kamen, weil die Bedingungen für eine Veränderung günstig waren, weil die Mentalität sich weiterentwickelt hatte.

Und das gilt auch für die Religion.

 

Alle Religionen müssen sich weiterentwickeln, auch die christliche.

 

Wenn sie sich weigert, sich auf harmonische Weise weiterzuentwickeln, muss sie diesen Prozess in anderer Form durchlaufen, wobei vieles zerrissen und zerbrochen wird.

 

Ich wiederhole daher, dass unsere Arbeit nicht darin besteht, eine neue Religion zu verkünden.

 

Es gibt schon genug Religionen auf der Welt.

 

Der wesentliche Punkt ist zu wissen, wie man arbeiten soll, um seinen Glauben zu stärken.

Das ist es, worum wir uns kümmern.

Deswegen bringen wir Methoden, d.h. eine bestimmte Einstellung, die man einnehmen soll, ein Programm, das es zu verwirklichen gilt.

Wir haben nicht über grundlegende Wahrheiten zu diskutieren, die seit Jahrtausenden bekannt sind.

Wir müssen nur wissen, wie wir arbeiten sollen, damit sie immer lebendig bleiben.

 

In der wahren Religion müssen alle menschlichen Aktivitäten berücksichtigt werden.

 

Jene, die unser physisches Leben betreffen, wie atmen, essen, gehen, schlafen, usw., genauso wie jene, die unsere Seele und unseren Geist betreffen.

Und wir legen den Schwerpunkt auf die Arbeitsmethoden, damit kein Bereich aus der Religion ausgeklammert wird, denn der Mensch ist eine Einheit.

Auf diese Grundlagen müssen wir unseren Glauben bauen.

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